Meisterregisseure der Filmgeschichte IIIa - Charlie Chaplin I
Es gibt bzw. gab nicht viele Menschen auf der Welt, die für sich selbst in Anspruch nehmen können, dass sie wirklich jeder kennt - ob nun in positivem Sinne oder im negativen, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls fallen mir auf Anhieb nicht viele ein.
Jesus, Elvis, Hitler (der durch und durch negative deutsche Diktator des dritten Reiches, der im zweiten Teil dieses Ratgebers indirekt eine grosse Rolle spielt) und ... Charlie Chaplin!
Und genau um diesen Charlie Chaplin geht es in diesem dritten Ratgeberteil meines Ablegers der Ratgeberserie "Meisterwerke der Filmgeschichte" mit dem Titel "Meisterregisseure der Filmgeschichte".
Charlie Chaplin ist uns vor allem als eines bekannt:
Als ein pantomimisches, quirliges, freches und aberwitziges, meist recht stummes Stehaufmännchen mit Gehstock, Melone, übergrossen Clownsschuhen und einem kleinen Zweifingerbärtchen, das nach ihm benannt wurde: Der Chaplinbart (auch Fliege oder Hitlerbärtchen, weil eben dieser später und auch gleichzeitig ebenfalls einen solchen Bart trug, was Charlie Chaplin in einem seiner Filme sehr entgegen kam).
Doch er war viel mehr als das, viel mehr als nur ein lustiger Hampelmann, als den ihn jeder kennt.
Meisterregisseure der Filmgeschichte III
Vielen ist zum Beispiel garnicht bekannt, dass er alle seine grossen Filme nahezu in kompletter Eigenarbeit vollbrachte.
Er dachte sich die grandiosen Geschichten aus, schrieb das Drehbuch, übernahm die Regie, die Produktion, die Hauptrolle(n), heiratete die Hauptdarstellerinnen (kleiner Witz meinerseits - aber zumindest auf eine Hauptdarstellerin aus zwei seiner Filme, die bezaubernde Paulette Goddard, traf das tatsächlich zu) und komponierte sogar für alle seine Filme die Filmmusik selbst.
Jede dieser Tätigkeiten ist in Hollywood ein hochbezahlter Vollzeitjob, den im Normalfall jeweils eine Person bekleidet.
Doch als Perfektionist war für Charles Chaplin besonders wichtig, dass in seinen Produktionen alles reibungslos und genau nach seinen Vorstellungen verlief.
Und was das anging, vertraute er sich selbst offenbar zu recht am meisten.
Die nachfolgenden visionären (ja, Charlie Chaplin hat in seinen Filmen vieles voraus gesehen, was später tatsächlich Realität wurde) Meilensteine der Filmgeschichte beweisen das eindrucksvoll:
Goldrausch
Charles Chaplins Durchbruch gelang ihm im Jahre 1925 mit diesem Stummfilmklassiker, der im jahre 1941 noch einmal von ihm selbst überarbeitet und mit Erzähltext versehen wurde (den er natürlich im Original selbst sprach):
Goldrausch (Goldrush) erzählt abermals eine Geschichte um seine Kultfigur, den kleinen Tramp, der sich im kalten Alaska durchschlägt und so gefährliche wie witzige Abenteuer bestehen muss, die auch mit den für damalige Zeiten sehr beeindruckenden Effekten für besonders spannende und spassige Unterhaltung sorgen.
Legendär sind das genüssliche Verspeisen des Schuhs aufgrund heftigen Hungerleidens (den er brüderlich mit seinem Gefährten teilt - diese Szene wurde mit einem Schuh aus Lakritze realisiert und musste aufgrund Charlie Chaplins Perfektionismus so oft wiederholt werden, dass der beteiligte Nebendarsteller über Verstopfung klagte - was man ihm in der Filmsszene letztendlich auch ansieht) und der "Brötchentanz", der später oft kopiert aber natürlich nie erreicht wurde.
Ein heftigst empfehlenswertes Meisterwerk, das uns schon ab 9,99,-€ zuzüglich etwaiger Versandkosten nostalgisch zu unterhalten weiss.
Lichter der Großstadt
Im Jahre 1931 erzählte Charles Chaplin diese bezaubernde Geschichte seines kleinen Tramps, das auf der Strasse einem blinden Blumenmädchen begegnet, dem von diesem Moment an sein Herz gehören sollte.
Dumm nur, dass er als mittelloser Tramp einem holden Weibe so garnichts zu bieten hat.
Da passt es natürlich wunderbar ins Geschehen, dass er in seiner Verliebtheit über einen so besoffenen wie exzentrischen Millionär stolpert, der sich soeben das Leben nehmen will.
Nachdem er ihn von der Lieblichkeit des Seins überzeugte, lädt ihn der Millionär zu einem gemeinsamen Saufgelage in seine Villa ein und zeigt sich zudem äusserst spendabel gegenüber seines neuen Freundes.
Das könnte dem kleinen sympathischen Tramp von Nutzen sein, denn seine neue grosse Liebe, das blinde Blumenmädchen, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Sie und ihre Grossmutter können die Miete für ihr spärliches Zimmer nicht mehr bezahlen und der Vermieter droht ihnen mit baldiger Räumung.
Der kleine Tramp verspricht jedoch, ihnen zu helfen. Schliesslich hat er ja einen neuen reichen Freund gefunden, der sich ihm gegenüber sehr hilfsbereit zeigt.
Doch leider gilt das nur für den betrunkenen Zustand.
Denn nüchtern erkennt der Millionär in unserem kleinen Tramp nichts weiter als einen Fremden...
Diese wunderbar romantische Stummfilmkomödie, die einem garnicht wie ein Stummfilm vorkommen mag, berührt neben den Lachmuskeln auch zutiefst unser Herz und sorgt für heftigste Gänsehaut!
Selten sah ich eine ergreifendere Liebesszene als im späteren Verlauf von "Lichter der Großstadt" (City Lights).
Obwohl zum Zeitpunkt der Produktion von "Lichter der Großstadt" der Tonfilm bereits erfunden und sogar schon etabliert war, drehte Charles Chaplin "City Lights" als Stummfilm. Stummfilme galten bis dato bereits als altmodisch. Dennoch nahm Chaplin das Risiko auf sich, weil er dem Stummfilm sehr kritisch gegenüber stand und vor allem befürchtete, dass durch die "Sprechfilme" seine pantomimische Komik sterben würde.
Er nahm mit "Lichter der Großstadt" sogar den Stummfilm auf die Schippe, indem er mit Soundeffekten herumexperimentierte und den Zuschauer mit einer verschluckten Trillerpfeife zum Lachen bringt, die beim Schluckauf lustig vor sich hin trillert oder indem er eine Rede zur Enthüllung einer grossen Statue am Anfang des Films mit drolligen Quakgeräuschen untermalt, die leicht trompetig klingen.
Die für mich witzigste Szene des Films ist jedoch ein Tanz, wie ich ihn bis zu diesem Film noch nie gesehen habe.
Er ist nur sehr kurz, aber er brachte mich dazu, mir diese Szene bestimmt an die 100 Mal anzusehen und immer wieder Tränen zu lachen.
Wenn Charlie Chaplin als der besoffene Landstreicher gemeinsam mit seinem nicht minder besoffenen Millionärsfreund in einem Restaurant sitzt und genüsslich eine Girlande verspeist, weil er sie für Spaghetti hält, sollte man auf der Hut und gewappnet für eine der witzigsten Szenen der Filmgeschichte sein, die auch durch Charlie Chaplins Musik (die er zu diesem Film erstmals selbst komponierte) herrlichst und szenenwertsteigernd untermalt wird.
Allein diese wenige Sekunden kurze Szene ist es wert, sich diesen Film für immer durch Erwerb in seine eigene kleine Videothek zu manövrieren!
Für 19,49,-€ zuzüglich etwaige Versandkosten geschieht dies in Form einer Blu-Ray.
Das sind zunächst zwei der grossen Meisterwerke des kleinen und doch sehr grossen Charlie Chaplin.
Zwei weitere sollen im zweiten Teil dieses Ratgebers folgen.
Doch ich empfehle, sich zunächst diese beiden Klassiker zuzulegen und sich erst danach den zweiten Teil meines Chaplin-Ratgebers einzuverleiben und sich über diesen zwei weitere Goldstücke zu sichern.
Die Vorfreude ist sehr viel grösser, wenn man aufgrund der beiden hier gemachten Erfahrungen bereits weiss, was einen tolles erwartet.
Und wenn man dann aufgrund meines Versprechens weiss, dass die beiden folgenden Filme noch grandioser, noch phantastischer, noch witziger und zugleich spannender und tragischer sind, sogar visionär und mit erheblicher zeitgenössischer Gesellschaftskritik, ist die Freude auf das was da kommen mag umso extremer.
Wer es sich dennoch nicht nehmen lassen will, sich gleich alle vier Filme auf einmal zu sichern, der folge dem Pfad zum zweiten Teil von "Meisterregisseure der Filmgeschichte IIIb - Charlie Chaplin II".
Meisterregisseure der Filmgeschichte:
I - Alfred Hitchcock: Das Fenster zum Hof, Vertigo, Die Vögel, Marnie, Psycho
II - Martin Scorsese: Taxi Driver, Gangs of New York, Departed, Shutter Island
IIIa - Charlie Chaplin I: Goldrausch, Lichter der Großstadt
IIIb - Charlie Chaplin II: Moderne Zeiten, Der grosse Diktator
Zur Serie Meisterwerke der Filmgeschichte
Es grüsst und trillert beim Schluckauf,
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