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Was benötige ich für den Einstieg ins Cosplay?

 

Seitdem Anime und Manga auch in Deutschland salonfähig geworden ist und Conventions nicht mehr nur hinter verschlossenen Türen abgehalten werden, sieht man auch immer häufiger meist junge Leute in den buntesten Verkleidungen: Cosplay, das Sich-Verkleiden als ein Charakter aus Anime, Manga, Spielen oder sonstigem prägen das Conleben. Aber wie stellt man es an, ebenfalls in die Riege der Cosplayer einzusteigen? Und was macht ein gutes Cosplay aus? Und wie macht man es selbst?
Die Produkte stehen natürlich nur als Beispiele.

Die Inspiration
Am Anfang allen Cosplays steht die Inspiration: Was möchte ich eigentlich machen? Hier gibt es verschiedene Anhaltspunkte:
  • Was lese/spiele/schaue ich gerne?
Ein Cosplay ist im Normalfall auch ein Ausdruck dessen, was man mag, was im Umkehrschluss heißt: Was ich nicht mag, das cosplaye ich nicht. Aber wenn man eine bestimmte Person im Blick hat, ist das meist ein guter Anfang. 
  • Was passt zu mir?
Eine wichtige Frage und nicht zu verachten: welches Cosplay passt überhaupt zu mir? Jeder KANN alles machen, wer aber vermeiden möchte zum Gespött zu werden, sollte sich zumindest grob daran orientieren, was einem entspricht. Eine schmächtige Person ist als großer, muskulöser Char ebenso seltsam anzusehen, wie eine stark übergewichtige Person in einem hautengen, möglichst freizügigen Outfit. Als Faustregel sollte man sich nichts anziehen, was man außerhalb einer Convention im normalen Alltag nicht auch anziehen würde. Das heißt nicht, dass das Cosplay alltagstauglich sein muss, aber man sollte sich nicht dafür schämen müssen, sollte man jemandem über den Weg laufen.Kein Problem ist es jedoch, wenn man einen Charakter mimt, der das andere Geschlecht hat: Crossplaying ist fast schon die Norm, auch wenn die Herren sich für weibliche Chars meist mehr ins Zeug legen müssen als andersrum ;)
  • Was KANN ich machen?
Das Cosplay ist in der Regel handgefertigt (wenn es auch Kostüme zu kaufen gibt. Für das erste Mal ist das ok, aber es ist viel spaßiger, wenn man es selbst näht, selbst wenn es dann nicht perfekt ist.) - das heißt, man muss sich im Klaren sein, dass viel Arbeit dahinter steckt. Wieviel Zeit hat man? Je mehr Zeit ist, desto aufwendiger kann es sein. Und es ist natürlich keine Schande sich helfen zu lassen - nicht jeder ist handwerklich / handarbeitlich geschickt. Man muss die eigenen Fähigkeiten gut einschätzen um am Ende nicht enttäuscht zu sein.
Und dann kann man auch schon loslegen.

Schnittmuster

Vom Schnittmuster lebt das Nähen - man sollte ihm also entsprechende Sorgfalt widmen. Bei gängigen Kostümteilen (Faltenröcke, Uniformjacken...) gibt es fertige Schnittmuster, die man kaufen kann. Ungewöhnliche Kostüme fordern etwas mehr Eigenarbeit, denn hier gilt es, das Schnittmuster selbst zu erstellen. Keine Sorge, das klingt schwerer, als es ist und geht eigentlich ganz schnell. Man muss seine Maße kennen (oder gegebenenfalls nachmessen), um diese als Grundlage für das Muster zu nehmen. Eine grobe Idee, wie das Kostüm zusammengehört, bekommt man meist sehr schnell, aber da das individuell ist, muss man von Fall zu Fall da rangehen, zur Not auch mit einem Miniatur-Nähmuster. Keinesfalls sollte man beim Schnittmuster die Angaben für die späteren Nahtzugaben vergessen, sonst steht man am Ende mit einem zu kleinen Kostüm da.

Der Stoff

Der Stoff ist vielfach Geschmacksache, allerdings sollte er auf die Eigenschaften des Kostüms übertragen werden. Ist es ein leichtes, wehendes? - Dann wäre Jeansstoff die falsche Wahl. Aber auch das vermutliche Wetter spielt eine nicht zu verachtende Rolle, denn es ist kein Spaß einen ganzen, heißen Tag lang in einem Kostüm aus Wollstoff unterwegs zu sein. Manche synthetische Stoffe haben einen Hang dazu sich statisch aufzuladen, was sie ebenfalls eher ungeeignet machen würde.

Die Nähmaschine

Vorausgesetzt, man möchte nicht das ganze Kostüm per Hand nähen, ist eine Nähmaschine eine unausweichliche Sache. Nicht nur ist sie schneller beim Nähen, sie ist zudem auch gleichmäßig und fester, sofern man sich ordentlich eingearbeitet hat (was nicht allzu lange dauert). Wie viele Programme man braucht, hängt davon ab, ob man mit einfachen Nähten zufrieden ist, oder etwa noch zusätzlich Ziernähte oder ähnliches machen möchte. In 90% der Fälle reicht eine ganz einfache Nähmaschine.

Details

Ein gutes Kostüm lebt von den Details, seien es Ziernähte, Nieten, Knöpfe oder andere Spielereien: so klein sie auch sein mögen, so groß ist am Ende ihre Wirkung. Salopp gesagt kann ein einzelner Knopf den Unterschied zwischen einem "guten" Cosplay und einem "ganz passablen" machen. Ein weiterer Vorteil: viele der Details sind recht schnell angebracht und werten, wie gesagt das Kostüm ungemein auf.
Aber zu den Details gehören nicht nur Arbeiten am Kostüm, sondern natürlich auch etwaige Accessoires: Von Fächern, über Ohrringe bis hin zu Ketten und Pappmaché-Waffen, ohne sie, ist ein Kostüm nicht komplett.
Man sollte übrigens auch auf die Schuhe achten und möglicherweise auch ein paar Stunden in das bearbeiten derselben stecken. Wie seltsam wirkt z.B. ein Ritter in Turnschuhen?

Fertigcosplay

Wer in letzter Minute ein Cosplay machen möchte, handarbeitlich nicht geschickt ist oder einfach keine Lust hat, das Kostüm selbst zu machen, kann sich natürlich auch ein fertiges bestellen. In jedem Fall sollte man das jedoch so rechtzeitig machen, dass es vor der geplanten Convention da ist, denn sonst steht man plötzlich ohne da oder mit einem, das doch nicht passt, was sehr ärgerlich wäre.

Die Perücke

Viele Charaktere - besonders im Anime/Mangabereich leben von bunter, exotischer Haarpracht. Wer nicht mit quietschpinken oder neongrünen Haaren gesegnet ist, bzw. sich seine eigenen Haare nicht so färben möchte, greift auf eine Perücke zurück. Viele Perücken sind onesize, man muss sich deshalb hier nicht lange mit Größen aufhalten. Wichtig ist zu prüfen, welche Pflegehinweise die Perücke hat so dass man sie mehr als einmal verwenden kann. Richtig gestylt kann man sie übrigens zu einem späteren Zeitpunkt ohne großes Neustylen wiederverwenden.

Der letzte Schliff

Wenn man nun also alle elementaren Teile des Kostüms hat, fehlt noch der letzte kleine Schliff: das Make-Up. Ob es nun schillernd bunt oder eher dezent ist, hängt natürlich vom ausgesuchten Charakter ab, am besten also möglichst nah am Original halten.Grundsätzlich sollte zu jedem Cosplay zumindest ein wenig Make-Up getragen werden, andere Dinge wie Lidschatten oder Nagellack dann nach Bedarf.

  • Cosplay ist zwar im Grunde genommen nichts anderes als ein Sich-Verkleiden, hat jedoch mit Fasching recht wenig zu tun. Viele Cosplayer betreiben das zwar in ihrer Freizeit, aber auch durchaus ernst.
  • Wenn man sich in einem Cosplay nicht wohl fühlt, sollte man sich nicht dazu zwingen. Es ist nicht jedermanns Sache.
  • Ein kleines Nähset sollte immer dabei sein für den Fall, dass womöglich etwas schnell geflickt werden muss.
  • Cosplayer sind ein beliebtes Fotomotiv: Vorher fragen ist natürlich Pflicht. Ein Nein ist ein Nein.
  • Je ausgefallener das Kostüm ist, desto höher sind auch die Chancen aufzufallen. Der zehnte Char X ist nicht mehr zwingend interessant, deswegen sollte man gut überlegen, ob man wirklich ein sehr beliebtes Cos machen möchte. Und sofern das Kostüm kaufbar ist kann man sich sicher sein, dass auch schon andere auf die Idee gekommen sind ;)
  • Wenn man nicht in seinem Kostüm durch die Stadt zur Convention hinlaufen möchte, kann man sich meist auch vor Ort umziehen. Das ist besonders für eher freizügige oder provokante Cosplays nützlich.
  • Diese Tipps sind natürlich nicht nur für Anime/Manga geeignet, auch für etwa LARP können sie hilfreich sein.
  • Auf Conventions sollte man sich mit den Regeln betraut machen, denn die Variieren. Den Aufforderungen der Helfer vor Ort ist selbstverständlich Folge zu leisten.
  • Bei aller Ernsthaftigkeit sollte man es beim Cosplayen nicht übertreiben: Spaß steht an erster Stelle. Und der ist in einer Gruppe Gleichgesinnter oftmals bedeutend größer.
  • Und zu guter Letzt: Immer eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken mitnehmen hilft kostengünstig durch den Contag zu gehen.


Mitgliedsdetails

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Kathy-Lee

61

Aufgenommen:Aug 26, 2010

Studentin mit vielfältigen Interessen

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