Notsignale in der Wildnis
Jeder Outdoorsportler kann einmal in die Lage kommen, Hilfe zu benötigen und ein Notsignal absetzen zu müssen. Wer z.B. abseits der Pisten Ski fährt oder eine lange Wanderung im Wald unternimmt, kann jederzeit in eine Notlage geraten, beispielsweise ein Beinbruch oder eine Entkräftung. In solch einer Situation ist es gut, wenn man auf sich aufmerksam machen kann. Im folgenden möchte ich einige Mittel vorstellen, mit denen man ein Notsignal absetzen kann.
Mit einem Peilspiegel kann man an einem sonnigen Tag viele Kilometer weit Lichtsignale senden. Er besteht aus unzerstörbaren Kunststoff oder poliertem Edelstahl. Durch ein Loch in der Mitte des Spiegels peilt man sein Ziel, z.B. einen Helikopter, an. Die Besatzung nimmt dies dann als Blinken in einiger Entfernung wahr. Ein solcher Spiegel funktioniert allerdings nur am Tag.
Signalleuchten haben hingegen nachts maximale Wirkung. Der Marks bietet sehr viele Verschiedene Versionen in allen möglichen Formen, Farben und Größen. Für eine Wandertour z.B. empfiehlt sich eine kleine und leichte Signallampe. Sie sollte verschiedene Modi beherrschen, wie z.B. Dauerleuchten, Blinken und SOS. Die Farben Orange oder Rot erzielen die meiste Aufmerksamkeit. Die Batterien sollten lange halten, so dass man die Leuchte auch mehrere Nächte im Dauerbetrieb betreiben kann. Wichtig ist, stets frische Batterien einzulegen und auch Reservebatterien einzustecken. Ich empfehle einfache und preiswerte rote LED-Rückleuchten fürs Fahrrad. Zwei oder drei davon markieren die eigene Position gut sichtbar für potentielle Retter.
Insbesondere Segler, aber auch Wanderer können zudem Rauchsignale verwenden. Diese kleinen Rauchtöpfe oder Rauchbomben geben für einige Minuten einen dichten orangen Rauch ab, der, bei Tage, viele Kilometer weit sichtbar ist. Einen solchen Rauchtopf sollte man erst zünden, wenn man die Retter schon erspäht hat, da die Wirkung nach wenigen Minuten schon nachlässt und daher nicht auf gut Glück verwendet werden kann. Leuchtsignale eignen sich hingegen für den Einsatz bei Nacht. Einmal gezündet, leuchtet die Fackel hell rot oder orange und erleichtert so das Auffinden der Hilflosen bei Nacht. Auch die Fackel wirkt nur wenige Minuten und muss daher genau im richtigen Moment benutzt werden.
Eher passive Signalmittel sind Reflektoren (auch Katzenaugen genannt) und Westen oder Bänder in Signalfarben. Die Reflektoren reflektieren das Licht der Suchmannschaften. Rettungshubschrauber haben beispielsweise starke Suchscheinwerfer. Leuchten diese auf die Reflektoren, erleichtert das das Auffinden ungemein. Ebenso hilfreich sind Westen oder Bänder in grellen Signalfarben. Insbesondere im Wald heben sich Farben wie Neongelb oder Orange deutlich ab und erhöhen die Chancen auf Rettung.
Ebenso wichtig wie optische Signale sind akustische Signale. Optimal dafür geeignet sind Signalpfeifen. Mit einer guten Signalpfeife lässt sich ein Ton erzeugen, der viele hundert Meter weit hörbar ist. Eine Pfeife erfordert zudem viel weniger Kraft als z.B. Schreien. Ein Drucklufthorn ist noch leuter, allerdings auch recht groß und schwer, womit es sich eher für den Gebrauch im Auto oder auf dem Boot eignet.
Jeder Outdoorsportler sollte für den Ernstfall vorbereitet sein und am besten gleich mehrere Signalmittel bereit halten, um sowohl tagsüber als auch in der Nacht gefunden werden zu können. Ferner sollten die Signalmittel auch bei schlechtem Wetter und großer Kälte funktionieren. Die Kombination von optischen und akustischen Signalmitteln erscheint mir als die optimale Lösung.
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