Betterovs zweites Studioalbum »Große Kunst« dokumentiert die Schlägerei seines Protagonisten mit internalisierten Heimatgefühlen - und ein bittersüßes Nachhausekommen. Gleichzeitig erzählt es vom Was davor geschah- von serpentinenartigen Biografien, von Flucht, von Stacheldraht, von Ferngläsern, von einem selbsternannten Friedensstaat, der aus Ruinen auferstand und Ruinen hinterließ. Anstatt von großer Kunst zu singen, singt Betterov von ihrer Absenz - und vom tiefen Riss zwischen Proletariat und Kulturklasse. Harter Tobak, das alles; aber eben schlichtweg das Fundament der Künstler-Persona Betterov, die nur wegen beschriebener Lebensgeschichte - der Provinzjugend in der Post-DDR, dem Erfahrungsschatz seines Elternpaars- klingt wie sie klingt und singt wie sie singt.
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