Arbeitsgeräte für die Pommes Produktion - ZWEITER STREICH
Im ersten Streich meines märchnhaft anmutenden Vielteilers "World of Pommes" habe ich schon eingehend beschrieben welch traumhafter Geschmack und Sinnesgenuss das Gold von Mutter Erde hervorbringen kann. Jetzt geht es nur noch um die alchemistischen Fähigkeiten aus den kleinen Erdpflanzen "echtes" Gold zu zaubern. Simsalabim und Hokuspokus machen den Kohl nicht fett. Nur ordentliche Wascherei und Schnibbelei führen zum hart zu erkämpfenden Erfolg.
Die gekauften Kartoffeln immer schön unter fließendem Wasser abschrubben. Ein Schwamm ist dabei ideal. Natürlich ohne Seife. Sonst gibt es beim anschließenden Pommes Genuss noch Schaum vorm Mund wie bei der Tollwut.
Häuten oder Haut dran lassen? Welch eine Frage. Eine Maske aus der Haut der armen Kartoffelopfer basteln? So wie Hannibal Lector im Schweigen der Lämmer? Das käme mir nie im Leben in den Sinn. Also was ist jetzt mit der Kartoffelhaut? Reine Geschmacksache oder hat die kannibalische Häutungsprozedur irgendwo einen tief verborgenen Grund? Die echten Superpommes müssen OHNE lästiges Häutchen gemacht werden. Beschneidung ist angesagt. Aua, aua, aua. Alle anderen Rezepturen erinnern mich sonst zu stark an Kartoffelspalten. Die schmecken durchaus (fast) genau so lecker wie Pommes. Doch dafür müsste ich wohl für die Gourmets unter uns einen weiteren Ratgeber schreiben. Über die World of Kartoffelspalten.
Die richtigen Kartoffeln gewählt, abgewienert, gepellt oder geschält. Was von der Kartoffel da übrig bleibt ist schon mal ein ganzes Stück kleiner als das was aus dem Supermarkt getragen wurde. Deshalb die Kartoffeln beim Kauf nie zu klein wählen. Sonst gibt es keine langen, goldenen Knusperstangen. Allenfalls mickerige Zwergenzahnstocher.
Nicht genug bei der harten Küchenarbeit geschwitzt? Nööö? Es fängt doch gerade erst an spaßig zu werden. Und richtig heiß. Es gibt die Frittösen-Junkies und die Pommes-Pott-Fetischisten. Wer sich die Sache einfach machen möchte, der kauft eine schöne Frittöse. Das geht quasi alles automatisch. Fett rein. Pommes rein. Anleitung der Frittöse beachten. Am Ende kommen die fertigen (hoffentlich nicht zu fettigen) Pommes raus. Aber eine Frittöse ist nicht zwangsmäßig eine Voraussetzung. Viele Leute wissen überhaupt nicht wohin mit diesem zusätzlichen Haushaltsgerät. Teilweise rentiert sich die Anschaffung für "einmal im Monat Pommes" überhaupt nicht. Wobei das natürlich reine Ansichtssache ist. Alternativ hilft hier ein Pommes-Topf weiter. Das ist ein stabilder, großer Topf mit lose eingelassenem Gittereinsatz.
Leute die alles selbst machen wollen wählen darum (so wie ich) lieber den Frittentopf. Hier nun mein kleines, verborgenes Geheimrezept das ich nur engsten Freunden verrate. Einen Liter gutes Frittenöl (wenn ich ganz viele Pommes brauche natürlich etwas mehr) gebe ich in den Pommes-Frites-Spezialtopf. Dann heize ich vor. Die Kartoffeln müssen zu diesem Zeitpunkt schon in kleine Kartoffelschnitzel geschnitten sein und eine Stunde in kaltem Wasser gelegen haben.
Die Kartoffelschnitzel kommen jetzt maximal fünf Minuten in das siedende Fett hinein. Immer schön locker. Den Topf nicht bis zum Rande füllen. Maximal ein Händchen voll heinein. Wir haben schließlich Zeit. Nach Ablauf der fünf Minuten schöpfe ich die anfrittierten Pommes aus dem Öl heraus. Lasse diese kurz etwas kälter werden. Kleine Pause.
Im Anschluss kommen die Pommes noch einmal in das heiße Fett hinein. Werden richtig schön knackig frittiert bis die Farbe stimmt. Mit diesem kleinen Trick ist die Hülle leicht kross. Das Innere lässt sich trotzdem noch gut und locker beißen. Fehlt noch eine Quentchen (eine Fingerspitze) voll Salz. Vorsichtig über den in einem Sieb liegenden Frittenberg gestreut und mit ein paar kräftigen Schüttlern verteilt. Voila ! Best Pommes of the World ready für eine kräftige Futterorgie !
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