Mit der Seife geölt - die Öl-Seifen-Reinigung
Nachdem es noch bis vor Kurzem immer hiess, dass man sein Gesicht keinesfalls mit Seife reinigen dürfte, da diese die Gesichtshaut viel zu sehr austrocknen und den hauteigenen Säureschutzmantel zerstören würden, rückt inzwischen die sogenannte „Öl-Seifen-Reinigung“ immer mehr in den Mittelpunkt der Gespräche, welche sich um eine tiefengereinigte Haut drehen.
Doch auch, wenn Omi schon immer behauptete, das Geheimnis ihrer prallen und noch recht falten freien Haut läge darin, dass sie zeitlebens lediglich Wasser und Seife an ihr Gesicht gelassen hätte, gilt dennoch: Seife ist nicht gleich Seife und gegebenenfalls trocknet die verwendete Seife nämlich tatsächlich aus.
Denn als die Grossmutter noch jung war, gab es bei Weitem noch nicht zig Supermarkt-Ketten mit ausufernden Drogerie-Abteilungen, in denen man die Qual der Wahl zwischen zig verschiedenen Seifen hatte und hier kommen wir bereits zum Kern des Problems: heutzutage wird den Seifen in der konventionellen, industriellen Produktion das Glycerin entzogen, um sie so länger haltbar zu machen. Jedoch können auch später hinzugefügte Stoffe diesen Mangel weder ersetzen noch überhaupt ausgleichen.
Im Gegensatz zu diesen „Industrie-Seifen“ wird Naturseifen weder das wichtige Glycerin entzogen noch eine Überfettung verhindert, so dass diese Seifen letzthin nur so vor Pflege strotzen.
Naturseifen gibt es vor Allem von Naturkosmetik-Firmen wie Weleda oder Lavera. Zudem gibt es inzwischen wieder immer mehr Angebote von Seifensieder/innen, die ihre selbsthergestellten Naturseifen erfolgreich vertreiben.
Mit diesen Seifen lässt sich die Haut (für die Haare gibt es übrigens auch spezielle Shampoo-Seifen) nicht nur hervorragend reinigen, sondern gleichzeitig pflegen.
Bei der Öl-Seifen-Reinigung geht es nun darum, die Haut bis tief in die Poren hinein zu säubern: zunächst massiert man seine Haut ausgiebig mit einem Öl nach Wahl, um das Öl im Anschluss mit Hilfe einer der natürlichen Seifen abzuwaschen. Das hierbei benutzte Wasser sollte weder lau noch warm, sondern heiss sein und während die Einen das Öl ganz „normal“ abwaschen, verteilen die Anderen die Seife auf der Haut und entfernen das Öl-Seifen-Gemisch per „Splashing“: dabei wird ca. 30x heisses Wasser ins Gesicht geschaufelt. Doch auch, wenn Einige behaupten, „Splashing“ sei die einzig richtige Methode, die Öl-Seifen-Reinigung zu beenden, ist es in erster Linie doch wohl eine Frage der persönlichen Präferenz.
Als Seifen eignen sich alle Produkte von Naturkosmetik-Unternehmen sowie natürlich auch die Erzeugnisse der eigenständig tätigen Seifensiedern.
In der Regel geht aus den Produkt-Deklarationen klar hervor, für welchen Hauttyp die einzelnen Seifen sich am Besten eignen, wer einen „Allrounder“ sucht, ist vor Allem mit einer Ringelblumen-Seife wie der Weleda Calendula-Seife gut bedient.
Bei unreiner fettiger Haut eignet sich die Kombination von Rosmarinseife, unter Anderem ebenfalls erhältlich von Weleda, und Distelöl.
Trockene Haut reagiert hingegen oft positiv auf Olivenöl-Seifen.
Die Öle muss man übrigens nicht in der Kosmetikabteilung suchen, sondern diese können einfach aus dem Speiseöl-Regal entnommen werden. Hierbei sollte man allerdings auf ihre Reinheit achten und prinzipiell nur zu kaltgepressten Ölen greifen.
Distel- sowie Arganöl eignen sich für alle Hauttypen; unter diesem Aspekt wird zwar Sesamöl ebenfalls häufig angepriesen, allerdings reagieren hierauf viele Menschen auch allergisch. Mit den Ölen kann man hier übrigens hervorragend spielen: man muss sich nicht zwangsläufig für das Eine entscheiden, sondern kann sowohl per Probieren seinen Favorit herausfinden als auch seine Lieblingsöle miteinander mischen und diese Mixtur anwenden.
Wer eine selbsthergestellte Mischung verschiedener Öle verwenden möchte, erspart sich viel Zeit, wenn er direkt ein wenig mehr der Mixtur herstellt und diese in eine Pumpflasche abfüllt: so hat man ein Fläschchen Öl, welches für mehrere Anwendungen vorrätig, und per Pumpspender ist das Öl am Handlichsten dosierbar.
Für die Öl-Massage sollte man sich durchaus 15-30 Minuten Zeit nehmen, wobei man vermutlich bereits nach einigen Minuten deutliche „Krümel“ auf der Haut spüren wird. Nach einigen Anwendungen erscheint die Haut auch deutlich feinporiger, während sie sich nach jeder Öl-Seifen-Reinigung bereits viel geschmeidiger und genährter anfühlt. So sieht der Teint letztlich auch frischer und gesünder aus.
Wendet man die Öl-Seifen-Reinigung regelmässig an, so verbessert sich zumeist auch das generelle Hautbild und es kommt seltener zu auffälligen Irritationen. Von daher eignet sich diese Art der Gesichtswäsche auch bei unreiner und zu Akne neigender Haut.
Bei fettiger Haut wirkt zudem schon simples Sonnenblumenöl, welches viele von uns zum Backen oder Kochen verwenden, wahre Wunder. Als Seife ist hier insbesondere die sogenannte „Schwarze Seife“ zu empfehlen.
Die Öle sollten weiterhin eher trocken und dunkel, wie z.B. im Badschrank, verwahrt werden, während die Seifen am Besten in einer nach Möglichkeit luftdurchlässigen Seifenschale gelagert werden, welche ebenfalls abseits direkter Sonneneinstrahlung aufgestellt werden sollte.
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