Makrofotografie - ein kurzer Überblick für Einsteiger
Eines der interessantesten und zu Recht beliebtesten fotografischen Themengebiete ist die Makrofotografie. Mit ihr lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes ganz neue visuelle und fotografische Welten erschliessen. Dabei müssen auch sehr stark vergrössernde Nahfotos nicht unbedingt teuer oder kompliziert sein. In meinem Ratgeber möchte ich heute einmal verschiedene Möglichkeiten vorstellen, Makrofotos mit der DSLR-Kamera, der System-Kamera oder der Bridgekamera sowie Makrovideos mit dem Camcorder aufzunehmen. Ich spanne dabei den Bogen bewusst von der ganz einfachen und preisgünstigen Nahlinse bis hin zum sehr leistungsstarken Makro-Objektiv.
Nahlinsensatz 58 mm
Die einfachste und preisgünstigste Möglichkeit um Makrofotos aufzunehmen ist die Verwendung einer Nahlinse. Sie wird in das Filtergewinde des vorhandenen Objektivs geschraubt. Man muss beim Kauf den Filter-Durchmesser des Objektivs beachten. Nahlinsen gibt es in verschiedenen Stärken. Die üblichen Stärken sind +1 (schwache Vergrösserung) +2, +3 (mittlere Vergrösserungen) und +4 Dioptrien (stärkere Vergrösserung). Man kann sie miteinander kombinieren, um noch stärker zu vergrössern.
Am besten erwirbt man gleich einen kompletten Nahlinsensatz wie den hier vorgestellten mit +1, +2, und +4 Dioptrien, dann ist man optimal flexibel.
Vorteil : sehr günstiger Preis, einfache Handhabung, alle Automatiken der Kamera bleiben erhalten, verwendbar auch bei fest eingebauten Objektiven mit Filtergewinde (Bridgekamera, Camcorder)
Nachteil : Kompromiss bei der Bildqualität, passend immer nur für den jeweiligen Filterdurchmesser
AF- Zwischenringsatz
Für die Besitzer von DSLR- und Systemkameras mit Wechselobjektiven gibt es die Möglichkeit Zwischenringe für Makrofotos einzusetzen. Sie werden zwischen Kamera und Objektiv montiert. Sie sind in der Handhabung recht einfach und in der Anschaffung relativ preisgünstig. Man muss beim Kauf die Kamera-Marke (Bajonett-Typ) beachten.
Ich empfehle für AF-Kameras die Verwendung von AF-Automatik-Zwischenringen (wie z.B. den hier vorgestellten), damit auch alle wesentlichen Funktionen der Kamera übertragen werden können. Zwischenringe gibt es in unterschiedlichen Breiten für verschieden starke Vergrösserungen. Man kann sie ebenso wie die Nahlinsen miteinander kombinieren, um noch stärkere Vergrösserungen zu erzielen. Daher empfiehlt es sich, gleich einen kompletten Zwischenringsatz wie den hier vorgestellten zu kaufen, um optimal flexibel zu sein.
Vorteil : relativ günstiger Preis, relativ einfache Handhabung, bei AF-Automatik-Zwischenringen bleiben die Kamerafunktionen von AF-Kameras erhalten, gute Bildqualität
Nachteil : nicht so komfortabel wie ein Makro-Objektiv, die Bildqualität reicht vor allem bei starker Vergrösserung nicht ganz an die eines echten Makro-Objektivs heran
Makro-Objektiv
Makroobjektive bieten ein sehr komfortables Arbeiten im Nahbereich. Sie sind im Handling völlig unkompliziert, sehr einfach zu bedienen und zeitsparend im Einsatz. Wie das vorhandene Objektiv werden sie direkt auf die Kamera montiert. Beim Kauf muss man die Kamera-Marke (Bajonett-Typ) beachten.
Makro-Objektive sind in der Anschaffung deutlich teurer, bieten aber durch ihre hohe Bildqualität speziell im Nahbereich auch einen entsprechend grossen Gegenwert. Ausserdem haben sie einen doppelten Nutzen, denn man kann sie ausser für Makro-Aufnahmen auch für ganz normale Aufnahmen einsetzen. Dort bilden sie als lichtstarke Festbrennweiten zum Beispiel eine gute Ergänzung zu vorhandenen Standardzooms. Makro-Objektive ermöglichen in aller Regel schon von Haus aus eine Abbildung bis zu maximal 1 : 1, das heisst in natürlicher Lebensgrösse (wie auch dieses vorgestellte Objektiv). Sollte eine noch stärkere Vergrösserung über natürliche Lebensgrösse hinaus gewünscht werden, lässt sich das Makro-Objektiv auch mit AF-Zwischenringen kombinieren. Eine Kombination mit Nahlinsen empfiehlt sich aus Qualitätsgründen allerdings nicht, da diese die Bildqualität des Makro-Objektivs verschlechtern würden.
Vorteil : sehr komfortable Handhabung, schnell im praktischen Einsatz, alle Automatiken der Kamera bleiben erhalten, ausgezeichnete Bildqualität durch spezielle Nahbereichskorrektur
Nachteil : höherer Preis in der Anschaffung
Ich habe zwei der besprochenen Produkte (AF-Zwischenringe, Makro-Objektiv) passend für das Canon Kamerasystem vorgestellt, da dieses die weiteste Verbreitung hat. AF-Zwischenringe und Makro-Objektive gibt es jedoch auch für die meisten anderen grösseren Kamera-Systeme.
Für ein erstes Ausprobieren oder einen gelegentlichen Einsatz ohne allzu hohe Ansprüche an die Bildqualität sind Nahlinsen eine gute Empfehlung, da sie preisgünstig und einfach in der Handhabung sind. Kostenpunkt etwa 20 bis 30 Euro
Stellt man dagegen höhere Ansprüche an die Bildqualität, möchte aber nicht allzu viel Geld ausgeben, bieten AF-Automatik-Zwischenringe ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Kostenpunkt etwa 70 bis 100 Euro
Bei höchsten Ansprüchen an Bildqualität, Bedienungskomfort sowie Schnelligkeit und Flexibilität im praktischen Einsatz ist das Makro-Objektiv die erste Wahl und bietet für seinen höheren Anschaffungspreis auch einen entsprechenden Gegenwert. Kostenpunkt je nach Modell zwischen 300 und 600 Euro (Standardmodelle)
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