Netbook versus Tablet
Vor zwei bis drei Jahren tauchten vermehrt sehr kleine Laptops mit Bildschirmgrößen von 8-12 Zoll auf. Diese kleinen, eher leistungsschwachen Geräte bekamen mit der Zeit die Bezeichnung „Netbook“ verpasst und wurden immer populärer. Entgegen dem Trend neue Laptops mit immer schnelleren Prozessoren und Grafikkarten hochzurüsten, entschieden sich viele Käufer für die kleinen leistungsschwächeren, aber energie- und platzsparenden Netbooks, die ihren eigentlichen Verwendungszweck im Namen tragen: sie sind in erster Linie Geräte zur Nutzung des Internets (und zum Erstellen von Dokumenten sowie zum Hören von Musik). Diese kleinen Geräte beflügelten außerdem den Trend der immer weiteren Verknüpfung der Nutzung von Computern mit der Nutzung von Internetdiensten, da sie mit WLAN, UMTS und langen Akkulaufzeiten, die Internetnutzung quasi ortsungebunden ermöglichten.
Netbooks
Seit einem halben Jahr gibt es einen neuen Trend im Computermarkt, der sich „Tablet“ nennt. Dies sind kleine Computer, denen sämtliche Eingabegeräte wie Tastatur oder Maus zugunsten eines berührungsempfindlichen Bildschirms (8-10 Zoll) gestrichen wurden. Den Beginn dieses Trends markierte die Einführung von Apples iPad. Mittlerweile folgen zahlreiche Hersteller mit Konkurrenzprodukten, insbesondere die ursprünglich für Smartphones entwickelte Betriebssystemplattform „Android“, die demnächst in einer Tablet-Version erscheint. Die Tablets warten mit Betriebssystemen wie iOS, Android oder WebOS auf, die konsequent auf eine Befehlseingabe per Touchscreen ausgerichtet sind, sich vom Leistungsniveau an dem der Netbooks orientieren, aber nur mit Flash-Speicher statt mechanischen Festplatten ausgerüstet sind.
Tablets
Diese beiden Gerätetypen treten nun verstärkt in Konkurrenz zueinander, da sich in den Punkten, Größe, Einsatzzweck, Mobilität, Leistung und Preis stark ähneln. Für jemanden, der sich einen neuen kleinen mobilen Computer anschaffen möchte, ist die Wahl zwischen beiden Gerätetypen nicht einfach. Einige Gegenüberstellungen mögen bei der Entscheidung vielleicht helfen:
Da beide Gerätetypen mittlerweile mit Dual Core-Prozessoren, 3D-Grafikkarten, 512 MB bis 1 GB RAM ausgestattet sind, fallen Unterschiede in der Leistung vermehrt weg. Auf beiden Geräten kann man permanent und ortsungebunden online sein, Musik hören, Filme gucken, Games spielen, Fotos angucken, Texte verfassen usw. Allenfalls bieten Netbooks größere Festplattenkapazitäten als Tablets.
Die Netbooks warten gegenüber den Tablets mit einer Tastatur und einem Trackpad bzw. externen Mäusen auf. Wer an das Schreiben von Texten auf Tastaturen gewöhnt ist, der wird sich bei Netbooks nur leicht bzw. gar nicht umstellen müssen, da deren Tastaturen 90-95% der Größe von PC-Tastaturen besitzen. Bei Tablets hingegen geschieht die Texteingabe über virtuelle, eingeblendete Tastaturen, die eine Ein- bzw. Umgewöhnung erfordern. Hierbei erhält man aber beim Tippen eine Vibration als Feedback, so dass man das „Drücken“ einer Taste wahrnehmen kann. Einziger Nachteil bei den ohnehin schon kleinen Bildschirmen ist die Tatsache, dass die eingeblendete Tastatur ca. 50% des Bildschirms einnimmt. Das Wegfallen einer physischen Tastatur hat aber einen Mobilitätsvorteil gegenüber den Netbooks: Tablets sind dünner und leichter, nehmen also weniger Platz in der Tasche ein und lassen sich dadurch leichter transportieren. Vor einem Kauf sollte man unbedingt beide Tastaturarten ausprobieren, um für sich entweder Prioritäten beim Schreibkomfort oder bei der Portabilität zu setzen.
Weiterhin sollte man Abwägungen zwischen einer Eingabe per Maus bzw. Trackpad oder per Touchbefehl auf dem Bildschirm machen. Diesen Punkt halte ich bewusst klein, da meiner Meinung nach die Eingabemethoden ähnlich sind. Lediglich in Bezug auf die Präzision sehe ich die Maus im Vorteil. Für Tablets gibt es aber vermehrt Eingabestife, die auf den kapazitiven Bildschirmen präzise Eingaben ermöglichen.
Weiterhin unterscheiden sich Netbooks und Tablets anhand der Betriebssysteme. Auf Netbooks werden typischerweise Windows- oder Linux-Betriebssysteme eingesetzt, auf denen gängige Software wie beispielsweise Office-Anwendungen laufen. Im Gegenteil zu Windows-Betriebssystemen geschieht bei Linux-Systemen sowie iOS, Android und WebOS die Verwaltung und Aktualisierung von Programmen („Apps) an zentraler Stelle und wenn gewünscht automatisch. Auf den Tablets sind gängige Office-Programme noch Mangelware, doch die zunehmende Verbreitung dieses Gerätetyps wird bei Konsumenten die Nachfrage steigern und die Anbieter zu tabletfähigen Versionen veranlassen. Denn bisher sind Tablets größtenteils auf den Konsum von Multimediainhalten und weniger als Office-Geräte ausgelegt. Die Tablets mit den drei großen Betriebssystem iOS, Android und WebOS haben unterschiedliche Stärken und Schwächen, sowie unterschiedlich große App-Datenbanken. Entscheidet man sich für ein Tablet, sollte man sich vorher über die einzelnen Angebote der drei Betriebssysteme informieren.
Es gibt auch Geräte, die eine Hybridform von Netbook und Tablet darstellen, indem beispielsweise das Tablet mit einer einklappbaren Tastaturdockingstation verbunden werden kann und somit zum Netbook wird und eine einfachere Texteingabe ermöglicht.
Konkrete Empfehlungen für einen der beiden Gerätetypen möchte und kann ich an dieser Stelle nicht geben, denn die Entscheidung sollte am zukünftigen Einsatzzweck und Vorlieben in Sachen Portabilität und Benutzeroberfläche getroffen werden. Unbedingt empfehlen kann ich aber das Ausprobieren beider Gerätetypen in einem Elektronikfachmarkt bevor man sich entscheidet.
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