Überblick über Milchnahrungen
Klar! Wir wissen es alle: Stillen ist das beste für das Baby.
Wenn man aber nicht stillen kann oder stillen will, gibt es eine Vielzahl an Milchnahrungen für Babys, die ebenfalls eine gut Ernährung sicherstellen.
Ich möchte in diesem Ratgeber einen Überblick über das Angebot an verschiedenen Milchnahrungen geben. Dabei möchte ich aber keine konkrete Empfehlung für eine bestimmte Sorte abgeben, da ich aus vielen verschriebenen Gesprächen mit anderen Müttern weiß, dass eine Milchnahrung, die von einem Kind gut vertragen wird, noch lange nicht von einem anderen Kind vertragen wird oder diesem einfach nicht schmeckt und so verweigert wird.
Milch ist bei weitem das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Alle Milchnahrungen sind daher bedenkenlos verwendbar. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, welche Nährstoffe in einer Baby Milchnahrung enthalten sein dürfen und welche nicht.
Was ist denn dann nun der Unterschied zwischen einer günstigen und einer teureren Baby Milchnahrung?
Der Unterschied besteht hier vor allen Dingen darin, dass die günstigere Babymilchnahruung mehr auf Sättigung setzen, die teureren massiv daran arbeiten, immer mehr Muttermilchnähe zu erlangen. Dies wird durch bestimmte Zusätze erreicht.
- Prebiotik: Ballaststoffe, die zu einer gesunden Darmflora beitragen, diese dienen als Nährstoffe für gute probiotische Milchsäurekulturen
- Probiotik: Lebende gute Milchsäurekulturen, die unerwünschte Keime im Darm abwehren
Prebiotische und Probiotische Zusätze zu Milchnahrungen reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Atemwegserkrankungen, Magen-Darm-Infekten, allergischen Hauterkrankungen. Zudem wirken sie verdauungsfördernd und reduzieren Verstopfungen.
- LCP: LCP ist ein wichtiger Bestandteil der Muttermilch. Diese langkettigen mehrfach ungesättigten Fettsäuren fördern die Entwicklung von Gehirn- und Nervenzellen und werden daher mittlerweile vielen Babynahrungen zugesetzt.
Säuglingsanfangsnahrung
Darunter wird Milchnahrung verstanden, die Babys in den ersten 4 - 6 Lebensmonaten zur alleinigen Ernährung geeignet ist.
Dabei wird unterschieden zwischen:
Pre-Milch: Pre-Milch ist von den unterschiedlichen Milchnahrungen der Muttermilch am nächsten und enthält als einziges Kohlehydrat Lactose.
Anfangsmilch: enthält als zusätzliches Kohlehydrat Stärke und ist damit grundsätzlich besser sättigend, dafür aber nicht mehr so muttermilchnah.
Es ist im übrigen nicht zwingend erforderlich, nach der Pre-Milch auf Anfangsmilch und Folgemilchen umzusteigen. Pre-Milch kann im gesamten ersten Lebensjahr gegeben werden, in Kombination mit der Einführung einer geeigneten Beikost.
Folgemilchnahrungen sind mit einer 2 oder 3 auf der Packung versehen und sollten frühestens ab dem 6. Lebensmonat gegeben werden. Sie unterscheiden sich von Anfangsmilchnahrung durch die Verwendung von verschiedenen Kohlenhydrate bzw. Stärke, eine andere Eiweißkomponente und ein längeres Sättigungsgefühl durch eine längere Verweildauer im Magen.
Die meisten Hersteller von Babynahrung bieten mittlerweile auch eine Kindermilch ab dem 1. Lebensjahr an. Diese ist zumeist mit Eisen und ggf. zusätzlichen Stoffen wie prebiotischen Ballaststoffen an und weist ggf. einen reduzierten Eiweißgehalt auf.
Grundsätzlich benötigt man diese Milch eigentlich nicht, da Kinder in diesem Alter bereits gut Kuhmilch trinken können und zusätzliche Nährstoffe über die normale Ernährung zusätzlich zu sich genommen werden können.
Man sollte aber darauf achten, kein Produkt mit Süß- oder speziellen Geschmackszusätzen (z.B. Bananengeschmack) zu wählen, um später keine Probleme zu bekommen, Kinder auf normale Kuhmilch umzustellen.
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