Heuschnupfen wirksam bekämpfen
Dieser Ratgeber soll Hilfestellung bei der Behandlung von Heuschnupfen geben. Jetzt im Frühjahr geht sie wieder los, die Pollensaison. Allergiker fühlen zunehmend Symptome wie Schnupfen, brennende Augen und Atemnot. Man ist diesem Leiden aber nicht hilflos ausgeliefert: Es gibt mehr und mehr Möglichkeiten, Ursachen und Symptome wirksam zu bekämpfen. Dieser Ratgeber soll einige Möglichkeiten aufzeigen.
Um Heuschnupfen wirksam bekämpfen zu können, muss man zunächst wissen, womit man es überhaupt zu tun hat. Heuschnupfen, oder auch Allergische Rhinitis, ist eine übersteigerte Reaktion des Körpers auf einen an sich harmlosen Eindringling, nämlich die Gräser- und Baumpollen. Der Körper stuft die Pollen fälschlicherweise als Bedrohung ein und reagiert mit Abwehrmaßnahmen wie z.B. einer Entzündungsreaktion. Diese Entzündungsreaktion betrifft vor allem die oberen Atemwege, aber auch die Augen. Der Allergiker beginnt zu Husten, die Nase läuft, die Augen sind gerötet und jucken. Unbehandelt kann Heuschnupfen sogar zu Asthma führen. Eine wirksame Bekämpfung ist daher unerlässlich. Bei der Therapie bieten sich drei Möglichkeiten an: Eine Meidung des Allergens, eine Behandlung der Symptome und eine Desensibilisierung.
2. Kontaktminimierung
Eine wirksame Möglichkeit die Belastung durch Pollen zu verringern, ist den Kontakt mit ihnen zu meiden. Allergiker sollten im Hochsommer keine langen Spaziergänge über blühende Wiesen unternehmen. Besser ist es, sich an der See aufzuhalten, wo die Pollenbelastung deutlich geringer ist. Wenn der Aufenthalt im Freien unvermeidbar ist, sollte die Kleidung abends abgelegt und nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden. An ihr haften viele Pollen, welche dann in der Nacht eingeatmet werden. Auch sollte vor dem Zubettgehen geduscht werden, da viele Pollen in den Haaren verbleiben. Ebenso sinnvoll ist es, Nasen- und Rachenraum mit speziellen Nasenduschen auszuspülen und so Pollen zu entfernen. Die Fenster in der Wohnung sollten mit speziellen Pollengittern ausgestattet werden. Diese engmaschigen Netze lassen keine Pollen beim Lüften in die Wohnung fliegen und verringern die Pollenkonzentration in den Wohnräumen merklich. Auch sollten Allergiker auf das Tragen von Kontaktlinsen in der Pollensaison verzichten. Unter den Linsen können sich Pollen sammeln, welche die Beschwerden verstärken. Die Luft in der Wohnung kann mit speziellen Luftreinigern gewaschen werden. Dadurch sinkt die Pollenkonzentration in den Räumen.
Wo bloßes Meiden des Allergens nicht ausreicht, kann auch eine medikamentöse Behandlung des Heuschnupfens sinnvoll sein. Der Markt an Wirkstoffen und Präparaten ist groß, ich will mich hier auf rezeptfrei erhältliche Medikamente beschränken.
A. Allergischer Schnupfen und Bindehautentzündung
Im Vorfeld der Pollensaison kann man mit Hilfe des Wirkstoffs Cromoglizinsäure die Mastzellen in der Nasenschleimhaut stabilisieren. Das Präparat wird mittels Nasenspray oder Nasentropfen auf die Nasenschleimhaut aufgebracht und sorgt für eine verminderte Ausschüttung von Histaminen. Der Vorteil der Behandlung besteht darin, dass der Wirkstoff recht sanft und nur lokal wirkt. Nebenwirkungen werden so vermieden. Der Nachteil besteht in dem Umstand, dass das Mittel nicht sofort wirkt, sondern etwa eine Woche Behandlung erforderlich sind, bis sich eine Wirkung einstellt. Bei akuten Beschwerden empfiehlt sich der Wirkstoff Azelastin. Dieses Mittel unterdrückt die allergische Reaktion in der Nasenschleimhaut. Die Anwendung verschafft sofort Linderung. Ein Nachteil ist der Geschmack der Azelastin-Präparate: Sie sind sehr bitter und werden von manchen Patienten daher als unangenehm beschrieben.
Beide Präparate eignen sich auch zur Behandlung einer allergischen Bindehautentzündung. Bei roten, tränenden und entzündeten Augen verwendet man Augentropfen mit dem jeweiligen Wirkstoff. Die Vor- und Nachteile entsprechen denen der Nasentropfen. Bei der Anwendung der Augentropfen ist die Verträglichkeit mit Kontaktlinsen zu beachten. Harte Kontaktlinsen sollten frühestens 15 Minuten nach Anwendung der Augentopfen eingesetzt werden. Weiche Kontaktlinsen sollten während einer Therapie mit den genannten Mitteln überhaupt nicht getragen werden.
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Es besteht überdies die Möglichkeit, die Symptome nicht nur lokal zu bekämpfen, sondern ein Mittel zu nehmen, welches die allergische Reaktion im gesamten Körper steuert. Dazu bieten sich die beiden Wirkstoffe Cetirizin und Loratadin an. Cetirizin ist bei allen allergischen Reaktionen wirksam. Es blockiert die Aufnahme von Histamin im Körper, wodurch die allergische Reaktion abgeschwächt oder sogar gestoppt werden kann. Moderne Antihistaminika machen kaum noch müde. Es empfiehlt sich dennoch, die Präparate abends einzunehmen, so schläft man gut und nutzt die lange Wirkung über den Tag. Loratidin wirkt sehr ähnlich wie Cetirizin, hat dabei allerding noch weniger Nebenwirkungen. Beide Präparate eignen sich für eine längerfristige Behandlung.
Das Thema Desensibilisierung klammere ich hier bewusst aus. Bei dieser Therapieform geht es darum, den Körper im Winter systematisch an Pollen zu gewöhnen, indem man ihm im Wochentakt ein Pollenpräparat injiziert. Dadurch stellt sich eine Art Gewöhnung ein. Fragen dazu beantwortet am besten der Allergologe ihres Vertrauens.
4. Fazit
Alle hier gezeigten Mittel und Wege machen den Sommer für Pollenallergiker erträglicher. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass insbesondere die kombinierte Anwendung die besten Ergebnisse erzielt. Ich nehme im Sommer jeden Tag vor dem Schlafengehen eine Tablette Cetirizin, dazu ein Cromoglizinsäure-Nasenspray, dieses benutze ich drei mal am Tag. Zudem dusche ich jeden Abend und lasse die Kleidung nicht im Schlafzimmer herumliegen. Dadurch bin ich schon seit Jahren jeden Sommer beschwerdefrei. Allen Betroffenen kann ich nur raten, die persönlich beste Lösung durch Probieren herauszufinden und eine begonnene Therapie diszipliniert fortzusetzen. Als Lohn winkt ein unbeschwerter Sommer!
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