Schulranzen, Schulrucksack oder doch ein Schultrolley?
Mittlerweile haben zwar diverse Wissenschaftler nachgewiesen, dass ein schlecht sitzender schwerer Ranzen nicht unbedingt zu bleibenden Wirbelsäulenschäden führt, wobei gleichzeitig darauf hingewiesen wurde, dass viele Kinder allerdings bereits aufgrund von beispielsweise Bewegungsmangel einen kranken Rücken haben. Dennoch ist ein nicht auf das Kind abgestimmter Tornister natürlich in jedem Fall eine Belastung für den kindlichen Körper und von daher sollte man den Kauf eines Schulranzen doch nicht zu überstürzt tätigen.
Das wichtigste Kriterium liegt sicherlich darin, dass ein Tornister in jedem Fall nach DIN 58124 zertifiziert sein sollte: so ist nicht nur gewährleistet, dass der Ranzen durch Reflektoren so verkehrssicher wie möglich ist, sondern auch, dass er der Körperform eines Kindes entspricht.
Generell sollte ein Ranzen im Rückenteil deutlich verstärkt sein, damit der Inhalt nicht auf den Rücken drückt und keinesfalls über die Schultern des Kindes reichen: dies könnte sich bei Kindern von geringerer Körpergrösse durchaus als Problem erweisen. So war der Sohn von Bekannten, obschon zunächst noch ein Jahr zurückgestellt, bei seiner Einschulung immer noch einen Kopf kleiner als sämtliche Mitschüler und wenn er einen Tornister auf dem Rücken trug, sah man ausser dem Schulranzen nicht mehr viel.
Dabei sollte der volle Ranzen letztlich nicht mehr als 10 bis maximal 15% von dem wiegen, was das Kind wiegt: bei kleinen und auch entsprechend zierlicheren Kindern ist dieses Maximum dann aber schnell überschritten. Für solche Fälle empfiehlt sich statt eines herkömmlichen Tornister dann die Anschaffung eines Ranzen-Trolleys: diese kleinen nachziehbaren Rollköfferchen sind den normalen Schulranzen nachempfunden und zumeist auch noch mit zusätzlichen Tragegurten ausgestattet. Wenn dann also doch ein deutlicher Wachstumsschub einsetzt, kann das Kind diesen Schultrolley also später auch problemlos wie einen ganz normalen Schulranzen tragen. Oftmals ist das Gestänge nebst den Rollen hier auch komplett entfernbar.
Auch diese Trolleys sind in der Regel mit Reflektoren bzw. fluoreszierenden Oberflächen ausgestattet: insbesondere wenn man ausserhalb wohnt und nicht der komplette Schulweg ausgeleuchtet ist (so bin ich als Kind auch in einer Seitenstrasse aufgewachsen, die nur auf wenigen Metern am Anfang beleuchtet war und die auch keinen eigenen Bürgersteig aufwies, so dass man also immer am Strassenrand entlanggehen bzw. mit dem Rad entlangfahren musste), würde ich allerdings empfehlen, in jedem Fall noch zusätzliche Reflektoren anzubringen – dies gilt im Übrigen sowohl für Trolleys als auch für simple Tornister.
Denn besonders im Winter, wenn es morgens auf dem Weg zur Schule noch sehr duster ist, verschafft diese Auffälligkeit doch ein zusätzliches Mass an Sicherheit: im Übrigen gibt es auch diverse Jacken, die mit speziellen Reflektorenstreifen ausgestattet sind und deren Anschaffung doch auch lohnt, zumal diese Jacken auch dauerhaft von den Kindern akzeptiert werden, während Extras wie reflektierende Schärpen etc. häufig doch schnell als allzu kindisch abgestempelt und abgelehnt werden.
Aber zurück zum eigentlichen Thema „der optimale Schulranzen“, von welchem dieser Ratgeber eigentlich handelt: die Tragegurte sollten mindestens 4cm breit und gut gepolstert sein, so dass die Gurte also gut auf der Schulter aufliegen, ohne ins Rutschen zu geraten oder Druckstellen zu verursachen.
Weiterhin sollte man regelmässig den Sitz der Gurte überprüfen und diese, wenn das Kind gewachsen ist, gleich nachziehen: Kinder neigen dazu, den Ranzen durchaus mal etwas „lässiger“ zu tragen. Da hängt der Tornister dann sehr tief und zieht die Schultern tief nach hinten zurück oder man wirft ihn lediglich über eine Schulter, die dann das komplette Gewicht tragen muss: hier ist es wichtig, dem Kind bereits von Anfang an klarzumachen, dass es wichtig ist, dass das Gewicht des Ranzen gleichmässig verteilt sein muss.
Einige Kinder möchten statt eines Ranzen lieber einen Rucksack verwenden: hier sollte man unbedingt einen speziellen Schulrucksack verwenden. Der simple Rucksack, der auch in der Freizeit genutzt wird, ist hier ungeeignet, da er hinten nicht so verstärkt wie ein Ranzen oder eben auch ein spezieller Schulrucksack ist, so dass das gesamte Gewicht des Inhaltes gegen den Rücken drückt und schnell Beschwerden verursacht.
Zu Schulzeiten sollte man dann neben der richtigen Einstellung der Tragegurte nur noch darauf achten, dass das Kind nie mehr als nötig mit zur Schule nimmt und die am Schultag nicht benötigten Hefte und vor Allem auch die Bücher vorher ausräumt: da ist es hilfreich, am Abend den Ranzen (bzw. Rucksack oder auch den Trolley) für den folgenden Schultag umzuräumen – so wird ausserdem auch Ordnung gehalten und es finden sich nicht plötzlich zahlreiche zerknüllte Schmierzettel oder sonstiger Müll auf dem Boden des „Schulgepäcks“.
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