Hilfe bei Kinetose - Ingwer als natürliche Arznei bei Reisekrankheit bzw. Seekrankheit
Beruflich und auch privat bin ich sehr viel unterwegs; mit dem Zug, dem Schiff, dem Flugzeug oder natürlich auch einmal per Auto. Und auch wenn ich das viele Reisen durchaus gerne mag und sehr schätze (immerhin sieht man so Einiges von Deutschland, Europa und der Welt und lernt auch zahlreiche interessante Menschen kennen) : meinem Gleichgewichtssinn gefällt es nicht immer. Insbesondere bei Fahrten in Schnellzügen mit Neigetechnik oder auch im Fond eines Autos sitzend gerät dieser besonders schnell aus dem Takt und es kommt zur berühmt-berüchtigten „Reisekrankheit“, die sich natürlich auch bei starkem Seegang auf einem Schiff bemerkbar macht und von daher auch als „Seekrankheit“ bezeichnet wird. Natürlich möchte ich meine Mitreisende nicht dadurch verschrecken, dass ich mit grünem Gesicht ins Speien gerate und versuche die Übelkeit bereits im Vorfeld zu bekämpfen, so dass ich auch während der Fahrt keiner oder zumindest deutlich weniger ausgeprägte Symptome verspüre.
Vor einigen Jahren empfahl mir eine befreundete freischaffende Künstlerin Ingwer zu diesem Zweck und tatsächlich ist Ingwer seither für mich auch das Mittel schlechthin in Bezug auf Reisekrankheit (Kinetose).
INGWER Kapseln 60 Stück
Ingwer - eine Kurz-Info
Ingwer ist eine tropische bzw. subtropische Pflanze, die hauptsächlich als Küchengewürz bekannt ist, aber auch als Arznei in der Naturmedizin auf sich aufmerksam macht: so wird dem Inger sowohl einew antioxidative als auch eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen. Ebenso soll er sich positiv auf die Darmtätigkeit auswirken und auch wenn seine Auswirkungen auf Kinetose-Patienten bisher nur nicht repräsentativ untersucht worden, zeigten die wenigen Forschungen doch deutlich, dass Ingwer bei See-/Reisekrankheit im Vergleich zu Placebos doch eindeutig besser wirkte, wenn auch schwächer als die „chemische Keule“.
Die verschiedenen Möglichkeiten der Ingwer-Einnahme
Ingwer ist heute in den verschiedensten Formen erhältlich: natürlich kann man auch die rohe Wurzel etwas kauen oder einige Schlucke Ingwersaft (in etwa ein kleines Schnapsglas voll) trinken. Aber Ingwer hat doch einen sehr eigenwilligen und starken Geschmack und ist zudem recht scharf und auch wenn ich scharfes Essen im Allgemeinen durchaus mag: der pure Ingwer schmeckt mir dann doch nicht so gut wie zum Beispiel das Gericht, in dem nur etwas Ingwer als Gewürz mitverarbeitet wurde.
Ingwer wird häufig aber auch in Kapselform offeriert: die Zintona Kapseln sind so sehr beliebt zur Behandlung von Reisekrankheit geworden. Aber natürlich gibt es auch noch Ingwerkapseln anderer Hersteller.
Ich greife wenn dann allerdings auch zumeist auf die Zintona Kapseln zurück: die sind sehr gängig und daher leicht zu bekommen. Zudem gefällt mir hier sehr gut, dass diese Kapseln in verschiedenen Packungsgrössen erhältlich sind: die kleine Packung, welche zehn Kapseln enthält, passt hervorragend in die Handtasche und ist für mich als Einzelperson für eine einfache, kurze Reise (Hin- und Rückfahrt) absolut ausreichend. Hier würde ich mir sogar wünschen, dass es die Zintona Kapseln auch im 5er-Pack geben würde.
Bei Reisen innerhalb des eigenen Landes trage ich zumeist auch nur eine Handvoll der Kapseln in einer separaten kleinen Dose bei mir: bei grenzüberschreitenden Reisen nehme ich dann doch lieber die Originalpackung mit, so dass sich die Zintona Kapseln bei Zollkontrollen schneller identifizieren lassen.
Die grösseren Packungen sind natürlich praktisch für Familien mit mehreren Mitgliedern, die mit der Seekrankheit zu kämpfen haben, oder für längere Rundreisen.
Trinkbar!
Von verschiedenen Anbietern kann man längst Ingwertee erwerben, ob zum Selbstaufbrühen, in Beutelform oder auch als Instant-Variante. Sofern die Reiseart es erlaubt, sollte man sich eine Thermoskanne voll von diesem Tee mitnehmen.
Ich schneide mir daheim gerne ein kleines Stück Ingwer-Wurzel in Scheiben, lege diese in einen Topf, den ich anschliessend mit einem Liter Wasser auffülle, welches daraufhin zum Kochen gebracht wird. Das Ingwer-Wasser lasse ich eine knappe Viertelstunde köcheln und anschliessend leicht abkühlen. Im Anschluss wird der Ingwer abgeseiht und das Ingwer-Wasser noch mit etwas Traubenzucker, nach Belieben oder vielmehr: nach Geschmack, gesüsst. Natürlich kann man das Ingwerwasser auch so trinken; ich mag es zumeist lieber leicht gesüsst.
Das Ingwerwasser schmeckt auch gekühlt und lässt sich in einer simplen Trinkflasche einfach als Proviant mit auf Reisen nehmen.
Der kleine Ingwer-Knabberspass für zwischendurch
Eingangs erwähnte ich schon, dass ich die rohe Ingwerwurzel als Kau-Mittel aufgrund ihres Geschmacks eher ablehne: besonders im Gesundheitsbereich findet man aber auch oft Ingwerbonbons, welche auf Reisen eigentlich nie bei mir fehlen. Diese Bonbons zu lutschen hilft mir besonders gut, wenn sich dann doch mal ein leiser Anflug von Übelkeit breitmacht.
Auch gibt es Ingwernüsse oder kandierte Ingwerstäbchen: Zweitere sind unterwegs meine zweitliebste „Anti-Kinetose-Knabberei“. Erstere mag ich nicht allzu gern, wobei dies natürlich auch eine Frage des persönlichen Geschmackes ist.
Besser vorsorgen als nachsorgen
Und auch, wenn ich bei Reisen nach Möglichkeit Ingwerwasser/Ingwertee trinke und immer etwas ingwerhaltiges Naschwerk zur Hand nehme, gehe ich natürlich nicht nur während der Fahrt gegen meine Seekrankheit vor: hier dient dies mehr zur weiteren Unterstützung. Die Zintona-Kapseln nehme ich bereits vor der Reise ein; ebenso trinke ich bereits vor der Fahrt ein Glas Ingwertee oder ringe mich dann doch zu einem Schluck intensiveren Ingwersaftes durch.
Und auch wenn ich vor der Abreise jeweils nur wenig und zumeist nur Leichtes esse: wenn eine längere, ggf. „wackeligere“, Fahrt bevorsteht, nehme ich dann doch auch häufig noch ein kleines Weissbrot-Schnittchen mit Ingwer-Konfitüre zu mir.
Hilft das denn wirklich immer?
So hilft mir der Ingwer, die meisten Fahrten (oder auch Flüge) unbeschadet zu überstehen; eine Spucktüte habe ich schon lange nicht mehr nutzen müssen, aber auf langen (mehr als 16stündigen) Flugreisen oder mehrtägigen Schiffsreisen gerät dann auch der Ingwer in seiner Wirkung ins Straucheln. Hier nehme ich dann oftmals (zusätzlich) auch eines der konventionellen Medikamente gegen Seekrankheit, die man auch rezeptfrei in der Apotheke erhält, z.B. die Vomex A Dragees, und welche für mich aber wirklich der absolute Notnagel sind. Wie gesagt: in der Regel hilft mir der Ingwer – ebenso wie frische Luft. Darum wird auf Autoreisen immer mal wieder eine Pause eingelegt (da die fast immer antihistaminhaltigen Apotheken-Präparate aufgrund ihrer Zusammensetzung die Müdigkeit verstärken können, sollte man keinesfalls selber fahren und auch ansonsten empfiehlt sich in diesem Fall die Reise in Begleitung) und im Zug sitze ich besonders gerne in Türnähe. Bei Halten verspürt man hier doch einen deutlichen Luftzug und kann bei kürzeren Zwischenaufenthalten auch mal schnell aus dem Zug springen, um vor der Fahrt draussen einmal tief ein. Und auszuatmen. Aus diesem Grunde halte ich mich auf Schiffsreisen auch besonders gerne an Deck auf (und ohnehin immer ziemlich mittig, da das Schiff hier am Wenigsten wankt); lediglich bei Flugreisen muss natürlich auf das „Durchatmen an frischer Luft“ verzichtet werden und hier greife ich dann doch auch deutlich häufiger auf das klassische Antihistamin zurück, zumal es aufgrund der heutigen Sicherheitsbestimmungen ohnehin nahezu unmöglich ist, mit mehr Flüssigkeit bzw. Nahrungsmitteln an Bord zu gehen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen...
Auch wenn diverse Antihistamika rezeptfrei erhältlich sind, sollte man doch kein Präparat blind kaufen, sondern sich zumindest kurz vom Apotheker beraten lassen, damit man auch ein Mittel gegen die Reisekrankheit erwirbt, was möglichst optimal zu Einem passt. Denn trotz der freien Verkäuflichkeit: letztlich sind es doch Medikamente!
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