Mondfotografie für Anfänger
Zu Zeiten der bezahlbaren SuperZoom-Kameras und in denen sogar die einfachen Kompakten Kameras schon über kräftige Zoom-Objektive verfügen, versuchen immer mehr Leute, auch mal ein schönes Foto vom Mond aufzunehmen
Doch fast immer scheitert das gewünschte Bild an den Automatiken der Kameras,
die die Extremen des nächtlichen Himmels nicht beherrschen können. Leider bieten nicht alle Kameras einen manuellen Modus, hierauf muss man beim Kauf ggf. achten.
Der Mond leuchtet sehr hell, dahinter ist es buchstäblich Pechschwarz. Ein für die Automatiken zu großer Kontrast. Doch es gibt Abhilfe.
Jeder von uns kennt sie, die Faszination, die vom Mond ausgeht.
Ich könnte ihn manchmal ewig anstarren, fasziniert von der Entfernung und dem tollen Anblick. Wer schon mal nachts bei Vollmond draußen war, weiß, wie hell der Mond die Erde erleuchten kann. Manchmal ist es so hell, dass man nachts ohne Taschenlampe praktisch alles sehen kann.
Einst wollte ich mal mit meiner SuperZoom Kamera ein Bild vom Vollmond machen. Das Ergebnis war leider sehr schlecht, obwohl ich eine durchaus hochwertige Digitalkamera hatte (Canon S3 IS), samt 12x optischen Zoom.
Trotz Nachtmodus waren keine Konturen, Berge oder Kratzer auf dem Bild des Mondes zu erkennen. Einfach nur ein weißer Fleck mit schwarzem Hintergrund. Nichts war von dem tollen Mond zu erkennen, den ich vorher mit meinen eigenen Augen dort am Himmel gesehen hatte.
Doch ich habe bereits am zweiten Abend ein wenig rum experimentiert und herausgefunden, dass die Automatiken der Kamera für solch starke Kontraste nicht ausgelegt sind.
Ich habe also die Kamera in den manuellen Modus gebracht und einfach mal ein wenig rum probiert. Dabei habe ich festgestellt, dass man für ein Foto vom Mond trotz eines starken Zoomobjektives kein Stativ braucht. Dadurch, dass der Mond sehr hell leuchtet, ist eine sehr kurze Verschlusszeit notwendig, um den Moment korrekt zu belichten.
Ich habe im manuellen Modus bei Blende Acht mit einer Belichtungszeit von unter 200 ms also 1/200 Sekunde ein relativ gutes Bild vom Mond bekommen, auf den man so ziemlich alles erkennen kann. Diese Verschlusszeit kann man noch gut aus der Hand halten.
Natürlich ändert sich die Leuchtstärke des Mondes unter anderem dadurch, wie viel Dunst & co. in unserer Atmosphäre ist und wie gerade die Sonne-Mond-Erde Konstellation im Weltall ist.
Wer allerdings die Möglichkeit und die Lust dazu hat, und ein wenig rum probieren möchte,
dem empfehle ich ganz einfach den manuellen Modus der Kamera und dann probiert man einfach mal etwas mit der Belichtungszeit rum. Dadurch kann man auch eine ganze Menge lernen.
Für ein ordentliches Mondbild, auf dem man auch ein wenig was erkennt, sollte man eine Kamera mit einem etwa 7-10 fachen Mindestzoom haben.
An einer Spiegelreflexkamera sollte ein Objektiv mit mindestens 200mm Brennweite zur Verfügung stehen. Wer kein solches Objektiv besitzt und auch keines kaufen möchte, der kann vielleicht bei einem Freund oder einem Bekannten, der ebenfalls und fotografiert, das eine oder andere Teleobjektiv leihen.
Ich hatte dieses Glück und habe mir dazu noch einen zweifach Tele-Konverter bei eBay zugelegt um ein wirklich großes Foto vom Mond zu bekommen. Mit insgesamt 1000mm (500 mm Teleobjektiv plus zweifach Konverter) habe ich an meiner Nikon D700 das Bild aufgenommen dass sie hier sehen können.
Mit der Canon S3 IS 12x Zoom
D80 18-200VR bei 200mm
D80 mit 18-200VR bei 200mm 2x Telekonverter, also 600 Tele mit 1,5x Crop
Nikon D700 500mm 2x Telekonverter
Bei den Einstellungen der Kamera sollte man auf niedrige ISO-Werte achten, die Blende kann relativ weit offen bleiben, ja nach Objektiv.
Wer noch keine Kamera hat und die Mondfotografie interessiert, der sollte beim Kauf einer Kamera dann auch die Endbrennweite des verbauten Objektivs achten.
Spiegelreflex-Nutzer brauchen nicht unbedingt ein extrem hochwertiges Objektiv: Als alternative für das eine oder andere Objektiv würde auch ein Konverter in Frage kommen.
Diese haben meist in der Bildmitte eine gute Auslösung, die zum Bildrand hin nachlässt, weshalb sie einen eher schlechten Ruf genießen. Für Mondbilder aber sind sie meiner Erfahrung nach absolut ausreichend.
Übrigens bietet insbesondere eine Mondfinsternis die Gelegenheit, phantastische Bilder aufzunehmen. Da der Mond hier aber stark verdunkelt wird, ist hier ein Stativ sehr hilfreich und auch die Erhöhung des ISO-Wertes bei verwackelten Aufnahmen ratsam.
Hier ein Bild von der Sonnenfinsternis vom 4. März 2007.
Mit der alten Canon S3 IS aus Flensburg aufgenommen.
12x Zoom und etwas experimentieren haben für diese Aufnahme gereicht.
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