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Telezoom-Objektive für Nikon APS-C Digital SLRs
In meinem Ratgeber "Standardzoom Objektive für Nikon APS-C Digital SLRs" finden Sie eine Einführung. Bitte beachten Sie auch die dort aufgeführten wichtigen Hinweise für Nutzer von Nikon DSLR-Kameras ohne eigenen AF-Motor.
Im Teil 2 geht es um Telezoom-Objektive für die Nikon APS-C Spiegelreflexkameras. Ich vergleiche vier aktuelle Telezoom-Objektive von Nikon mit einer Zoomoptik der Firma Sigma. Ergänzend ziehe ich noch eine Festbrennweite hinzu.
AF-S Nikkor DX 55-200 und AF-S Nikkor DX 55-200 VR
AF-S Nikkor DX 55-200 mm f4.0-5.6G
Das AF-S Nikkor DX 55-200 ist mit 7,9 cm Länge, 6,8 cm Durchmesser und 255 Gramm
Gewicht ein kleines und leichtes Objektiv. Es hat eine Standard-Lichtstärke von 4.0 bis 5,6.
Der Zoom deckt einen Bereich von 55-200 mm ab.
Die AF-Leistung ist gut. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist nicht möglich.
Die Frontlinse rotiert, was den Einsatz eines Polfilters erschwert. Der manuelle Fokusring
ist nur schmal, und das manuelle Fokussieren ist daher recht unkomfortabel.
Ein Bildstabilisator ist nicht vorhanden.
Die Bildqualität ist relativ gut und fällt klassenüblich zur längsten Brennweite hin etwas ab.
Abblenden wird empfohlen.
Das Objektiv ist ab etwa rund 200 Euro zu bekommen.
AF-S Nikkor DX 55-200 mm f4.0-5.6G VR
Das AF-S Nikkor DX 55-200 VR ist mit 10 cm Länge, 7,3 cm Durchmesser und 335 Gramm
Gewicht ein kleines und leichtes Objektiv.
Die übrige Ausstattung ist identisch.
Die Bildqualität ist auf vergleichbarem Niveau.
Das Objektiv besitzt zusätzlich einen optischen Bildstabilisator.
Das Objektiv ist ab etwa rund 250 Euro zu bekommen.
Das AF-S Nikkor DX 55-200 ist mit 7,9 cm Länge, 6,8 cm Durchmesser und 255 Gramm
Gewicht ein kleines und leichtes Objektiv. Es hat eine Standard-Lichtstärke von 4.0 bis 5,6.
Der Zoom deckt einen Bereich von 55-200 mm ab.
Die AF-Leistung ist gut. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist nicht möglich.
Die Frontlinse rotiert, was den Einsatz eines Polfilters erschwert. Der manuelle Fokusring
ist nur schmal, und das manuelle Fokussieren ist daher recht unkomfortabel.
Ein Bildstabilisator ist nicht vorhanden.
Die Bildqualität ist relativ gut und fällt klassenüblich zur längsten Brennweite hin etwas ab.
Abblenden wird empfohlen.
Das Objektiv ist ab etwa rund 200 Euro zu bekommen.
AF-S Nikkor DX 55-200 mm f4.0-5.6G VR
Das AF-S Nikkor DX 55-200 VR ist mit 10 cm Länge, 7,3 cm Durchmesser und 335 Gramm
Gewicht ein kleines und leichtes Objektiv.
Die übrige Ausstattung ist identisch.
Die Bildqualität ist auf vergleichbarem Niveau.
Das Objektiv besitzt zusätzlich einen optischen Bildstabilisator.
Das Objektiv ist ab etwa rund 250 Euro zu bekommen.
AF-S Nikkor 70-300 mm f4,5-5,6 G ED-IF VR
AF-S Nikkor 70-300 mm f4.5-5.6 G ED-IF VR
Das AF-S Nikkor 70-300 VR ist mit 14,3 cm Länge, 8 cm Durchmesser und 745 Gramm Gewicht
ein mittelgrosses und mittelschweres Objektiv. Es hat eine Standard-Lichtstärke von 4.5 bis 5,6.
Der Zoom deckt einen Bereich von 70-300 mm ab.
Die AF-Leistung ist gut. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist gross genug,
und das manuelle Fokussieren ist komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist sehr gut und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall.
Abblenden ist nicht erforderlich.
Das Objektiv ist ab etwa rund 400 bis 450 Euro zu bekommen.
Das AF-S Nikkor 70-300 VR ist mit 14,3 cm Länge, 8 cm Durchmesser und 745 Gramm Gewicht
ein mittelgrosses und mittelschweres Objektiv. Es hat eine Standard-Lichtstärke von 4.5 bis 5,6.
Der Zoom deckt einen Bereich von 70-300 mm ab.
Die AF-Leistung ist gut. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist gross genug,
und das manuelle Fokussieren ist komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist sehr gut und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall.
Abblenden ist nicht erforderlich.
Das Objektiv ist ab etwa rund 400 bis 450 Euro zu bekommen.
AF-S Nikkor 70-200 mm f2,8 G ED-IF VR ll
AF-S Nikkor 70-200 mm f2,8 G ED-IF VR ll
Das AF-S Nikkor 70-200 VR ll 2,8 ist mit 21 cm Länge, 8,7 cm Durchmesser und 1,54 kg Gewicht
ein grosses und schweres Objektiv. Es ist sehr lichtstark mit einer durchgehenden Anfangsöffnung von 2,8.
Der Zoom deckt einen Bereich von 70-200 mm ab.
Die AF-Leistung ist ausgezeichnet. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist sehr gross,
und das manuelle Fokussieren ist sehr komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist ausgezeichnet und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall.
Das Objektiv ist ab etwa rund 2.000 bis 2.200 Euro zu bekommen.
Achtung ! Es wird vereinzelt von den sehr günstigen Anbietern auch das Vorgänger-Modell ohne römisch ll in der Bezeichnung mit der älteren, ersten Generation des Bildstabilisators und ohne die neue Nanokristallvergütung angeboten.
Das AF-S Nikkor 70-200 VR ll 2,8 ist mit 21 cm Länge, 8,7 cm Durchmesser und 1,54 kg Gewicht
ein grosses und schweres Objektiv. Es ist sehr lichtstark mit einer durchgehenden Anfangsöffnung von 2,8.
Der Zoom deckt einen Bereich von 70-200 mm ab.
Die AF-Leistung ist ausgezeichnet. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist sehr gross,
und das manuelle Fokussieren ist sehr komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist ausgezeichnet und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall.
Das Objektiv ist ab etwa rund 2.000 bis 2.200 Euro zu bekommen.
Achtung ! Es wird vereinzelt von den sehr günstigen Anbietern auch das Vorgänger-Modell ohne römisch ll in der Bezeichnung mit der älteren, ersten Generation des Bildstabilisators und ohne die neue Nanokristallvergütung angeboten.
Sigma EX 70-200 f2,8 DG OS HSM für Nikon
Sigma EX 70-200 f2,8 DG OS HSM für Nikon
Das Sigma EX 70-200 f2,8 OS ist mit 19,8 cm Länge, 8,6 cm Durchmesser und 1,43 kg Gewicht
ein grosses und schweres Objektiv. Es ist sehr lichtstark mit einer durchgehenden Anfangsöffnung von 2,8.
Der Zoom deckt einen Bereich von 70-200 mm ab.
Die AF-Leistung ist ausgezeichnet. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist sehr gross,
und das manuelle Fokussieren ist sehr komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist ausgezeichnet und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall.
Das Objektiv ist ab etwa rund 1.400 Euro zu bekommen.
Das Sigma EX 70-200 f2,8 OS ist mit 19,8 cm Länge, 8,6 cm Durchmesser und 1,43 kg Gewicht
ein grosses und schweres Objektiv. Es ist sehr lichtstark mit einer durchgehenden Anfangsöffnung von 2,8.
Der Zoom deckt einen Bereich von 70-200 mm ab.
Die AF-Leistung ist ausgezeichnet. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist sehr gross,
und das manuelle Fokussieren ist sehr komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist ausgezeichnet und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall.
Das Objektiv ist ab etwa rund 1.400 Euro zu bekommen.
Sigma EX 150 mm 2,8 DG OS Macro HSM
Sigma EX 150 mm 2,8 DG OS Macro HSM
Das Sigma EX 150 f2,8 Macro ist mit 15 cm Länge, 8 cm Durchmesser und 895 Gramm Gewicht
ein mittelgrosses und mittelschweres Objektiv. Es ist sehr lichtstark mit einer Anfangsöffnung von 2,8.
Das Objektiv besitzt eine Festbrennweite von 150 mm.
Das Objektiv ist ein vollwertiges Makroobjektiv bis zum Masstab 1:1.
Die AF-Leistung ist ausgezeichnet. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist sehr gross,
und das manuelle Fokussieren ist sehr komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist ausgezeichnet.
Das Objektiv ist ab etwa rund 650 Euro zu bekommen.
Das Sigma EX 150 f2,8 Macro ist mit 15 cm Länge, 8 cm Durchmesser und 895 Gramm Gewicht
ein mittelgrosses und mittelschweres Objektiv. Es ist sehr lichtstark mit einer Anfangsöffnung von 2,8.
Das Objektiv besitzt eine Festbrennweite von 150 mm.
Das Objektiv ist ein vollwertiges Makroobjektiv bis zum Masstab 1:1.
Die AF-Leistung ist ausgezeichnet. Ein manueller Eingriff im Autofokus-Betrieb ist möglich.
Die Frontlinse ist feststehend. Der manuelle Fokusring ist sehr gross,
und das manuelle Fokussieren ist sehr komfortabel.
Ein optischer Bildstabilisator ist eingebaut.
Die Bildqualität ist ausgezeichnet.
Das Objektiv ist ab etwa rund 650 Euro zu bekommen.
Zusammenfassung
Der Vorteil der beiden Einsteiger-Telezooms 55-200 und 55-200 VR von Nikon liegt vor allem in ihrer kleinen Grösse, dem geringen Gewicht und einem günstigen Preis. Die Brennweite von 55-200 mm knüpft ausserdem nahtlos an ein oft bereits mit der Kamera erworbenes Setobjektiv 18-55 mm an. Gerade für Einsteiger ist die Variante mit Bildstabilisator zu empfehlen, zumal sie nur etwa 50 Euro Aufpreis kostet. Die Bildqualität ist auf Klassenniveau, was bedeutet, das 1-2 mal Abblenden die durchschnittliche Schärfe bei Offenblende noch steigert und generell die Auflösung in der langen Brennweite etwas nachlässt.
Abstriche machen muss man auch beim Bedienkomfort, ein manuelles Eingreifen in den Autofokus ist nicht möglich und eine manuelle Fokussierung mit dem sehr schmalen Fokusring nur ein Notbehelf. Auch ein Polfiltereinsatz ist aufgrund der sich drehenden Frontlinse schwierig.
Wer gerne auch mal selbst die Schärfe einstellt oder etwas im AF-Betrieb "nachzieht", oder auch gern beim tiefblauen Himmel oder satten Wiesengrün mit dem Polfilter etwas "nachhilft", sollte sich einmal das 70-300 VR von Nikon anschauen. Das Objektiv hat ebenfalls einen Bildstabilisator. Es ist zwar mit 14 cm Länge und 745 Gramm Gewicht deutlich grösser und schwerer, bietet dafür aber mit 300 mm auch deutlich mehr Telebrennweite. Zudem ist die Bildqualität ab Offenblende sehr gut und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall. Ein Abblenden zur Schärfesteigerung ist nicht mehr unbedingt erforderlich.
Bei einem Preis ab etwa 400 bis 450 Euro scheint dieses Objektiv ein sehr guter Kompromiss zwischen Kosten, Grösse, Gewicht, Verarbeitung und erzielbarer Bildqualität zu sein. Allenfalls eine grössere Anfangsöffnung und damit mehr Lichtstärke könnte sich der eine oder andere noch wünschen.
Das Mehr an Lichtstärke bekommt der Anwender mit dem 70-200 VR ll 2,8 von Nikon. Die durchgehende Anfangsöffnung von 2,8 bei allen Brennweiten fordert allerdings ihren Tribut. Das Objektiv ist mit 21 cm Länge und 1,54 kg Gewicht gross und schwer, das lässt sich nicht verhehlen. In Objektiven wie diesem steckt Nikons ganze Kompetenz im Objektivbau. Komfortable manuelle Einstellmöglichkeiten und eine feststehende Frontlinse sind in dieser Klasse selbstverständlich. Ein optischer Bildstabilisator ebenfalls. Dazu kommt ein leistungsfähiger und schneller Autofokusmotor. Schärfe und Auflösung sind bereits bei offener Blende in allen Brennweiten ausgezeichnet.
Von der Anfangsöffnung mit 2,8 profitiert der Anwender gleich mehrfach. Es sind natürlich bessere Fotos bei wenig vorhandenem Licht möglich. Aber auch der Autofokus arbeitet viel effektiver, weil er besseren Kontrast findet. Zudem sieht man den Unterschied zwischen scharf und unscharf viel deutlicher, und ob die Schärfe an der richtigen Stelle "sitzt". Überhaupt ist das Sucherbild viel heller. Und es ist ein grosses Plus für die Gestaltung, weil man Menschen und Objekte mittels der offenen Blende besser vom unscharfen Hintergrund "lösen" kann. Es lohnt sich also durchaus, über den Erwerb einer lichtstarken Optik nachzudenken.
Bei einem Preis ab 2.000 bis 2.200 Euro aufwärts richtet sich das robuste und sehr gut verarbeitete Objektiv in erster Linie an Profis und Semi-Profis.
Denselben Brennweitenbereich und ebenfalls eine durchgehende Lichtstärke von 2,8 bietet das 70-200 OS 2,8 von Sigma (mit Nikon-Anschluss). Das ebenfalls grosse und schwere Objektiv ist vergleichbar gut ausgestattet. Schärfe
und Auflösung bleiben ein klein wenig hinter dem exzellenten Nikon zurück, sind insgesamt aber auch ausgezeichnet.
Erhältlich ist es ab etwa rund 1.400 Euro.
Dass Lichtstärke im Telebereich nicht immer teuer sein muss, beweist das Macro 150 OS 2,8 von Sigma. Es ist ein vollwertiges Makroobjektiv bis zum Masstab 1:1. Zusätzlich lässt es sich natürlich hervorragend für Teleaufnahmen nutzen. Das Objektiv hat eine feste Brennweite von 150 mm und eine Anfangsöffnung von 2,8. Damit könnte es zum Beispiel eine wunderbare hochwertige Ergänzung im Telebereich zu Nikons Setobjektiv 18-105 f4.0-5.6 sein. Hat man noch kein Makroobjektiv, so hat man eigentlich gleich zwei Objektive zum Preis von einem gekauft. Es ist mittelgross und mittelschwer. Es hat komfortable manuelle Einstellmöglichkeiten, einen leistungsfähigen Autofokus und einen optischen Bildstabilisator. Die Bildqualität ist ausgezeichnet. Bei einem Preis ab etwa 650 Euro bekommt man viel Gegenwert fürs Geld.
Zum Schluss noch ein Wort zu diesem Ratgeber. Ich kann unmöglich alle Objektive berücksichtigen. Zum Teil sind sie auch noch nicht ausreichend getestet oder auch inzwischen nicht mehr neu erhältlich. Auch können Ihre Vorstellungen völlig von meinen abweichen. Wenn ich mit meinen Beispielen jedoch einen Denkanstoss oder Anregungen für eigene weitere Überlegungen geben konnte, so hat sich dieser Ratgeber schon gelohnt.
Der Vorteil der beiden Einsteiger-Telezooms 55-200 und 55-200 VR von Nikon liegt vor allem in ihrer kleinen Grösse, dem geringen Gewicht und einem günstigen Preis. Die Brennweite von 55-200 mm knüpft ausserdem nahtlos an ein oft bereits mit der Kamera erworbenes Setobjektiv 18-55 mm an. Gerade für Einsteiger ist die Variante mit Bildstabilisator zu empfehlen, zumal sie nur etwa 50 Euro Aufpreis kostet. Die Bildqualität ist auf Klassenniveau, was bedeutet, das 1-2 mal Abblenden die durchschnittliche Schärfe bei Offenblende noch steigert und generell die Auflösung in der langen Brennweite etwas nachlässt.
Abstriche machen muss man auch beim Bedienkomfort, ein manuelles Eingreifen in den Autofokus ist nicht möglich und eine manuelle Fokussierung mit dem sehr schmalen Fokusring nur ein Notbehelf. Auch ein Polfiltereinsatz ist aufgrund der sich drehenden Frontlinse schwierig.
Wer gerne auch mal selbst die Schärfe einstellt oder etwas im AF-Betrieb "nachzieht", oder auch gern beim tiefblauen Himmel oder satten Wiesengrün mit dem Polfilter etwas "nachhilft", sollte sich einmal das 70-300 VR von Nikon anschauen. Das Objektiv hat ebenfalls einen Bildstabilisator. Es ist zwar mit 14 cm Länge und 745 Gramm Gewicht deutlich grösser und schwerer, bietet dafür aber mit 300 mm auch deutlich mehr Telebrennweite. Zudem ist die Bildqualität ab Offenblende sehr gut und bis zur längsten Brennweite ohne nennenswerten Abfall. Ein Abblenden zur Schärfesteigerung ist nicht mehr unbedingt erforderlich.
Bei einem Preis ab etwa 400 bis 450 Euro scheint dieses Objektiv ein sehr guter Kompromiss zwischen Kosten, Grösse, Gewicht, Verarbeitung und erzielbarer Bildqualität zu sein. Allenfalls eine grössere Anfangsöffnung und damit mehr Lichtstärke könnte sich der eine oder andere noch wünschen.
Das Mehr an Lichtstärke bekommt der Anwender mit dem 70-200 VR ll 2,8 von Nikon. Die durchgehende Anfangsöffnung von 2,8 bei allen Brennweiten fordert allerdings ihren Tribut. Das Objektiv ist mit 21 cm Länge und 1,54 kg Gewicht gross und schwer, das lässt sich nicht verhehlen. In Objektiven wie diesem steckt Nikons ganze Kompetenz im Objektivbau. Komfortable manuelle Einstellmöglichkeiten und eine feststehende Frontlinse sind in dieser Klasse selbstverständlich. Ein optischer Bildstabilisator ebenfalls. Dazu kommt ein leistungsfähiger und schneller Autofokusmotor. Schärfe und Auflösung sind bereits bei offener Blende in allen Brennweiten ausgezeichnet.
Von der Anfangsöffnung mit 2,8 profitiert der Anwender gleich mehrfach. Es sind natürlich bessere Fotos bei wenig vorhandenem Licht möglich. Aber auch der Autofokus arbeitet viel effektiver, weil er besseren Kontrast findet. Zudem sieht man den Unterschied zwischen scharf und unscharf viel deutlicher, und ob die Schärfe an der richtigen Stelle "sitzt". Überhaupt ist das Sucherbild viel heller. Und es ist ein grosses Plus für die Gestaltung, weil man Menschen und Objekte mittels der offenen Blende besser vom unscharfen Hintergrund "lösen" kann. Es lohnt sich also durchaus, über den Erwerb einer lichtstarken Optik nachzudenken.
Bei einem Preis ab 2.000 bis 2.200 Euro aufwärts richtet sich das robuste und sehr gut verarbeitete Objektiv in erster Linie an Profis und Semi-Profis.
Denselben Brennweitenbereich und ebenfalls eine durchgehende Lichtstärke von 2,8 bietet das 70-200 OS 2,8 von Sigma (mit Nikon-Anschluss). Das ebenfalls grosse und schwere Objektiv ist vergleichbar gut ausgestattet. Schärfe
und Auflösung bleiben ein klein wenig hinter dem exzellenten Nikon zurück, sind insgesamt aber auch ausgezeichnet.
Erhältlich ist es ab etwa rund 1.400 Euro.
Dass Lichtstärke im Telebereich nicht immer teuer sein muss, beweist das Macro 150 OS 2,8 von Sigma. Es ist ein vollwertiges Makroobjektiv bis zum Masstab 1:1. Zusätzlich lässt es sich natürlich hervorragend für Teleaufnahmen nutzen. Das Objektiv hat eine feste Brennweite von 150 mm und eine Anfangsöffnung von 2,8. Damit könnte es zum Beispiel eine wunderbare hochwertige Ergänzung im Telebereich zu Nikons Setobjektiv 18-105 f4.0-5.6 sein. Hat man noch kein Makroobjektiv, so hat man eigentlich gleich zwei Objektive zum Preis von einem gekauft. Es ist mittelgross und mittelschwer. Es hat komfortable manuelle Einstellmöglichkeiten, einen leistungsfähigen Autofokus und einen optischen Bildstabilisator. Die Bildqualität ist ausgezeichnet. Bei einem Preis ab etwa 650 Euro bekommt man viel Gegenwert fürs Geld.
Zum Schluss noch ein Wort zu diesem Ratgeber. Ich kann unmöglich alle Objektive berücksichtigen. Zum Teil sind sie auch noch nicht ausreichend getestet oder auch inzwischen nicht mehr neu erhältlich. Auch können Ihre Vorstellungen völlig von meinen abweichen. Wenn ich mit meinen Beispielen jedoch einen Denkanstoss oder Anregungen für eigene weitere Überlegungen geben konnte, so hat sich dieser Ratgeber schon gelohnt.
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