Ratgeber Espressomaschine
Einem Neapolitaner, dem die Kaffeezubereitung angeblich zu lange dauerte, und dem Mailänder Ingenieur Luigi Bezzera verdanken wir die Espressomaschine. Bezzera gilt als Erfinder der Espressomaschine, deren Prototyp bereits 1855 präsentiert wurde. Erst im Jahre 1901 aber begann man, das Gerät in Serie zu produzieren und für alle Welt zugänglich zu machen. Heute werden Espressomaschinen in vielen verschiedenen Ausführungen für Haushalt und Gastronomie angeboten. Umso schwieriger gestaltet sich die Suche nach der perfekten Espressomaschine, die mit einem herrlich cremigen und aromatischen Getränk verwöhnen soll. Daher finden Sie hier einige Informationen und Tipps rund um Espresso und dessen Zubereitung.
Espresso – fälschlicherweise häufig Expresso ausgesprochen – ist eine spezielle Art der Kaffeezubereitung, welche um 1900 in Mailand aufkam. Während das Wasser beim Filterkaffee ohne Druck durch den Filter läuft, wird es bei der Espressomaschine mit hohem Druck durch das Kaffeemehl, welches deutlich feiner gemahlen als jenes für den herkömmlichen Kaffee, befördert. Durch dieses Verfahren erhält man ein konzentriertes Getränk, das zudem cremiger und aromatischer ist als der „normale“ Kaffee. Zwar werden für die Zubereitung die gleichen Bohnen verwendet, diese allerdings länger und dunkler geröstet. In dieser Weise bleibt der Koffeingehalt erhalten und der Säuregehalt nimmt ab, sodass der Espresso bekömmlicher für den Magen ist – weshalb er gerne nach dem Essen getrunken wird. Da Wasser und Pulver beim Espresso nur für etwa 20 Sekunden in Kontakt sind, lösen sich besonders viele Aromastoffe, aber weniger Koffein und Bitterstoffe.
In kleinen, dickwandigen und vorgewärmten Tassen wird der Espresso serviert. In Restaurants und Cafés gibt es dazu ein Glas stilles Wasser. Espressomaschinen, die es mittlerweile in vielen Varianten und auch für den kleinen Geldbeutel gibt, bieten das unvergessliche Verwöhnaroma für Zuhause, doch:
Worauf sollte man beim Kauf einer Espressomaschine achten?
Am Anfang steht die Frage, ob es sich um einen Halb- oder Vollautomaten handeln soll. Ersteres Modell ist dabei deutlich günstiger. Merkmal dieser Variante ist, dass der Siebträger manuell mit Espressopulver befüllt wird. Mittels Knopfdruck oder durch Umlegen eines Hebels wird dann das automatisch erhitzte Wasser durch den Siebträger mit dem Espressopulver gepresst. Weiter sollten Sie auf das Heizsystem achten: Während bei Espressomaschinen mit Thermoblock-System nur die Menge an Wasser erhitzt wird, die auch wirklich benötigt wird, wird beim Boiler-System stets die ganze Wassermenge erhitzt. Neben Gründen der Zeit- und Energiesparung empfiehlt sich ersteres auch, da hier das Wasser vor Verkalkungen geschützt wird.
Der Kaffeevollautomat hingegen arbeitet – wie der Name bereits impliziert – vollautomatisch: Hier müssen lediglich Wasser und Kaffeepulver bzw. -bohnen – wenn die Maschine ein Mahlwerk besitzt – eingefüllt werden. Auf Knopfdruck mahlt die Maschine den Kaffee, transportiert ihn automatisch in den Siebträger und entfernt sogar den Kaffeesatz wieder aus dem Sieb. Während die Kaffeepulvermenge und der Mahlgrad bei Halbautomaten individuell bestimmt werden können, bietet der Vollautomat hier weniger Möglichkeiten, „einzugreifen“.
Neben der Bevorzugung eines der beiden Maschinentypen, können weitere Faktoren entscheidend sein. Besonderes Augenmerk sollte auf die Leistung sowie den Pumpdruck der Maschine gelegt werden. Entgegen der Annahme, dass ein besonders hoher Druck ein besseres Espressoresultat liefert, liegt der optimale Druck zwischen 9 und 12bar. Ist der Druck zu hoch, läuft das Wasser eventuell zu schnell durch die Maschine, wodurch der Espresso fade und säuerlich werden kann. Ein zu geringer Druck bewirkt eine lange und langsame Durchlaufzeit. Dies hat zur Folge, dass sich zu viele Bitterstoffe lösen. Daher sollte insbesondere auf den Brühdruck der Maschine geachtet werden – so werden die perfekte Extraktion der Aromastoffe und eine goldbraune Crema garantiert.
Weitere Fragen, die die Kaufentscheidung erleichtern mögen:
- Wie groß ist der Wassertank?
- Verfügt die Espressomaschine über eine integrierte Kaffeemühle?
- Können Tassen vorgewärmt werden? – Durch eine beheizte Abstellfläche, auf der die Tassen aufgewärmt werden, bleibt der Espresso länger heiß, das Aroma kann sich perfekt entfalten und die Crema hält länger.
- Soll mit der Maschine vorwiegend Espresso zubereitet werden oder auch Kaffee-/Milchspezialitäten wie Cappuccino oder Latte Macchiato? – Einige Maschinen sind auf die Herstellung solcher Milchmixgetränke spezialisiert und liefern diese auf Knopfdruck.
Außerdem spielen – wie auch bei vielen anderen Geräten – Fragen nach Stromverbrauch, Gewicht, Platzbedarf, Design etc. beim Kauf der neuen Espressomaschine eine wichtige Rolle. Zu den beliebtesten Herstellern von Espressomaschinen zählen unter anderem Saeco, Jura, Krups, Bosch, Petra und Philips.
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