Kunstköder beim Angeln
Viele Menschen verbinden das Hobby "Angeln" mit einer - milde ausgedrückt - langweiligen Tätigkeit. Selbstverständlich kann man gemütlich und durchaus entspannt angeln, indem man einen Köder an den Haken hängt und diesen mit Hilfe eines Schwimmers beziehungsweise einer Pose den Fischen im Wasser anbietet.
Aber es geht auch noch anders und deutlich spannender. Bei der Verwendung von Kunstködern, welches häufig in Verbindung mit dem Spinnfischen steht, ist der Angler absolut aktiv beschäftigt und erlebt unglaubliche Spannung bei der Köderführung und dem hoffentlich anstehenden Biss der Fische.
In diesem Ratgeber möchte ich Ihnen gerne die oftmals nur kleinen aber feinen Unterschiede der verschiedenen Kunstköder, welche beim Angeln ihre Verwendung finden, vorstellen.
Was ist ein Kunstköder?
Man kann mit vielen Ködern auf die Fischjagd gehen. Dazu zählen lebende Köder wie Würmer, Maden oder Bienenmaden. Des weiteren gibt es noch die Gruppe der toten beziehungsweise nicht lebenden Köder wie (tote!) Köderfische, Mais, Teig und Brot.
Was aber sind Kunstköder? Ein Kunstköder ist nicht lebendig, wurde aus keinem Nahrungsmittel hergestellt und kann mehrere Male verwendet werden.
Angelmethoden mit Kunstköder
In diesem Ratgeber gehe ich in Verbindung mit den Kunstködern nur auf das Spinnfischen ein. Selbstverständlich können Kunstköder auch beim Schleppfischen (nahezu die Gleichen wie beim Spinnfischen) oder sogar beim Posenangeln (künstliche Maden, künstliche Würmer) eingesetzt werden. Diese beiden Arten sind an dieser Stelle zu vernachlässigen.
Gerade beim Posenangeln sollte auf natürliche Köder zurückgegriffen werden, da die Fische sich beim Schnappen der Beute Zeit lassen können - der Köder bewegt sich ja nicht - und beim Geschmack von Gummi oder Plastik oft die Flucht ergreifen und jegliches Interesse an dem Köder verlieren.
Arten von Kunstködern
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Kunstköder. In diesem Ratgeber stelle ich Ihnen die gebräuchlichsten 5 Ködergruppen vor. Zu dieser Gruppe gehören nachfolgend aufgelistete Arten:
- Wobbler
- Spinner
- Gummifisch
- Twister
- Blinker
Wobbler
Form und Aussehen
Der Wobbler besitzt die Form eines Fisches. Es gibt Wobbler, welche aus einem unbeweglichen Stück bestehen, zweigeteilte Modelle sowie mehrfach geteilte Köder.
Funktion / Lockwirkung
Der Wobbler verleitet den Fisch aufgrund seines Aussehens und seiner Bewegung zum Jagen. Er imitiert einen Köderfisch. Oftmals ist er sogar darauf ausgelegt, einen verletzten Fisch nachzustellen, um dem Jäger eine sichere Bedeute zu versprechen
Köderführung
Der Wobbler kann auf unterschiedliche Arten geführt werden. Die einfachste Weise ist das geradlinige Einholen des Köders. Interessanter wird er allerdings, wenn beim Einholen öfter kleinere Pausen gemacht werden, in denen der Wobbler je nach Modell Richtung Wasseroberfläche aufsteigt oder ein Stück in die Tiefe sinkt. Auch ein Richtungswechsel während des Einholens kann den Jäger, also den Raubfisch, zum Anbeißen verführen
Wobbler
Spinner
Form und Aussehen
Der Spinner ist ein Fantasiegebilde, er ähnelt keinem Lebewesen, welches sich in dem Gewässer befindet. Eine Ausnahme bilden die Spinner, welche eine Art Gummifisch an ihrem Ende besitzen. Jedoch ist hier nur ein Teil des Köders, nämlich der Fisch, einem Lebewesen nachempfunden.
Funktion / Lockwirkung
Nahezu alle Fische besitzen ein stark ausgeprägtes Seitenlinienorgan, welches sie als Ferntastsinn nutzen. Durch diese Organ werden Druckwellen aufgenommen und von dem Fisch interpretiert. Der Spinner erzeugt durch das Drehen des Spinnerblättchens solche Druckwellen, welche den Fisch zum Jagen animieren. Der optische Aspekt ist bei diesem Köder zu vernachlässigen.
Köderführung
Der Spinner wird meist ohne Pausen eingezogen, da er kein Lebewesen imitieren soll. Es ist jedoch ratsam, die Richtung sowie die Geschwindigkeit beim Einholen zu variieren.
Spinner
Gummifisch
Form und Aussehen
Bei keiner anderen Kunstköderart gibt es eine solch große Vielfalt wie bei den Gummifischen. Es gibt sie in nahezu jeder Größe und Farbe. Sie sind den Fischen nachempfunden, welche die natürliche Beute der Raubfische darstellen. Durch ihr Aussehen imitieren sie also die natürliche Nahrung der Jäger.
Funktion / Lockwirkung
Gummifische sind meist sehr detailgetreu den in einem Gewässer lebenden Kleinfischen, also der üblichen Beute der Raubfische, nachempfunden. Durch ihr Aussehen und durch ihre Schwimmbewegungen animieren sie den Jäger zum Biss.
Köderführung
Kein anderer Köder ist in Sachen Köderführung so vielfältig wie der Gummifisch. Dem Angler sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Egal ob der Köder mit einem Mal eingeholt wird oder ob man ihn während des Einholens aufsteigen oder absinken lässt, ihn beschleunigt oder verlangsamt, seine Richtung ändert, ihn stoßweise einholt oder sonst was mit ihm anstellt, solange es einem echten Fisch nachempfunden ist wird sich hier der Erfolg, also der Fang, ergeben.
Gummifisch
Twister
Form und Aussehen
Auch der Twister besteht aus Gummi. Sein auffälligstes Merkmal ist der gebogene Schwanz. Mit viel Fantasie könnte man sagen, dass er annähernd den Lebewesen in einem Gewässer ähnelt.
Funktion / Lockwirkung
Durch sein Aussehen und vor Allem seine Schwanzbewegung lockt er die Raubfische an. Aufgrund der Form "flattert" sein Schwanz recht stark beim Einholen.
Köderführung
Der Twister wird meist ohne Pausen, jedoch mit gelegentlichen Richtungswechseln sowie Geschwindigkeitsanpassungen eingeholt. Manch ein Angler lässt ihn beim Einholen auch kurz absinken um einen verletzten Fisch zu imitieren.
Twister
Blinker
Form und Aussehen
Der Blinker ist ebenfalls ein Fantasiegebilde. In seiner Form ist er keinem Lebewesen aus einem Gewässer nachempfunden. Lediglich seine Bemalung kann einem Fisch ähneln. Einige Modelle besitzen ein aufgeklebtes "Auge", was an einen Fisch erinnern soll.
Funktion / Lockwirkung
Der Blinker sendet durch seine Bewegung, wie der Spinner auch, Reize auf das Seitenlinienorgan der Fische aus. Im Gegensatz zum Spinner verbreitet der Blinker auch durch seine Form und Farbe einen gewissen Reitz, welcher den Raubfisch zum Biss verleiten kann.
Köderführung
Die Köderführung ähnelt der Führung des Spinners. Der Blinker wird in der Regel an einem Stück eingeholt. Auch hier kann die Richtung sowie die Geschwindigkeit verändert werden.
Blinker
Zusammenfassung
Es lässt sich nur schwer, ich behaupte sogar gar nicht sagen, welcher Kunstköder erfolgreicher ist. Je nach Wetter, Zielfisch, Witterung und "Laune" der Fische ist man an einem Tag oder an einem Gewässer mit einem bestimmten Köder erfolgreicher als an einem Anderen. Beachten sollte man allerdings, dass die beschriebenen Arten der Kunstköder nur für Raubfische interessant sind. Friedfische werden auf diese Köder nicht beißen.
Mein Tip: Alles einmal ausprobieren - und wer fängt hat Recht!
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