Hygiene in der Wildnis
Auf langen Touren im Wald oder in den Bergen kommt eines manchmal zu kurz: die Hygiene! Selbstverständlich kann man kein Bad im Whirlpool nehmen, aber mit einfachen Mitteln lässt sich auch outdoor gründliche Körperpflege betreiben. Dieser Ratgeber will einige nützliche Helfer vorstellen, mit denen man auch auf Tour frisch bleibt. Die Zeltgenossen und vor allem die Zeltgenossinnen werden es danken! Nichts ist schlimmer, als Käsefüße auf dem engen Raum eines Zwei-Personen-Zeltes. Zudem hat eine ausgiebige Dusche auch etwas erfrischendes für den Geist: Sie gibt neue Energie für das Tagwerk.
Duschen kann im Outdoorurlaub eine echte Herausforderung sein. Mitunter findet sich ein sauberer Bach, in dem man sich waschen könnte. Nur leider ist dessen Wasser viel zu kalt. Besser ist da eine mobile Solardusche. Das Wirkprinzip ist ganz einfach: Wasser wird in einen großen schwarzen Wassersack gefüllt und in die Sonne gelegt. Durch die schwarze Oberfläche heizt sich das Wasser den ganzen Tag über auf, so dass es abends zumindest lauwarm aus der Solardusche kommt. Je größer das Volumen ist, desto länger kann man duschen. Wer mit einer Gruppe unterwegs ist, sollte gleich mehrere dieser Solarduschen anschaffen. Shampoo und Duschgel sollte umweltverträglich sein, da es direkt in den Waldboden sickert.
Man kann seine großen und kleinen Geschäfte zwar auch einfach im Wald verrichten und mit einer kleinen Schaufel vergraben. Zivilisierter geht es aber zu, wenn man eine mobile Toilette aufbaut. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausführungen: Leicht und klein aus Pappe oder größer und stabiler aus Kunststoff. Mache werden mit Chemie betrieben, andere nicht. Je größer und schwerer das Modell ist, desto eher eignet es sich nur für den stationären Betrieb, indem man es im Basislager aufstellt. Klopapier kann in einem kleinen Beutel mitgeführt werden, welcher das Papier vor Feuchtigkeit schützt. Manch eine Chemietoilette erfordert die Verwendung von speziellem Klopapier.
Auch alle anderen Tätigkeiten, die man von Zuhause gewohnt ist, lassen sich unterwegs verrichten: Wäsche wird mit speziellen Waschmitteln gewaschen, die ohne Bedenken direkt in einen Bach oder Fluss geleitet werden können. Das Trocknen übernimmt Mutter Natur, indem man eine Wäscheleine zwischen zwei Bäumen spannt. Für die Rasur gibt es besondere Reiserasierer, welche leicht sind und sich klein zusammenpacken lassen. Fürs Zähneputzen muss man unbedingt behandeltes Wasser nehmen. Sieht der Bach auch noch so klar aus, können sich darin immer Schwebstoffe und Reste von Tierkot befinden. Das Wasser sollte daher vor der Verwendung gefiltert oder chemisch behandelt werden. Nur so ist gefahrloses Zähneputzen möglich. Zum Abtrocknen benutzt man kleine und leichte Microfleece-Handtücher. Diese merkt man im Gepäck kaum, da sie sich auf kleinstes Packmaß zusammenrollen lassen. An der Luft trocknen sie sehr schnell. Auch Kämme und Bürsten lassen sich klein zusammenklappen und im Rucksack verstauen. Spezielle Reisezahnbürsten lassen sich so zusammenstecken, dass der Bürstenkopf vor Verunreinigungen geschützt wird. Kleine Zahnpastatuben nehmen wenig Platz weg und wiegen weniger als normale Größen. Auch Sonnenschutz darf auf Tour nicht fehlen. Ein Sonnenbrand kann einem schon am ersten Tag der Wanderung den Rest der Tour vermiesen. Ein Mittel mit hohem Lichtschutzfaktor ist daher Pflicht.
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