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Tone-Mapping in digitale Bildbearbeitung mit Photomatix Pro 4, dem HDR-Tool Nr. 1

 

Tonemapping ist das Herz der HDR-Technologie, hier werden Ihre HDR-Bilder zu dem, was sie auszeichnet: Bilder mit AHA-Effekt. Der folgende Einblick in die Mechanik der Bildbeeinflussung bei Photomatix 4 Pro hilft dabei, den richtigen Regler für den beabsichtigten Effekt zu finden. Denn hier ist Vorsicht geboten: Manche Regler haben bei HDR-Programmen zwar die gleiche Bezeichnung wie bei Standard-Bildbearbeitungen, ihre Funktion unterscheidet sich aber in der Praxis gewaltig!

Auch komplizierte Objekte einfach freistellen. Viele Motive sind zu komplex, als dass sie sich mit wenigen Mausklicks freistellen ließen. Aber keine Sorge, Photoshop Elements hat dazu passende Werkzeuge parat, die mit nur wenig mehr Aufwand Ihrerseits auch komplexere Objekte zielsicher freistellen.

Stärke
Mit dem Stärke-Regler beeinflusst man den Kontrast des Bilds. Er ist aber nicht mit dem aus der Bildbearbeitung bekannten Kontrastregler zu vergleichen, Stärke (in der englischen Version Strength) kann wesentlich mehr:
Es wird auch der lokale Kontrast angehoben, also der Kontrast zwischen benachbarten Pixeln.Bei der Beurteilung der Vorschau müssen Sie berücksichtigen, dass es sich hierbei um genau dies handelt: eine Vorschau.
Das Ergebnis nach der Durchführung des Tonemappings ist meistens deutlich weniger aggressiv, als es die Vorschau vermuten lässt.
Die Vorschau zeigt durch die vergleichsweise übertriebene Darstellung aber, in welche Richtung der entsprechende Regler das Mapping verschiebt.

Farbsättigung
Auch der Regler Farbsättigung hat eine kleine, aber entscheidende Besonderheit.
Da es sich um ein 32-Bit-Bild handelt, kann der Regler Sättigung ohne Tonwertabrisse arbeiten.
Es rentiert sich also, die Sättigungsanpassung bereits beim Tonemapping vorzunehmen und nicht erst nachträglich am 8-Bit-JPEG.
Allerdings gibt es keine Möglichkeit, die Sättigung einzelner Farbkanäle zu verändern, der Regler wirkt auf alle drei Farbkanäle gleichermaßen.

Helligkeit
Auch bei der Helligkeit arbeitet der Photomatix Pro-Tone-Mapper anders als das herkömmliche Malprogramm.Während normalerweise bei der Erhöhung der Helligkeit einfach alle Werte des ganzen Bilds erhöht werden, arbeitet Photomatix Pro selektiv und damit eher wie eine Gradationskurve. Geändert wird nicht die Helligkeit selbst, sondern die Tonwertkompression.
Je geringer die Helligkeit eingestellt wird, desto geringer ist auch die Kompression der Tonwerte - die dunklen Werte werden eben nicht aufgehellt.
Hellere Stellen, die nicht komprimiert werden müssen, bleiben von der Einstellung des Reglers unberührt. Insofern erhöht der Helligkeitsregler die Gesamthelligkeit im Bild, senkt aber gleichzeitig den angezeigten Gesamtkontrast.

Mikrokontrast
Eine der wichtigsten Einstellschrauben in Photomatix Pro. Der Mikrokontrast sorgt für die Akzentuierung der Details, also die Hervorhebung von kleinen Einzelheiten. Dies wirkt sich vor allem bei Blättern, Gras oder auch Mauerstrukturen aus. Das Rauschen kann dadurch verstärkt werden.

Glätten
Beim Glätten geht es vor allem darum, die Mikrokontraste wieder auszugleichen.
Die Mikrokontraste sorgen nicht nur dafür, dass Details herausgearbeitet werden, sondern auch dafür, dass normalerweise kaum merkbare Farbverläufe auf einmal grießeln, dass Sterne am Nachthimmel plötzlich einen Hof bekommen, sodass sie aussehen wie Beulen im Bild, und dass um dunkle Gegenstände vor dem Himmel auf einmal sogenannte „Halos" auftauchen.
Echte Halos treten dann auf, wenn das Sonnen- oder Mondlicht in Eiskristallen gebrochen wird und es zu Erscheinungen wie Lichtringen und Nebensonnen kommt. Die Halos bei HDRBildern sind scheinbare Leuchterscheinungen, aber in Wirklichkeit einfach nur Artefakte.

Der Nachteil ist natürlich, dass mit der Entfernung der Halos auch der „hyperrealistische" Look von gemappten HDRs verschwindet.
Neben der Einstellung über den Schieberegler bietet der Regler Glätten auch noch den „einfachen Modus" mit fünf Schaltern von Minimum bis Maximum.Diese Schalter sind aber nicht mit den Werten des Schiebereglers gleichzusetzen.

Die Einstellungen
Minimum und Maximum gehen deutlich über die Möglichkeiten des Reglers hinaus, der Effekt wird erheblich stärker wiedergegeben.
Die Schalter sind also eher für Quick-and-Dirty-Arbeiten zu verwenden, wenn es auf den impressionistischen Effekt ankommt.

Weißpunkt
Das Histogramm eines gemappten HDR weist keine Spitzlichter und keine tiefen Schatten auf.
Es ist natürlich möglich, das Bild im Nachhinein noch in der Bildbearbeitung mit einer Kontrastverstärkung zu versehen, der Effekt sind aber wieder Tonwertabrisse, was vor allem bei einem Sonnenuntergangsmotiv mit einem weichen Farbverlauf stufige Farbübergänge verursachen kann, das sogenannte „Posterizing".
Eine bessere Lösung hat Photomatix Pro bereits eingebaut. Mit dem Regler Weißpunkt kann man den Mapper anweisen, einen bestimmten Prozentsatz der Spitzlichter „durchzulassen".
Um dabei nicht über das Ziel hinauszuschießen, empfiehlt es sich, das eingeblendete Histogramm zu beachten.
Durch ein Verschieben des Weißpunkts nach rechts wird auch das Histogramm deutlich „in Richtung hell" verschoben.
Damit nicht große Flächen ausbrennen, sollte man mit der Anpassung des Weißpunkts aufhören, sobald sich am rechten Rand des Histogramms ein „Stau" aufbaut.

Schwarzpunkt
Die Einstellung des Schwarzpunkts sollte ebenfalls mithilfe des Histogramms vorgenommen werden.

Zudem sollten Sie bei dieser Einstellung das endgültige Ausgabemedium berücksichtigen.
Wenn Sie für den Print arbeiten und hier den Schwarzpunkt zu weit nach rechts setzen, kann es sein, dass durch den Punktzuwachs im Druck die Schatten zulaufen.
Auch wenn Sie die Dateien ausbelichten lassen, sollten Sie vorher abklären, ob und wie stark der Belichter die Schatten absenkt.
Einige Labore machen das von sich aus, um aus flauen Bildern mehr Kontrast herauszuholen. Das kann natürlich bei gemappten HDRs nach hinten losgehen.

Gamma
Photomatix Pro bietet ebenfalls die Möglichkeit, bereits beim Tonemapping eine eigene Korrektur der Gammakurve einzustellen.
Dies hat nichts mit der bereits beschriebenen Gammaanpassung an unser Sehvermögen zu tun, sondern verändert die Tonkurve zusätzlich.
Im Endeffekt wird das Bild bei Gammawerten über 1 dunkler, bei Gammawerten unter 1 heller.

Farbtemperatur
Die Regelung der Farbtemperatur beim Tonemapping in Photomatix Pro ist nicht etwa wie bei der RAW-Entwicklung in Kelvin einstellbar.
Sondern lediglich auf einer groben Skala zwischen -10 und +10.Nur die Rot-Blau-Balance wird grob nach Sicht verschoben - besser und genauer erledigt man das bei der RAW Entwicklung.

Sättigung Lichter
Photomatix Pro bietet neben der Sättigungsanpassung für das gesamte Bild auch noch die Option, nur die Sättigung für die Lichter zu ändern.
Dies ist vor allem dann interessant, wenn die Schatten eine andere Farbtemperatur haben und gegenüber dem Rest des Bilds einen deutlichen Blaustich erhalten würden. Lichter sind dabei die Bereiche des Bildes, die tatsächlich einen höheren Lichtwert aufweisen, als andere Bereiche des Bildes.
Das muss nicht der Bereich sein, der beim Mappen heller ist. Ein blauer Himmel, der durch das Tonemappen vergleichsweise kräftig und dunkel wirkt, ist in der Realität heller als ein weißes Schild, das im Schatten liegt, aber eben durch die Kontrastkompression fast weiß wird. Die Sättigung Lichter würde den Himmel beeinflussen, die Dinge, die im Schatten liegen, aber nicht.

Sättigung Schatten
Umgekehrt kann man auch die Sättigung der Schatten getrennt einstellen, also nicht nur einen Blaustich verstärken, sondern auch eine Entsättigung vornehmen, was einen natürlicheren Eindruck erzeugt. Dieser resultiert aus der Annahme, dass Schatten schwarz seien, und daraus, dass man, durch bunte Schatten, wie sie Impressionisten und eben auch eine Digitalkamera zeigen, irritiert wird. Eine Entsättigung der Schatten erzeugt einen - wenn auch objektiv falschen - natürlicheren Bildeindruck. Der interne Weißabgleich des Auges ist so schnell, dass einem die andere Farbe der Schatten normalerweise nicht auffällt.

Mikrokontrast glätten
Die Funktion Mikrokontrast glätten wirkt auf den ersten Blick absurd, da ja der Mikrokontrast gerade erst mit viel Aufwand in das HDR-Bild „eingebaut" wurde. Diese Funktion unterscheidet sich jedoch erheblich von der oben behandelten Funktion. Während Mikrokontrast die beim Tonemapping bereits vorhandenen Kontrastkanten nur verstärkt, werden bei Mikrokontrast glätten diese Kontrastkanten mit einem Weichzeichner versehen und verschliffen. Einzelne Grashalme, die vorher einwandfrei zu unterscheiden waren, verschwinden in einer eher amorphen Wiese. Der Bildeindruck wird „normaler", das Bild wirkt ruhiger.

Lichter glätten
Mit dem Regler für Lichter glätten reduzieren Sie den Kontrast in den Lichtern. Dies kann dafür sorgen, dass Halos minimiert werden, es kann aber ebenfallsdafür sorgen, dass Zeichnung in Wolken verschwindet und sich, vor allem bei Aufnahmen im Wald, unschöne entfärbte Inseln im Himmel bilden. Allerdings kann der Regler auch verhindern, dass extrem helle Lichter grau dargestellt werden.

Schatten glätten
Damit lässt sich der Kontrast in den dunklen Bereichen reduzieren. Wenn vorher ein sehr detailstarkes und kontrastreiches Tonemapping angewandt wurde, bewirkt das Glätten der Schatten einen deutlich natürlicheren Bildeindruck. Sowohl Lichter glätten als auch Schatten glätten bewirken nicht etwa einen Weichzeichner wie das Glätten der Mikrokontraste, sondern gleichen tatsächlich nur die starken Kontrastkanten an. Diese beiden Regler sind vor allem dann sinnvoll, wenn Teile des Bilds eine scharfe, detailreiche Zeichnung erhalten, andere Tonwerte aber eher zurücktreten sollen.

Schatten beschneiden
Normalerweise versucht Photomatix Pro, die Schatten so weit wie möglich in die Mitteltöne zu pressen.
Das ist sinnvoll und auch der Sinn eines Tonemappings. Wenn jedoch in den Schatten zu viel Rauschen lauert, das den Bildeindruck verdirbt, ist es manchmal besser, die Schatten ins Schwarz „absaufen" zu lassen, bevor dort ein bunter Flickenteppich zum Vorschein kommt.Neben der ultimativen Waffe gegen Rauschen ist der Regler aber auch ein gutes Hilfsmittel, einem flachen Mapping etwas nachdrückliche Tiefe zu verleihen. Man sollte es nur nicht übertreiben.
Sie sehen, auch Bildbearbeitungs-Füchse müssen beim Erstellen von HDR-Bildern umdenken. Allerdings bieten sich Ihnen dank der umfangreichen Funktionen, die HDR-Programme wie Photomatix Pro bieten, ungeahnte kreative Möglichkeiten.



Offizieller Ratgeber von pixxsel - digitale Fotografie von Franzis

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