Ein fanatischer Aufruf zur Mässigung in Berlin im Januar 1967. Ein junger Mensch will Zeichen setzen. Eberhard Starusch, einst Anführer der Stäuberbande in der 'Blechtrommel' und inzwischen Studienrat für Deutsch und Geschichte in Westberlin, sammelt 1967 Material zu einem Wehrmachtsgeneral, der im Sandkasten den Zweiten Weltkrieg nachträglich gewinnen will. Doch die aktuelle Studentenrevolte wird für Starusch immer vordringlicher. Dem empörten Aufschrei seines Lieblingsschülers, der als ritualisierten Protest gegen den Napalmeinsatz in Vietnam seinen Dackel auf dem Kudamm verbrennen will, setzt er die Traurigkeit seines Besserwissens entgegen: Wer die Welt radikal verändern will, müsste zuerst den Menschen abschaffen. Eine Zahnbehandlung wird Starusch zum Symbol des einzig möglichen Fortschritts: Fiktive Dialoge mit seinem Zahnarzt zeigen, dass es nur die örtliche Betäubung gibt.
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Mit der Eisenbahn von Berlin nach Bagdad erhitzte dieser Slogan die Gemüter in Europa vor nunmehr 100 Jahren. Die Bagdadbahn war weitaus mehr als nur ein technisches Grossprojekt im Osmanischen Reich der Jahrhundertwende. Kühne Ingenieursleistungen verbanden sich mit Grossmachtpolitik; Machtstreben und kommerzielle Interessen waren untrennbar miteinander verknüpft. Vor dem Hintergrund diplomatischer Intrigen und dem Ringen der europäischen Grossmächte um die Vorherrschaft im Mittleren Osten war die Bagdadbahn ein Politikum ersten Ranges. Das wilhelminische Deutschland unterstützte den Bau nach Kräften als nationales Prestigeprojekt. Für das Osmanische Reich jedoch war die Eisenbahn vor allem ein Garant für Fortschritt und Entwicklung. Basierend auf erstmals veröffentlichten Dokumenten aus den osmanischen Archiven zeichnet der Autor ein faszinierendes Bild der Eisenbahnpolitik im späten Osmanischen Reich.
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Zusammen mit seiner Frau und einem Chauffeur unternahm der Lyriker und Schriftsteller Otto Julius Bierbaum 1902 mit einem Cabrio der Marke Adler eine der ersten touristischen Autofernreisen. Sein in Briefform abgefasster Bericht über die Fahrt von Berlin über Wien bis ins italienische Sorrent und von dort zurück über die Schweizer Alpen bis an den Rhein ist zunächst einmal eine poetische Reisebeschreibung im Stil von Seumes "Spaziergang nach Syrakus". Zugleich ist der Text aber auch das ironische Protokoll einer technischen Pionierleistung in einer vormodernen Welt ohne ausgebaute Strassen, Tankstellen und Reparaturwerkstätten.
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Quot;Wer einen Autisten kennt, kennt genau EINEN Autisten", sagt sich Daniela Schreiter im dritten Band von Schattenspringer. Sie macht sich auf, andere Betroffene zu interviewen. Wie immer kombiniert sie dies mit ihren eigenen Erfahrungen und schafft es ein weiteres Mal, wundervoll unterhaltend über ein scheinbares Tabuthema aufzuklären, ohne dabei in Leidensgeschichten abzugleiten oder belehrend zu wirken. Daniela wurde im wilden Berlin der 1980er Jahre geboren und erforscht seit jeher mit Stift und Papier die Welt um sich herum. Mit vier Jahren zeichnete sie ihren ersten Comic und ist seit dem Studium als Illustratorin und Comic-Zeichnerin tätig. Daniela ist Autistin. Seit ihrer Diagnose wollte sie einen Comic darüber zeichnen, wie es ist, mit dieser etwas anderen Sicht auf die und Wahrnehmung der Welt zu leben, zu sehen und zu fühlen. Worte allein haben dafür einfach nie ausgere.
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