Marzipankartoffeln Hausmacher Art
Kartoffeln werden zwar während des gesamten Jahres rege verzehrt, sind sie doch eine der beliebteren Beilagen, aber insbesondere zur Weihnachtszeit haben dann doch die süssen Marzipankartoffeln Hochsaison, welche sich eher weniger zu Fleisch und Gemüse, sondern allenfalls zum Dessert, eignen. In der Regel werden Marzipankartoffeln aber als süsse Leckerei zwischendurch genascht und vom Namen her hat die Marzipankartoffel mit der gemeinen Kartoffel aus dem Garten auch nicht allzu viel gemein.
Es dürfte kaum einen Supermarkt geben, in dem man kein Regal findet, welches diverse Packungen Marzipankartoffeln beinhaltet, wie sie zum Beispiel von Zentis offeriert werden.
Zunächst wird natürlich Marzipan benötigt: wer es sich einfach machen will, greift auf gekaufte Marzipanrohmasse zurück. Wer die Kartoffeln hingegen komplett selbst herstellen möchte, bereitet auch das Marzipan frisch zu.
Selbstgemachtes Marzipan
Zunächst benötigt man 500g ganze Mandeln, die zunächst mit kochendem Wasser übergossen werden, in welchem sie fünf Minuten verbleiben. Im Anschluss lässt sich ihre Schale ganz leicht abziehen: die so geschälten Mandeln legt man am Besten direkt auf ein zuvor bereitgelegtes Küchentuch. Liegen alle Mandeln dort parat, tupft man sie mit einem weiteren Küchentuch (am Praktischsten sind natürlich Papiertücher wie beispielsweise von Zewa; alternativ geht aber auch ein sauberes und fusselfreies Küchenhandtuch) auch an der Oberfläche noch etwas trocken.
Die Mandeln müssen mit der Küchenmaschine danach ganz fein gemahlen werden.
Natürlich kann man auch gemahlene Mandeln kaufen und diese verwenden, aber geschmacklich würde ich die selbstgemahlenen Mandeln letztlich vorziehen.
Dieses halbe Kilo Mandeln wird mit einem Pfund gesiebtem Puderzucker (das Verhältnis Mandeln:Zucker muss immer 1:1 sein) verknetet werden: am Besten verwendet man hier zunächst die Knethaken eines Mixers und arbeitet grob vor. Die Masse wird letztlich immer zäher und schlussendlich wird man ohnehin mit den Händen kneten müssen.
Während des Mixens gibt man zudem noch zwei Esslöffel Rosenwasser (in der Apotheke erhältlich) und ggf. noch einige Tropfen Bittermandelöl (in etwa eine halbe Ampulle) hinzu.
Zum guten Schluss hat man hier nun eine festere Kugel geformt: das fertige Marzipan.
Dieses lässt sich in einem luftdichten Behältnis dunkel und trocken sehr gut lagern und besitzt so eine relativ lange Haltbarkeit.
Möchte man es nicht gleich verarbeiten, kann man es zunächst auch, lediglich mit einem Tuch abgedeckt, auf einem Teller oder auch in der Rührschüssel über Nacht in der Küche stehen lassen, um es noch ein wenig trocknen zu lassen, da die Masse doch nach dem Anmischen noch eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen kann.
Dieses Marzipan kann dann später beim Backen oder Kochen die im dortigen Rezept angegebene Marzipanrohmasse vorzüglich ersetzen!
Variationen
Statt Zuckers kann man auch hellen Honig verwenden, wobei das Verhältnis hier keinesfalls 1:1 betragen sollte, da die Masse sonst arg klebrig wird. Die Menge des Honigs sollte die Mandelmenge immer unterschreiten. Recht gut gelingt das Marzipan hier mit einem Verhältnis, welches eher in Richtung 2:1geht.
Anstelle von Mandeln kann man auch gemahlene Walnüsse verwenden.
Wer mag, fügt der Masse ausserdem noch einen Esslöffel Amaretto oder Kirschwasser hinzu. In diesem Fall eignet sich das Marzipan natürlich weder für Kinder noch für Anti-Alkoholiker.
Die Zubereitung der Marzipankartoffeln
Greift man auf gekaufte Marzipanrohmasse zurück oder hat das selbstgemachte Marzipan mit Honig zubereitet, vermengt man dieses zunächst nochmals mit etwas Puderzucker: hierbei sollte auf ca. 100g Marzipanmasse 30g Staubzucker kommen. Das reicht vollkommen.
Es gibt zwar auch unter den Hobbyköchen zahlreiche Vertreter, die hier auf 100g Marzipan 80g Puderzucker verwenden, aber mir persönlich ist das Ganze so einfach zu süss, insbesondere beim selbsthergestellten Marzipan.
Die Masse kann man nun zu kleinen Kugeln, eben den Kartoffeln formen. Diese steckt man zunächst am Besten in einen Gefrier-/Vorratsbeutel und gibt nach Belieben Kakaopulver hinzu. Ich empfehle, mit nur etwas Kakao zu beginnen und so lange immer mehr hinzuzugeben, bis die Kartoffeln so bestäubt sind, dass man persönlich damit zufrieden ist.
Den Beutel nimmt man nun nämlich und schüttelt ihn leicht durch, so dass sich die Marzipankartoffeln rundherum mit Kakaopulver behaften.
Natürlich kann man die Kartoffeln auch in einer Rührschüssel mit der entsprechenden Menge Kakao-Pulver hin- und herschwenken, aber ich empfinde die Beutel-Methode als deutlich einfacher.
Anstelle von Kakaopulver kann man die Marzipan-Kartoffeln auch wiederum mit Puderzucker oder auch mal mit Zimt bestäuben.
Variationen
Auf simple Weise lassen sich aus den Marzipankartoffeln auch Marzipan-Pralinen zaubern: zu diesem Zweck taucht man sie einfach in flüssige Schokolade ein und tunkt sie anschliessend, je nach Vorliebe, in geraspelte Kokosflocken/Mandeln/Nüsse ein. Dies geht am Besten, wenn man die Marzipankartoffeln auf einen Spiess steckt und diesen erst in Schokolade und im Anschluss direkt in den gewünschten Überzug eintunkt.
Die Spiesse sollte man letztlich in ein Stück festen Schaumstoff oder Ähnliches stecken, so dass die Marzipan-Pralinen noch etwas trocknen können und der Überzug gleichmässig verteilt haften bleibt.
Ist kein Schaumstoff vorhanden, kann man auch ein Glas Deko-Sand oder Ähnliches nutzen; dass also der Griff des Spiess im Sand verschwindet und man die Pralinen letztlich oben herunterziehen kann ohne dass diese mit dem Sand in Berührung kommen.
Guten Appetit – und im Übrigen: sollen die Marzipan-Kartoffeln eine Überraschung für einen besonders lieben Menschen sein, lässt sich die Marzipanmasse mit Rote-Bete-Saft in der Farbe der Liebe einfärben.
Die selbstgemachte Marzipanmasse kann man zudem auch auf einer mehlbestäubten Arbeitsfläche ausrollen und mit Plätzchen-Ausstechern in diverse Formen, beispielsweise Herzen, bringen lassen.
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