Durchscheinende Dessous? Meine Unterwäsche sieht man - NICHT!
Frau kennt es: trägt man enge Kleidung, zeichnet sich die Unterwäsche schnell unschön ab. Die Träger eines „Durchschnitt-BHs“ rutschen schnell hervor und sind bei Trägertops oder Neckholdern immer sichtbar. Der Rand des Höschens zeichnet sich durch den Stoff des körperengen Rockes oder der Hose ab und wenn man sich vorbeugt, rutscht das entsprechende Kleidungsstück herunter, während das Oberteil hochrutscht, so dass das Phänomen „Klempnerspalte“ entsteht und man den Po-Ansatz sieht. Bleibt dieser unsichtbar, liegt das vermutlich an der gut sichtbaren Unterwäsche und während es vor 15 Jahren absolut nicht der Rede wert war, dem gesamten Umfeld seinen String zu präsentieren und dieser Effekt oftmals bewusst zum „Style“ gehörte, ist es heute doch eher verpönt und frau wird angesichts des dargebotenen Unterwäschestücks belächelt.
String-Tangas werden oftmals als DAS Kleidungsstück bezeichnet, wenn es darum geht, dass sich der Slip nicht abzeichnen soll: wie trügerisch! Trägt Frau einen String unter den Leggings erkennt man ihr Höschen von hinten betrachtet natürlich wirklich nicht, da das entscheidende Stückchen Stoff von den Pobacken verborgen wird. Von vorne betrachtet zeichnet sich dann aber doch ein deutliches Dreieck ab.
Die Unsichtbarkeits-Formel lautet hier demzufolge nicht String, sondern wie auch bei jedem anderen Höschen: nahtlos. Denn wie es die Bezeichnung schon verrät, können sich hier keine Nähte abzeichnen und dann sieht man eine Pants unter den Leggings ebenso wenig wie einen String. Für welche Art eines Höschen man sich entscheidet, bleibt Einem letztlich selbst überlassen.
Damit die Unterwäsche auch verdeckt bleibt, wenn man sich bückt, empfiehlt sich in erster Linie natürlich ein etwas längeres Oberteil anstelle eines bauchfreien oder nur knapp bis zur Hüfte reichenden Shirts. Ansonsten fällt ein schlichter einfarbiger Slip in auffälliger Farbgestaltung natürlich weniger auf als ein farblich nicht passender String: der gelbe String mit den pinken Herzen unter der dunklen Jeans bleibt den Betrachtenden doch eher im Gedächtnis als ein schwarzer oder marinefarbener Slip.
Manche Frauen setzen hier auch auf spezielle Nierengurte: so gibt es heute bereits modische und leichte Nierenbänder, die ungepolstert sind und nicht beim Motorradfahren oder Ähnlichem Schutz bieten sollen, welche stattdessen nur dazu dienen, den Bereich rund um das Steissbein abzudecken, um keine freie Sicht auf nackte Haut oder Unterwäsche zu gewähren – auch nicht dann, wenn man sich vornüber beugt. Diese Bauchbänder sind hauteng und wenn man hier auf eine nahtlose Verarbeitung achtet, sollte man ebenfalls nicht in die Verlegenheit kommen, dass Leute bemerken, dass man „sich da doch irgendwas in die Hose gestopft hat bzw. was Komisches unter dem Oberteil trägt“, weil die Linie doch deutlich sichtbar ist. Vorteil dieser Nierenbänder: sie verdecken nicht nur Ansätze von Popo, Steiss und Unterwäsche, sondern halten gleichzeitig noch die Nieren warm (und sind so im eiskalten Winter auch noch ein molliges Accessoire für untendrunter).
Im Übrigen ist weder Weiss noch Schwarz die Farbe, die sich am Unsichtbarsten machen und der Haut am Besten anpassen kann: das ist –logischerweise- haut- bzw. nudefarben. Natürlich ist dies nicht die sexieste Farbe und ein hautfarbenes, nahtloses Unterwäsche-Set sprüht nur selten vor Raffinesse, aber um nicht gesehen zu werden: optimal. Auch unter einem weissen Shirt zieht man bestenfalls einen hautfarbenen BH an . Lediglich unter dunklen Shirts empfehlen sich farblich abgestimmte BHs, insbesondere in Diskotheken oder auf wilden Feiern, wo man Gefahr läuft, vom Schwarzlicht erwischt zu werden: das lässt den BH teils nämlich deutlich erkennen, zumindest dann, wenn man einen hellen BH trägt. Ergo: bei dunklen Shirts stimmt man die BH-Farbe am Besten ab, um für alles gerüstet zu sein, während man heleeren unbedingt und bei bunten Oberteilen ruhig zum Nude-BH greift.
Heute werden zahlreiche BHs mit transparenten und dadurch angeblich unsichtbaren Trägern angeboten: Mumpitz! Diese Träger sind aus elastischerem Gummi, liegen dadurch nur selten angenehm auf der Haut und auch, wenn sie nicht besonders auffällig sind, lassen sie sich doch deutlich erkennen. Je öfter man den BH trägt, desto deutlicher werden die Träger, da sie einfach nicht so waschbar wie der Stoff sind. Es ist also absolut berechtigt, dass man solcherlei transparente Träger im separaten Mehrfach-Pack erwerben kann!
Eine schönere Alternative ist es natürlich, den BH auf den Schnitt des Oberteils abzustimmen: so gibt es beispielsweise Neckholder-BHs für Neckholder-Oberteile. Natürlich besteht auch hier die Gefahr, dass die BH-Träger unter dem Neckholder des Oberteils hervorrutschen, aber im Allgemeinen fallen die BH-Träger hier kaum auf. Natürlich gibt es auch hier Modelle mit transparenten Trägern und im Übrigen gibt es im Handel aber auch transparent angebotene spezielle Neckholder-BH-Träger. Das bedeutet: man benötigt eigentlich nur einen BH mit abnehmbaren Trägern, so dass der BH bereits die entsprechenden Ösen aufweist; dann kann man auch aus einem ganz normale Träger-BH leicht einen Neckholder-BH machen. Wer handarbeitstechnisch geschickt ist, kann zudem noch kleine Schlaufen unter die Träger des Oberteils nähen, durch die man dann die Träger des Neckholder-BHs durchzieht und ihnen so eine „Rutsch-Grenze“ aufzeigt.
Bei schulterfreien Oberteilen sollte der BH auch prinzipiell schulterfrei und trägerlos sein; wenn man seinen Ausschnitt bereits derart nackt in Szene setzt, wirken auch transparente Träger nur eigentümlich.
Für Oberteile mit tiefen Rückenausschnitten gibt es längst BHs, die tief unten geschlossen werden. Allerdings ist das Gefühl, den BH so tief im Rücken zu haben, eines, an das man sich erst gewöhnen muss.
Wenn das Oberteil im Dekolletee so weit ausgeschnitten ist, dass man den Steg des BHs zwischen den Brüsten deutlich wahrnehmen würde, empfehlen sich selbstklebende BH-Schalen, die an jeweils einer Brust befestigt werden ohne dass ein sichtbarer, „zusammenhängender“ BH entsteht. Einige dieser Folien-BHs sind so geschnitten, dass sie auch die Brustwarzen verdecken, so dass es zu keinem Nipplegate kommen kann. Bei Anderen sollte man dann (sofern man Wert darauf legt) doch zum Tape greifen – simples Isolierband oder auch einfache Pflaster tuns hier völlig. Im Übrigen schmerzt auch das Isolierband beim Abziehen nicht: da man doch stetig schwitzt und Hautfett absondert, löst es sich mit der Zeit ohnehin leicht von der Haut, ebenso wie man es ja auch beim Pflaster kennt. Wem „Abziehen“ nicht geheuer ist, kann also auch auf das eigenständige „Abfallen“ warten.
Da sich die Folien-BHs ebenfalls nur oberflächlich reinigen lassen, sind sie aber auch nicht für den oftmaligen Gebrauch geeignet und müssen regelmässig ausgetauscht werden, zumal auch hier die Klebekraft nach mehrmaligem Benutzen deutlich nachlässt.
Prinzipiell kommt man also mit nur wenigen BHs aus: ein hautfarbener BH mit abnehmbaren Trägern und ein dunkler BH mit „Rückenfrei-Trägern“ (diese sind meistens multifunktional, dass man den BH auch trägerfrei, als simplem Träger-BH und teils auch als Neckholder-BH tragen kann) reichen in der Regel völlig aus – dann noch je ein Päckchen transparenter einfacher BH-Träger, transparenter Neckholder-Träger sowie Klebe-BHs und man ist für jede Ausschnitt-Lösung gerüstet; erst recht, wenn die BHs zudem noch nahtlos verarbeitet sind.
Wieviel farbige, vernähte, spitzenbesetzte… BHs man ansonsten noch im Schrank beheimaten möchte, ist dann reine Ermessens- und Geschmackssache – ebenso wie die Frage der getragenen Höschen, bei denen man nur im Hinterkopf behalten sollte: Nahtlos sieht man sie nicht.
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