Digitalkameras für Fortgeschrittene
Wer schon eine Digitalkamera hat und sich aus dem unterschiedlichsten Gründen für ein etwas besser ausgestattetes Modell umschaut, ist hier richtig.
Aus meiner Erfahrung heraus versuche ich Tipps und Hinweise aus erster Hand zu geben.
Als Einsteiger habe ich einst am eigenen Leib erfahren, was eine gute Digitalkamera mit einem anstellen kann. Plötzlich findet man sich immer wieder unterwegs oder in Wäldern kriechend wieder, auf der Suche nach DEM Wassertropfen, deram Ende eines besonders schönen Blattes herunter läuft um demnächst als Leinwand den Flur verschönern soll…
Wer diese oder ähnliche Situationen kennt, hat wohl auch schon bemerkt, dass die Einsteigerkameras hier und da ganz einfach nicht ausreichen. Man könnte es mit einem 10 Jahre alten Corsa mit 1l-Motor vergleichen: Natürlich KANN man damit von Hamburg nach München fahren und kommt auch irgendwann an. Aber in einem schicken, neuen 1,6er Astra (nur, um bei Opel zu bleiben), kommt man einfach bequemer und vielleicht auch besser an..
Wer deutlich mehr machen möchte mit der nächsten Digitalkamera, sollte sich auch die DSLR-Systeme anschauen. Canon und Nikon sind her die Platzhirschen und bieten ausgefeilte Systeme und umfangreiches Zubehör an. Ein Einsteigerpaket mit einem 3-Fach Zoom-Objektiv gibt’s ab ca. 500€
Dann kann man sich noch mit entsprechendem Zubehör auf die ganz persönlichen Vorlieben ausstatten, zum Beispiel ein Makro-Objektiv zulegen, wenn man besonders gerne kleine Objekte groß machen möchte.
Dies lohnt sich meiner Meinung nach aber nur, wenn man weiß, was man will.
Ein gutes Zwischending zwischen den kompakten Digitalkameras und den großen DSLR-Kameras, wären die Superzoom bzw. Bridge-Kameras. Diese sind meist größer als die kleinen Digitalkameras, aber immer noch kleiner als eine DSLR. Und sie bieten deutlich mehr Möglichkeiten. Große Zoombereiche zum Beispiel: Nicht selten haben diese Kameras 7-30 fachen Zoom im Brennweitenbereich von unter 24mm bis über 800mm.
Um solche Brennweitenbereiche mit einer DSLR abzudecken, sind meist finanzielle Mittel nötig, die man auch ein einen Kleinwagen investieren könnte. Natürlich sind hier dann auch andere Qualitätsansprüche zu stellen.
Ich hatte eine solche Superzoom (eine Canon S3 IS) als Zwischenstufe, bevor ich mir eine DSLR-Kamera kaufte. Die Möglichkeiten damit waren schier beeindruckend.
Dazu kam die durch das größere Gehäuse resultierende deutlich bessere Handhabung:
Durch den Griff, in dem die Batterien eingesetzt wurden, hatte man die Kamera stets gut im Griff. Als Beispiel wäre hier die Canon PowerShot SX 20 IS oder die Canon PowerShot SX1 genannt.
Mittlerweile gibt es auch schon Modelle, die ohne den praktischen Griff auskommen und dann aussehen, wie eine etwas größere, normale Digitalkamera. Hier wäre die Canon SX210 IS oder von Nikon die Coolpix S8100 als Beispiele genannt. Sie sind wegen des „fehlenden“ Griffes natürlich auch kleiner und passen vielleicht noch in die Jackentasche.
Über die benötigten technischen Daten kann man sich nun streiten.
Ich denke, dass 10 MegaPixel absolut ausreichend sind. Je niedriger der Wert ist, desto eher kann man meist noch höhere ISO-Werte zum vermeiden von Verwacklungen nutzen.
Mehr Pixel braucht nur, wer große Bilder ausbelichten will oder oft Bildausschnitte verwendet.
Ausreichend optischer Zoom (Hier darauf achten, dass es sich um optischen und NICHT Digitalen Zoom handelt. Letzterer wirkt sich Qualitätsmindernd auf das Bild aus!)
Auch sollte ab einer gewissen Zoom-Leistung (Telestellung) ein Bildstabilisator vorhanden sein. Dieser wird bei Canon mit IS (Image Stabilisation), bei Nikon mit VR (Vibration Reduction) bei Sigma mit OS (Optical Stabilisation) und bei Tamron mit VC (Vibration Compensation) abgekürzt. Allesamt machen aber dasselbe: Leichte Vibrationen und kleine Wackler des Fotografen ausgleichen.
Schlecht sind Bildstabilisator die mit „Digital“ beschrieben werden. Hier wird einfach von der Kamera ein höherer ISO-Wert eingestellt, was der Bildqualität nicht zugute kommt!
Großer Bildschirm: Heutzutage Standard sind mindestens 5cm Displays. Nur so kann man gleich abschätzen, ob das Foto gut geworden ist, also scharf und richtig belichtet ist. Ich finde die Dreh- und schwenkbaren Displays von Canon sehr gelungen, da sie auch außergewöhnliche Perspektiven ohne sportliche Höchstleistungen erlauben ;-)
Beim Zubehör würde ich eine passende Tasche und ausreichend Speicherkarten & gute Akkus, wie z.B. die Sanyo Eneloops oder Ansmann Max-E einpacken.
Auch ein externer Blitz könnte interessant sein oder ein Adapter-Tubus für z.B. Polfilter.
Die absoluten Topmodelle unter den Kompakten Kameras sind übrigens aktuell die Nikon P7000 und die Canon G12. Die haben zwar nicht den krassen Superzoom dabei, dafür aber unzählige Einstellungsmöglichkeiten für Maximale Freiheit beim Fotografieren!
Viel Spaß beim Fotografieren!
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