Algen- Gemüse aus dem Meer
Bei meiner Auseinandersetzung mit der asiatischen, im speziellen japanischen Küche, bin ich unter anderem auf Algen gestossen, die dort einen festen Platz auf dem Speiseplan haben. Neugierig geworden habe ich mich in das Thema eingelesen und verschiedene Sorten Algen getestet. In diesem Ratgeber möchte ich von meinen Erfahrungen berichten.
Algen
Des weiteren gelten Algen als sehr gesund. Sie sind besonders mineralstoffreich und enthalten Spurenelemente, unter anderem Eisen, Phosphor, Kalium und Magnesium. Die jeweiligen Inhaltsstoffe unterscheiden sich bei den verschiedenen Algenarten. Dies gilt auch für den Jodgehalt, den Algen ebenfalls in teilweise sehr hoher Form aufweisen können, ein Faktor, den man beim Verzehr von Algen unbedingt beachten sollte. Da Deutschland als Jodmangelgebiet gilt und die hier lebenden Menschen in der Regel nicht an die Zufuhr großer Mengen Jod gewöhnt sind, kann es bei einer plötzlichen, hohen Jodzufuhr zu einer nicht gewünschten Beeinflussung der Schilddrüse kommen und eine akute Schilddrüsenüberfunktion könnte ausgelöst werden.
Hier sollte man sich informieren. Allerdings gibt es durchaus Algenarten, die einen relativ geringen Jodgehalt haben, so dass ein Verzehr auch für Nicht-Japaner ohne Probleme möglich ist- diese sind durch die Gewöhnung und regelmäßige hohe Jodzufuhr von dieser Sorge meist nicht betroffen.
Generell haben alle Algen einen speziellen, markanten Geschmack, den nicht jeder mag. Tatsächlich muss man sich daran erst gewöhnen, Algen schmecken in der Regel nach Meer, mehr oder weniger salzig und oft "fischig". Auch die Konsistenz ist ungewohnt, grade wenn die Algen eingeweicht werden sind sie oft ein bisschen glitschig.
Im Folgenden stelle ich einige Algensorten vor und gebe Tips für den Einsatz in der Küche.
Nori
Wer schon einmal Sushi gegessen hat, wird schon einmal Erfahrungen mit Nori gemacht haben. In die Algenblätter werden Reis und verschiedenen Füllungen eingewickelt und in Scheiben geschnitten serviert. Zur Herstellung werden die Algen zerkleinert und zu dünnen Blättern verarbeitet.
Nori kann man mittlerweile verbreitet finden, im Reformhaus, in Asialäden und auch im Supermarkt. Es eignet sich gut als Einstieg in die Welt der Algen, weil es einfach zu handhaben ist und auch vom Jodgehalt wenig bedenklich ist, wenn man es nicht in Massen verzehrt. Außerdem ist es geschmacklich nicht zu intensiv.
Man kann die Noriblätter einfach so als Snack knabbern, im Asiamarkt gibt es sie auch klein und handlich zugeschnitten und gesalzen. Klassischerweise kann man sie zu Sushi verarbeiten, aber man kann auch Couscous- oder Bulgursalat hineinfüllen. Als Alternative zu Sushi kann man auch Temaki machen, deren Herstellung einfacher sind. Dazu gibt man die Füllung wie beispielsweise Reis, Gemüse, Fisch und Frischkäse auf die Noriblätter und rollt das Blatt wie eine Eistüte. Oder man zerkleinert das Nori und streut es über Reis.
Wakame
Wakame gibt es als Instantprodukt zu kaufen, wie hier gezeigt, oder als große Blattstücke. Ich habe bisher nur die Instantvariante probiert, bei der die Blätter bereits in kleine Stücke zerkleinert sind. Der Jodgehalt ist etwas höher als bei Nori, aber nicht in einem Maß, dass man als generell bedenklich einschätzen muss.
Man kann die kleinen Algenstücke einfach in Suppe verwenden, ich nehme sie gerne in Misosuppe. Man kann auch einen Salat daraus machen, wenn man die getrockneten Algen einweicht, anschließend ausdrückt und mit weiteren Zutaten und Dressing mischt. Gut passen Gurken dazu, ein einfaches Dressing kann man aus Reisessig und eventuell etwas Öl machen, abgeschmeckt mit Salz und Pfeffer.
Interessant ist, dass Geschmack und Textur von Wakame bei unterschiedlichen Marken stark variieren. Ich hatte das erste Mal eine Sorte aus dem Asialaden, die einen sehr starken Meergeschmack hatte. Hier sollte man sich ein bisschen durch verschiedenen Produkte durchtesten, Wakame kann sehr mild und angenehm schmecken.
Arame
Arame ist eine Alge, die sich für den Einstieg bestens eignet, weil sie sehr mild schmeckt, fast ein bisschen süßlich. Man weicht die getrockneten Blätter ein, drückt sie etwas aus, wenn sie weich sind und gibt sie beispielsweise zerkleinert in einen Salat. Als Basis eignet sich auch Couscous-Salat bestens, zubereitet mit Ingwer, Schalotten, Karotten, Radieschen und abgeschmeckt mit Cayennepfeffer, Sojasauce, Reisessig und Sesamöl. Allerdings sollte man die Arame vor der Zugabe vorher 10 Minuten kochen. Man kann sie auch zusammen mit Karotten, Schalotten und Paprika zu einer Gemüsepfanne verarbeiten.
Allerdings sollte man beachten, dass Arame verhältnissmäßig viel Jod enthält, deshalb sollte man sie nicht in zu großen Mengen konsumieren.
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Aufgenommen:Aug 25, 2010
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