Pflanzenhaarfarben und Henna
Es gibt gute Gründe, auf herkömmliche chemische Haarfarben zu verzichten. Wer mit seiner Naturhaarfarbe nicht zufrieden ist, dem bleibt als Alternative die Nutzung einer sogenannten Pflanzenhaarfarbe. Um meine Erfahrungen mit verschiedenen Produkten aus diesem Bereich geht es im folgenden Artikel.
Echte Pflanzenhaarfarbe
Ich habe ursprünglich angefangen, mich nach einer Alternative zu herkömmlichen Haarfarben umzusehen, weil ich meine Haare wachsen lassen wollte und mir klar war, dass durch ständiges Färben meine Haare strapaziert werden, so dass die angestrebte Länge bei gutem Haarzustand eher nicht zu erreichen wäre.
Nun kann man seine Haare nicht nur selber chemisch färben oder beim Friseur färben lassen, sondern es gibt zusätzlich die Möglichkeit, die Farbe mittels Pflanzenhaarfarben und Henna zu verändern. Vorab sei gesagt, dass Pflanzenhaarfarben anders wirken, anders angewendet werden und eine etwas intensivere Auseinandersetzung mit dem Thema nötig machen. Allerdings haben sie den großen Vorteil, dass eine Färbung mit Pflanzenhaarfarben die Haare nicht angreift, sondern im Gegenteil die Haare noch pflegt. Wenn man bei Einkauf auf die richtigen Produkte achtet, sind außerdem keine schädlichen Stoffe erhalten. Mir wurde erst im Nachhinein bewusst, was ich mir bei der Anwendung einer chemischen Haarfarbe eigentlich auf den Kopf und somit auf die Haut auftrage. Jedem, der den Geruch einer chemischen Farbe kennt, sollte klar sein, dass das nicht gesund sein kann, aber tatsächlich viele Stoffe enthalten, die wirklich hochgradig (!) bedenklich sind. Dies gilt vor allem, wenn man dunkler färbt. Wer interessiert ist, findet zahlreiche Informationen im Internet, als Stichwort kann man mal nach Phenylendiamine suchen..
Wer überlegt, Pflanzenhaarfarben zu probieren, sollte einige Punkte beachten. Zum einen sind Henna und Pflanzenhaarfarben nicht identisch. In Pflanzenhaarfarbe ist immer auch Henna enthalten bis zu einem gewissen Teil, aber auch andere färbenden Pflanzenteile. Henna alleine färbt feuerrot, in Kombination mit anderen Bestandteilen lassen sich Farben zwischen Rot über Braun bis zu Schwarz erreichen. Man kann die Haare mit Pflanzenhaarfarben nicht aufhellen oder heller färben. In der Regel hat man bei jeder Farbe einen mehr oder weniger starken Rotstich und die Farbe ist immer warm, nie aschig. Die Pflanzenhaarfarbe legt sich wie ein Film um das Haar und verbindet sich mit der eigenen Haarfarbe, so dass die Farbe immer individuell wird. Das Färbeergebniss ist nie ganz einheitlich, die Farbe kann sich an unterschiedlichen Partien verschieden stark anlagern.
Zu beachten ist, dass man beim Wechseln von zun zu chemischer Farbe vorsichtig sein sollte. Ganz wichtig ist, dass man niemals chemisch färbt, wenn man nicht ausschließen kann, dass im zuvor verwendeten Henna Metallsalze enthalten waren. Dies kann zu schlimmen Reaktionen in Kombination mit chemischen Haarfarben führen, die über ungewünschte Färbeergebnisse hinaus gehen. Die hier gezeigten Produkte sind nicht mit Metallsalzen versetzt. Dennoch sollte man sich bewusst sein, wenn man über mit Pflanzenhaarfarben gefärbte Haare mit chemischer Farbe färbt, kann dies zu unschönene Ergebnissen kommen. Oft ist es nur so, dass die Farbe einfach nicht hält, besonders wenn man blondiert, kriegt man unter Umständen einen hässlichen Grünstich. Auch umgekehrt, bei Pflanzenhaarfarben über Chemie, können die Ergebnisse unvorersehbar sein, allerdings kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen, dass dies bei mir (!) immer gut geklappt hat.
Der Auftrag einer Pflanzenhaarfarbe ist in der Regel nicht mit dem Auftragen einer chemischen Färbung zu vergleichen. Bei der Logona und der Sante Pflanzenhaarfarbe kriegt man ein Tütchen mit einem feinen, grünen Pulver, welches man mit heißem Wasser anrührt. Den dabei entstehenden, mehr oder weniger dickflüssigen Brei trägt man so warm wie möglich auf die Haare auf. Danach verpackt man alles schön mit Frischhaltefolie, am besten noch Alufolie drüber, und zum Abschluss ein Handtuch drum. Im Anschluss lässt man alleslange einwirken. Dabei sollte man sich an den Angaben auf der Packung orientieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es bei den Brauntönen von Logona und Sante nicht schadet, die Einwirkzeit deutlich zu verlängern. Dies sorgt dafür, dass die Farbe intensiver wird und etwas länger hält. Zum Schluss wäscht man die Haare aus. Der Brei ist bei beiden Marken relativ hartnäckig und schwierig aus den Haaren zu bekommen. Es hilft, wenn man eine günstige Spülung kauft und diese großzügig im ganzen Haar verteilt, wie Shampoo. Dann kann man die Reste leichter ausspülen. Da ich beide Marken bereits getestet habe, einige Eindrücke zu den beiden Produkten:
Die Pflanzenhaarfarbe von Logona ist pflegender für die Haare, bei der Sante Farbe waren die Haare etwas trockener nach der Anwendung. Die Farbe war bei beiden Produkten nach der ersten Anwendung eher unspektakulär. Bis auf einen leichten, rötlichen Schimmer war nicht viel zu sehen. Allerdings intensiviert sich die Farbe von Auftrag zu Auftrag. Allerdings brauchte ich einige Färbevorgänge, bis die Farbe auch nur annähernd so war, wie ich es mir vorgestellt habe. Außerdem wurde es immer roter, was mir nicht so gut gefallen hat.
Mittlerweile benutze ich diese Produkte nicht mehr, sondern bin nach einer längeren Pause bei den Logona Color Cremes, genauer gesagt bei der Farbe "Nougatbraun", gelandet. Der große Vorteil ist, dass die Farbe bereits fertig in einer Tube ist. Die Konsestenz ist cremig, vergleichbar mit herkömmlichen Haarfarben. Dadurch ist das Auftragen ganz einfach. Der große Vorteil ist, dass man auch nur den Ansatz färben kann und nicht immer die ganzen Haare. Denn auch hier ist es so, dass die Farbe sich quasi "anlagert" und von Auftrag zu Auftrag kräftiger wird. Die Farbe "Teak" ist roter und intensiver als die Farbe "Nougat". Diese ist eher bräunlich, mir leichtem rot. Die Haltbarkeit ist ersteunlich gut, in den ersten Haarwäschen nach dem Färben sieht man, dass sich ein bisschen Farbe auswäscht, die hört dann aber auf. Ich färbe alle 4 Wochen, wegen des Ansatzes, und die Farbe wird nur wenig blasser in dieser Zeit.
Logona bietet passend zu den Color Cremes jeweils ein Produkt zur Vor- und zur Nachbehandlung an. Diese habe ich aber noch nicht benutzt. Besonders die Vorbehandlung sollte man sich aber überlegen, wenn man seine Haare mit herkömmlichen Haarpflegeprodukten pflegt, da diese oft Silikone enthalten. Dadurch kann ein Film auf den Haaren entstehen, der dafür sorgt, dass die Farbe nicht gut oder gar nicht angenommen wird.
Wenn man nur die Pflege der Pflanzenhaarfarben will, aber keine Farbe, kann man die farblose Pflanzenhaarkur von Logona probieren. Ich persönlich finde die Pflegewirkung und das Haargefühl nicht so gut, wie bei den färbenden Pulvern.
Davor und Danach
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Aufgenommen:Aug 25, 2010
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