Schöner schreiben mit Lamy - von Anfang an
Auch in Zeiten von Internet und jeglichem „mobile messaging“ wird doch noch sehr viel Briefpost versendet, wobei sich hier in den Umschlägen auch nicht immer nur gedruckte Papiere befinden, sondern oftmals auch durchaus noch handschriftlich verfasste Briefe.
Ob die Oma zum Geburtstag eine Glückwunschkarte an den Enkel schickt, die Liebenden sich gegenseitig heisse Liebesschwüre übermitteln, das I-Dötzchen seinen Paten per Brief zeigen will, wie gut es schon schreiben kann, der Drucker oder die Schreibmaschine defekt ist oder ob man einfach alte (Brief-)Freundschaften auf eine Weise pflegen will, die heute schon fast als nostalgisch gilt: Handgeschriebenes wirkt immer stilvoller.
Auch wenn die eigene Handschrift eher schlecht oder unbeholfen ist, wirken handgeschriebene Briefe doch auch sehr viel persönlicher als solche Briefe, die man am PC verfasst und ausgedruckt hat, auch wenn man hier eine möglichst edle Schrift verwendet hat.
Und auch in der Schule muss nach wie vor noch sehr viel mit der Hand geschrieben werden.
In vielen Grundschulen lernen die ABC-Schützen das Schreiben unter Zuhilfenahme des dickbauchigeren Lamy-Lernfüllers. Aufgrund seines massiveren Umfangs lässt er sich sehr gut umfassen und rutscht auch nicht so leicht aus der Hand, zumal die Oberfläche eher hölzern ist, während Konkurrenzprodukte hier oft aus rutschigerem Kunststoff bestehen.
Der Lamy-Lernfüller ist auch mein erster Füller gewesen. Als nach der Grundschule dann der Wechsel auf eine weiterführende Schule erfolgte, schenkten mir meine Eltern einen Lamy Füller aus der Serie „safari“ in der Farbe weiss. Denselben Füller kaufte ich mir später, der Farbe wegen, nochmals in der roten Ausführung.
Ich habe bis zuletzt alle dieser Schreibgeräte genutzt: ja, alle Drei.
Die „safari“-Füller sind etwas schmaler und geradliniger als der Lernfüller gehalten, aber ich hatte schon von meiner Geburt an immer sehr schmale, lange Finger und im Falle der „safari“-Füllfederhalter war es nun so, dass sie mir im unteren Bereich einfach zuwenig „Fassung“ hatten. Hier fühlte ich mich immer wie beim Asiaten, wo mit Stäbchen gegessen wurde.
Aber dies ist wohl rein persönliches Empfinden, denn viele meiner damaligen Mitschüler stellten schnell fest, dass sie den „fortgeschrittenen“ Füller doch als sehr viel angenehmer in der Handhabung als den Schreiblernfüller empfanden.
Während der einfachen Schulstunden habe ich zumeist auch den „safari“ benutzt, dessen Vorteil vor Allem darin bestand, dass er etwas feiner schreibt. Aber standen längere Schularbeiten und Klausuren an, bei denen unaufhörlich geschrieben wurde, habe ich bis zum Abitur doch den Schreiblernfüller genutzt.
Dieser ist mir im Übrigen einmal heruntergefallen, so dass die Verschlusskappe einen deutlichen Riss erhielt: der Schreibfähigkeit des Füllers tat dies aber keinen Abbruch. Der Riss war einfach unschön, aber der Füller trocknete nichtsdestotrotz doch nicht aus, auch wenn er nun nicht mehr ganz verschlossen werden konnte.
Sämtliche Einzelteile der Lamy-Füller sind übrigens einfach ersetzbar und irgendwann kaufte ich mir, den Anblick der gerissenen Kappe inzwischen doch gründlich leid, eine neue Verschlusskappe.
Nachdem ich den Lernfüller ca. zehn Jahre emsig genutzt hatte, geschah es dann auch, dass mir irgendwann ein Stück der Spitze abbrach. Doch auch dies machte dem Füller nichts aus: nun schrieb er lediglich feiner, aber immer noch sauber.
Da ich ja bemängelt hatte, dass der safari-Füller zarter schrieb, während sich der Schreiblernfüller besser fasste, kam mir dies aber grade recht: nun schrieb auch der von mir im Handling eindeutig bevorzugte Füller schön schmal.
Die Spitze habe ich bis heute nicht ausgetauscht.
Der Nachteil der Lamy-Füller war übrigens immer, dass man hierfür längliche Patronen benötigte, die es fast ausschliesslich von Lamy gab.
Hingegen funktionierten viele der Füller der Konkurrenz mit kürzeren Patronen, die es von vielen verschiedenen Herstellern gab, und die sich auch allesamt in die diversen Füller einsetzen liessen, so dass es hier auch günstigere Alternativen gab. Teils waren die Patronen hier sogar nachfüllbar, während man bei den Lamy-Füllern immer auf die Original-Patronen angewiesen war.
Später relativierte sich dies aber und diverse Produzenten boten lange Patronen an, welche sich auch in die Lamy-Füller einsetzen liessen. So vertrieb zum Beispiel die Drogeriekette „IhrPlatz“ schon relativ früh solche Patronen, die man auch in den Lamy-Füllern verwenden konnte.
Was die Farbauswahl der Tintenpatronen anbelangt, bietet Lamy für seine Produkte aber nach wie vor das grösste Sortiment, aber da uns als Schülern lediglich die Verwendung blauer und allenfalls noch schwarzer Tinte erlaubt war, war das nie ein ausschlaggebendes Argument für oder gegen bestimmte Patronen.
In meiner Jugend, während der „pinken Phase“, tauschte ich die Tintenpatrone in einem meiner „safari“-Füller übrigens durch eine pinke Patrone aus und nutzte diesen dann ausschliesslich privat. Später hatte ich auch kurze Zeit ein Faible für die grüne Tinte.
Der Austausch der Farben bereitete nie Probleme: selten war beim ersten so geschriebenen Wort die Farbe während der ersten Buchstaben noch etwas schmierig; teils schimmerte hier noch die zuvor genutzte Tintenfarbe durch, aber direkt danach war die Farbe bereits absolut klar und deutlich.
Bald werde ich nun 30 und ich besitze und benutze die genannten Füller immer noch, da sie mich einfach vollends überzeugt haben, sowohl von ihrer Qualität her als auch von ihrer Leistung.
Lediglich wenn es darum geht, Verträge zu unterzeichen oder sonstige Dokumente zu signieren, verwende ich keinen der Füllfederhalter, sondern den Lamy 2000 Tintenroller, der im Gebrauch eher einem edleren Kugelschreiber gleicht, wobei die Feder hier sehr leicht über Papier gleitet und man kaum aufdrücken muss, so dass sich der Tintenroller auch perfekt für dünneres Papier eignet.
Dort sind mir die Füllfederhalter nämlich schon zu kräftig und zudem kommt der Lamy 2000 Tintenroller in einem besonders edlen Design daher, dass es nicht nur stilvoll wirkt, wenn man hiermit schreibt, sondern auch bereits, wenn man dieses Schreibgerät nur zückt.
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