Für jeden Schmerz das richtige Schmerzmittel
Nicht jedes Schmerzmittel hilft gegen jeden Schmerz gleich gut. Ist Paracetamol z.B. gut bei Kopfschmerzen geeignet, so ist die Wirkung bei Zahnschmerzen geringer.
Der vorliegende Ratgeber soll daher - gegliedert nach Schmerzarten - aufzeigen, welche Schmerzmittel besonders gut zur Linderung der jeweiligen Schmerzart geeignet sind.
ACHTUNG: Auch wenn es die allermeisten Schmerzmittel rezeptfrei gibt, so sind es doch ernstzunehmende Medikamente. Deshalb immer unbedingt gründlich die Beipackzettel lesen und niemals mehr als die empfohlene Tagesdosis einnehmen. Manche Schmerzmittel können in Überdosis gravierende Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Empfindet Ihr die angegebene Tageshöchstdosis zur Schmerzlinderung als nicht ausreichend, dann fragt bitte Euren Arzt um Rat.
Des weiteren muss auch die maximale Behandlungsdauer (i.d.R. maximal 3 Tage) beachtet werden. Eine zu häufige Einnahme kann Gesundheitsschäden, Abhängigkeiten oder Dauerkopfschmerzen verursachen.
Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Dazu gehören Stress, Erkältung, Bluthochdruck und andere.
Gegen Kopfschmerzen können grundsätzlich fast alle frei verkäuflichen Schmerzmittel eingenommen werden. Diese wirken aber von Mensch zu Mensch unterschiedlich gut und verursachen auch in unterschiedlichem Umfang Beschwerden.
Im folgenden möchte ich Euch einen kurzen Überblick über die gängigen Wirkstoffe zur Schmerzlinderung für Kopfschmerzen geben:
Ibuprofen wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Durch die Einnahme wird die Schmerzweiterleitung reduziert, da der zuständige Botenstoff - das Prostaglandin - gehemmt wird. Häufige Nebenwirkungen sind Unverträglichkeiten im Magen-Darm-Trakt.
Naproxen findet vor allem bei leichten bis mäßig starken Schmerzen, Entzündungen und Fieber Anwendung. Auch hier sind häufige Nebenwirkungen Beeinträchtigungen des Magen-Darm Bereichs.
(ASS) wirkt nicht nur gegen Schmerzen, sondern wirkt auch fiebersenkend und entzündungshemmend. Nachteil sind allerdings relativ häufige Nebenwirkungen, insbesondere Magen-Darmbeschwerden, Übelkeit, etc.
Durch die blutverdünnende Wirkung wird ASS auch häufig als Prophylaxe bei Herzinfarktrisiko eingenommen.
Paracementol ist ein schmerzstillender und fiebersenkender Wirkstoff, besitzt aber keine entzündungshemmende Wirkung. Paracetamol ist wg. möglicher Leberschäden bei Überdosierung sehr ins Gerede gekommen. Ist aber sehr magen- und darmschonend, wird auch oft bei Babys und Kleinkindern zur Fiebersenkung (125 mg) eingesetzt.
Kombi-Präparate aus mehreren Wirkstoffen halte ich allenfalls im Rahmen einer Migränetherapie für sinnvoll. Warum sollte man seinen Körper mehreren schmerzstillenden Wirkstoffen aussetzen, die ja jeweils weitere Nebenwirkungen haben können, wenn doch auch ein schmerzstillendes Mittel diesen Effekt erzielt?
Einen Zusatz von Koffein oder Wirkbeschleunigern halte ich jedoch für sinnvoll, da damit eine schnellere Wirkung erzielt werden kann und ggf. durch die bessere Aufnahme eine geringere Wirkstoffmenge ausreicht.
Achtung: Kopfschmerz an sich ist keine Krankheit, sondern ein Symptom auf einen Zustand, den der Körper als nicht in Ordnung empfindet. Wer sehr häufig unter Kopfschmerzen (> 10 mal pro Monat) leidet oder unter migräneartigen Schmerzattacken leidet, sollte unbedingt die Ursache durch einen Arzt abklären lassen. Der Arzt erarbeitet dann auch gemeinsam mit dem Patienten eine individuelle Schmerztherapie.
Grundsätzlich sollte man immer, wenn man Zahnschmerzen hat, einen Zahnarzt aufsuchen, weil Zahnschmerzen in der Regel eine konkrete Ursache haben. Je früher man dann den Zahnarzt aufsucht, desto größer die Chance, dass ein Zahn doch noch zu retten ist.
In der Regel ist Ibuprofen der beste Wirkstoff bei Zahnschmerzen und wird in der Regel von Zahnärzten auch empfohlen. Oft werden sofort die 600 mg Tabletten empfohlen. Diese sind auch verschreibungspflichtig.
Meine Empfehlung ist aber (sofern nicht gerade ein Zahn gezogen wurde) erst einmal mit einer geringen Dosis (z.B. eine halbe 400 mg Tablette) zu beginnen und lieber bei Bedarf nochmals nachzulegen. Toll sind Kombi-Präparate aus Ibuprofen und Lysinat, da das Lysinat die schmerzlindernde Wirkung beschleunigt, was ja gerade bei Zahnschmerzen oftmals angezeigt ist.
Paracetamol wirkt gegen Zahnschmerzen weniger gut als Ibuprofen (ist klassisch eher ein Mittel gegen Kopfschmerzen), kann aber z.B. bei Unverträglichkeit von ibuprofen auch genommen werden.
Abzuraten ist bei Zahnschmerzen jedoch von Präparaten, die Acetyl-Salycil-Säure (ASS) enthalten, da diese blutverdünnend wirkt, was z.B. wenn dann doch der Zahn gezogen werden muss oder der Zahnarzt schneiden muss, ungünstig ist.
Völlig nebenwirkungsfrei und bei Zahnschmerzen ebenfalls zu empfehlen ist es, die betroffene Stelle mit einer Kühlkompresse, die im Gefrierfach aufbewahrt wird, zu kühlen. Bitte die Kühlkompresse unbedingt in ein Tuch einwickeln. Sonst drohen Erfrierungen im Gesicht.
Die mit der Menstruation einhergehenden Veränderungen im Körper, die mit der Menstruation zusammenhängen verursachen vielen Frauen Beschwerden. Typisch sind Schmerzen im Unterleib, aber auch im Rücken oder in den Oberschenkeln. Die Schmerzen können krampfartig, aber auch dumpf oder ziehend sein. Oftmals gibt es noch Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erschöpfung, Schwindel, Wassereinlagerungen oder Kopfschmerzen.
Gegen Regelschmerzen können grundsätzlich alle gängigen Schmerzmittel eingenommen werden, die die Wirksoffe ASS, Paracetamol oder Ibuprofen enthalten.
Besonders gute Erfahrungen habe ich selbst jedoch mit folgenden Medikamenten gemacht:
Dolormin für Frauen: Enthält den Wirkstoff Naproxen, das die Prostaglandin-Bildung hemmt. Zudem verursacht das Prostaglandin, dass sich die Gefäße in der Gebärmutter zusammenzuziehen und so das Abstossen der Gebärmutterschleimhaut, was Schmerzen und Krämpfe verursacht. Wird die Bildung des zuständigen Botenstoff gehemmt, lassen auch die Schmerzen nach.
Buscopan: Bei krampfartigen Schmerzen hat sich bei mir Buscopan (ein krampflösendes Mittel sehr gut bewährt).
BUSCOPAN PLUS
Gelenk- und Rückenschmerzen bringen Betroffene oftmals fast an den Rand der Verzweiflung, weil die Schmerzen die Bewegungsfreiheit stark einschränken.
Besonders geeignet sind hier die Medikamente Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac (Wirkstoff von Voltaren), weil diese auch entzündungshemmend wirken.
Man kann die Wirkstoffe als Tabletten einnehmen. Bewährt haben sich bei Gelenkschmerzen und Rückemschmerzen aber auch Schmerzgels.
Diese haben im Vergleich zu Tabletten 2 große Vorteile:
- Der Wirkstoff wird sehr schnell aufgenommen und schnell ins schmerzende Gewebe transportiert. Einsatz der Wirkung nach etwa 15 Minuten.
- Da Schmerzgels nur lokal angewendet werden und nicht eingenommen werden, wird der Organismus deutlich weniger belastet.
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