Alle Assassins Creed Teile spielen?
Jeder Spieler kennt es, wenn man von einem unglaublich interessanten, neuen Spiel hört, welches alles anspricht, was einen interessiert und man es unbedingt spielen möchte - der einzige Nachteil: Es ist eine Fortsetzung.
So verhält es sich auch mit der Spielreihe "Assassins Creed". Vor einiger Zeit erschien der zweite der Teil der Saga für den Computer, für die Konsole erschien nun der historisch dritte Teil: "Assassins Creed: Brotherhood". Demnächst erscheint dieser Teil auch für den Computer. Die beiden Fortsetzungen bieten Inhalte, welche beim jeweiligen Vorgänger nicht vorhanden sind und die bestimmte Spieler eher ansprechen könnten. Nun fragen diese Personen sich jedoch, ob es notwendig ist die Vorgänger zu spielen und in wie fern die einzelnen Spiele sich voneinander unterscheiden. Für diese Personen soll dieser Ratgeber sein. Der die Frage erläutert ob es wirklich notwendig ist alle Teile der bisherigen Trilogie zu spielen.
Vorne weg muss gleich erwähnt werden, dass alle drei Spiele ein einmaliges Spielerlebnis bieten, welches mit einer enormen Tiefe und geschichtlichem Zusammenhang geboten wird. Neben der Story und dem Inhalt gibt es eine weitere Gemeinsamkeit, welche alle Spiele miteinander verbindet: Sie bieten eine sehr gute Grafik. An diesem Punkt ist der erste Teil von Assassins Creed jedoch grenzwertig, da die Veröffentlichung bereits einige Jahre zurückliegt.
Nun zu den Eigenschaften des ersten Spiels:
Das Spiel gibt es für die gängigen Plattformen: Windows, Mac, Xbox360 sowie PlayStation 3. Es bietet dem Spieler ein Abenteuer im Mittelalter, welches mit einer sehr offenen Welt, doch dafür relativ linearen Hauptmissionen ausgestattet ist. Das Spiel handelt von Desmond Miles, welcher in einer relativ nahen Zukunft von der Firma "Abstergo Industries" entführt wird. Der junge Mann ist der Nachfahre eines Assassinen-Bunds, der in den letzten Jahrhunderten im Geheimen für Ordnung sorgte und diverse Geheimnisse verwahrt hat. Eines dieser Geheimnisse will "Abstergo Industries" für ihre Zwecke nutzen, dazu müssen sie jedoch erfahren wo es liegt. An dieser Stelle tritt Desmond Miles in ihren Plan. Aufgrund seiner genetischen Verbundenheit zu seinen Vorfahren kann er mithilfe eines fortschrittlichen Gerätes, namens "Animus" die Erinnerungen seiner Vorfahren nacherleben.
Im ersten Teil reist er mithilfe des Animus in das Mittelalter und schlüpft in die Rolle von Altair, einem berühmten Assassinen aus Jerusalem. Während der ersten nacherlebten Mission besitzt Altair noch alle seine Fähigkeiten und Waffen. Doch wegen seiner Arroganz scheitert die Mission und er wird von dem Ältesten bestraft. Diese Strafe sieht so aus, dass Altair alle Waffen und Fähigkeiten verliert die er über die Jahre erhalten hat. Nun muss der Spieler in der Rolle von Altair eine Verschwörung der Templer, gegen die Assassinen aufdecken und alle Beteiligten töten. Das Interessante an dieser ganzen Inszenierung ist vor allem, dass das Spiel in einen realen, historischen Hintergrund gebetet ist. Dadurch begegnet der Spieler historischen Persönlichkeiten und schafft sie teilweise selbst aus dem Weg. Die Geschichte, welche hinter dem Spiel steckt ist sehr packend und äußerst interessant, doch das war's auch schon fast. Die Nebenmissionen sind relativ monoton, weshalb sie nur anfangs noch für Spaß sorgen. Das Aufdecken der Karte und Herumklettern an mittelalterlichen Bauwerken macht zwar sehr viel Spaß, doch sorgt auch nicht für einen längeren Spielspaß.
Aus diesem Grund wird also die Hauptgeschichte und die –Missionen im Vordergrund gespielt, was durchaus Spaß macht. Leider sind die Attentate etwas monoton gestaltet, da dem Spieler hierbei leider etwas die Freiheit genommen wird. Neue Ausrüstung erhält der Spieler ebenfalls vollkommen festgelegt über die Hauptkampagne.
Der zweite und "dritte" Teil ähneln sich sehr und bringen einige grundlegende Neuerungen – im Vergleich zum ersten Teil – mit. Im zweiten Teil reist der Spieler gedanklich in die Renaissance und schlüpft in die Rolle von Ezio Auditore de Firenze. Anders als beim ersten Teil erlebt der Spieler jedoch nicht zunächst den voll ausgebildeten Meister-Assassinen, sondern beginnt als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie, der zusammen mit seinem Bruder einigen Schabernack treibt und an Gebäuden hochklettert. Bereits zu Beginn, wird der Spieler mit einer Neuheit konfrontiert: Es gibt Geld und mit diesem kann er sich Sachen kaufen. Nachdem im Rahmen einer Verschwörung der Vater und die Geschwister gehängt werden, findet Ezio das Versteck seines Vaters, der selbstverständlich auch ein Assassine war und schlüpft in seine Rolle um Rache zu nehmen. Recht schnell merkt er jedoch, dass er das nicht alleine schafft und entschließt sich mit Schwester und traumatisierter Mutter zu seinem Onkel zu fliehen, der ihn in die Grundlagen des Assassinen-Seins einweiht.
Soweit zur Geschichte, doch die eigentliche Neuheit ist die Freiheit. Der Spieler kann sich mit Geld, Ausrüstung kaufen und hilft seinem Onkel die Stadt Monterigoni wieder aufzubauen. Es gibt zwar noch immer einige Ausrüstungsteile, die erst im Laufe der Hauptmission freigeschaltet werden, doch der Spieler muss sie sich dennoch erst hart erarbeiten und erkaufen. "Assassins Creed Brotherhood" knüpft an dieses System an und schickt den Spieler nach Rom, welches er von den Feinden befreien und wieder aufbauen darf. Hier kann er sich ebenfalls neue Ausrüstung kaufen, wobei die beste Ausrüstung an bestimmte Bedingungen geknüpft ist und somit deutlich schwieriger zu verdienen ist.
Beide neueren Teile bieten außerdem Freiheiten bezüglich der Ausführung von Aufträgen. Der Spieler kann sich entscheiden wie er die Verschwörer tötet – ob offensiv oder lieber aus dem Versteck. Auch andere Faktoren wurden nun dem Spieler in Hände gelegt. Besonders reizvoll werden die Spiele wegen des Rollenspielfaktors, dass der Spielende seine Ausrüstung kauft und sich beliebig ausrüsten kann. Weiterhin kann der Spieler im dritten Teil seine eigenen Assassinen ausbilden – was noch mehr Spielspaß mit sich bringt. Diese Faktoren sorgen jedoch dafür, dass viele neue Spieler, die von diesen Eigenschaften hören, keine Lust haben die alten Teile zu spielen. Was durchaus verständlich ist.
Doch für diesen Fall haben die Entwickler vorgesorgt, die sowohl den zweiten als auch "Brotherhood" mit einem informativen und dennoch kurzen Intro ausgestattet haben, der die wichtigsten Faktoren erklärt. Dennoch kann es sein, dass einige Parallelen zu dem Vorgänger nicht verstanden werden, wenn er nicht gespielt wird. Also aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es möglich ist, den zweiten und dritten Teil zu spielen, ohne dass der erste bekannt ist. Allerdings würde ich es dennoch allen empfehlen zunächst den ersten zu spielen – wenigstens die Geschichte einmal durch. Unter anderem weil die Zusammenhänge dann deutlich klarer sind und auch die Verbundenheit mit dem Spiel tiefer ist. Darüber hinaus ist auch die Story des ersten Spiels sehr faszinierend. Wegen dieser sind auch viele Fans der Meinung, dass der erste Teil, der beste war.
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