Von ungewollten Standmixern und Geschenken der Wahl
Küchenmaschine, Bügeleisen, Staubsauger… ob Geburtstag, Jahrestag oder Weihnachten: nach solchen Anlässen entbrennen häufig Diskussionen, bei welchen Frauen sich darum streiten, wer nun das schlimmste Geschenk vom Liebsten erhalten hat.
Prinzipiell ist gegen Haushaltsgegenstände als Geschenk zwar nichts einzuwenden: schwärmt die eigene Frau seit Monaten vom Thermomix und schleicht in jeglichem Geschäft um diesen herum, ist ein solches Geschenk sicherlich nicht verkehrt. Erzählt sie immer wieder, wie toll der Cappuccino bei ihrer besten Freundin geschmeckt hat, die ihn mittels eines bestimmten Kaffeevollautomaten zubereitet hat, wird sie sich bestimmt freuen, eben diesen Apparat aus der Geschenkverpackung schälen zu können.
Hier ist die Kunst des Zuhörens gefragt: viele Frauen neigen dazu, indirekte Hinweise zu geben und ständig begeistert von bestimmten Dingen zu sprechen, wenn sie wissen, dass eine „Geschenke-Zeit“ ansteht. Wer darauf achtet, wird so sicherlich den einen oder anderen Wink mit dem Zaunpfahl erhalten.
Frauen ziehen persönliche Geschenke den praktischen häufig vor: ist sie Anhängerin von Nominationsschmuck, wird sie sich sicherlich über weitere Charms für ihr Bettelarmband freuen, auch wenn viele Männer hierbei oft denken: „Wie unpraktisch, das verhakt sich doch bestimmt überall!“
Liebt sie Halsschmuck im Generellen, wird auch ein schönes neues Collier, bei welchem man vielleicht gar mit einer Gravur für eine persönliche Note sorgt, Freude bereiten, während Mann vielleicht denkt: „Nun stottert der einzige im Haushalt vorhandene Staubsauger schon seit Februar nur so vor sich hin und Halsketten hat sie doch schon en masse, so dass ich zu Weihnachten vielleicht doch besser einen neuen Staubsauger schenken sollte.“ Aber wenn eine Frau seit Februar mit einem augenscheinlich kaputten Staubsauger hantiert, bedeutet das zumeist, dass das Gerät doch noch nicht so kaputt ist, denn dann hätten die meisten Frauen bis Weihnachten wohl längst resigniert und den Sauger gegen einen neuen eingetauscht.
Zudem könnte es doch sehr missverständlich wirken, wenn dann ein neuer Staubsauger mit den Worten „Du mühst dich ja schon seit Monaten mit dem Alten ab.“ präsentiert wird, da so der Eindruck entsteht, als habe man diese Plackerei bereits seit Langem beobachtet und sich trotzdem nicht schon früher bemüht, diesen Missstand zu beheben.
Wer es geschickt anstellt, kann Haushaltswaren und Geschenke aber doch auch in Einklang bringen: sind die Töpfe und Pfannen beispielsweise bereits allesamt derangiert, kann man sehr wohl ein gutes Set, z.B. von WMF, schenken, aber man sollte es nicht einfach in Geschenkpapier packen und auf Begeisterungsstürme noch während des Auspackens warten, sondern seine Liebste mit einem selbstgekochten Essen an einem hübsch gedeckten Tisch überraschen und ihr im Rahmen des Essens eröffnen, man habe für die Zubereitung ihre neuen Töpfe benutzt – es versteht sich natürlich von selbst, dass man die Küche im Anschluss auch selbst aufräumt!
Ähnlich kann man agieren, wenn nicht nur die Utensilien, sondern die gesamte Kücheneinrichtung überfällig ist und man seine Liebste mit einer Renovierung überraschen möchte („Heute musstest du nicht hier kochen und in Zukunft musst du auch nicht in dieser Küche kochen!“).
Während man in der Küche Ordnung schafft, darf die Frau ein zuvor eingelassenes Bad geniessen und anschliessend trifft man wieder zusammen, um gemeinsam einen ihrer Lieblingsfilme zu schauen und verwöhnt sie als krönenden Abschluss mit einer Massage. So wird ein Mann letztlich „so süss und so romantisch“ und nicht zu den Männern Marke „und dann hat er tatsächlich das geschenkt, wie fürchterlich!“ geschoben.
Viele Frauen lieben solche Geschenke, bei denen es nicht nur darum geht, etwas Materielles zu überreichen, sondern auch gemeinsame Zeit miteinander verbracht wird: so eignen sich auch selbstgebastelte Gutscheine ganz hervorragend als Geschenk, gegen die man Dinge wie „eine ausgiebige Rückenmassage“, „ein gemeinsamer DVD-Abend mit Liebesfilmen deiner Wahl“, „ein gemeinsamer Waldspaziergang“ etc. einlösen kann.
Solche Gutscheine kann man aus Tonkarton ganz einfach selber basteln und sie im Anschluss mit Aufklebern, selbstgemalten Bildchen usw. verschönern; ebenso gibt es bereits vorgefertigte Gutscheinkarten im Handel, welche man nur noch ausfüllen muss. Doch eines gilt in beiden Fällen: egal, wie schlecht die eigene Handschrift auch sein mag, man sollte sich Mühe geben und die Gutscheine doch handschriftlich beschriften, um die ganz persönliche und intime Note zu bewahren.
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