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Die Hitze aus der Wohnung halten

 

Nachdem in den vergangenen Tagen und Wochen doch schon der Hochsommer hervorblitzte, obwohl wir uns nach wie vor im Frühling befinden, tauchten in diversen Haushalten sicherlich wieder die ersten Grüblereien auf: wie vermeidet man einen Hitzestau in der Wohnung? Wie hält man die Hitze am Effektivsten aus der Wohnung heraus? Von einem aussen angebrachten Schild „Temperaturen über 25°C bitte draussen bleiben.“ Lassen sich ebendiese Celsius-Grade natürlich nicht abschrecken.

Eine Möglichkeit ist natürlich die Installation einer Klimaanlage; allerdings ist die Einrichtung einer Klimaanlage nicht unbedingt günstig und angesichts des Stromverbrauches entpuppen sich hier so manches Mal auch die Folgekosten als üppig. Und wer zur Miete wohnt, möchte hier ohnehin vielleicht nicht allzu viel investieren: wer weiss denn schon so genau, wie lange er in just dieser Mietwohnung leben wird?

Ventilatoren sind zuweilen ähnliche Stromfresser und surren in den meisten Fällen noch sehr laut; diese sollte man wenn dann im Übrigen unbedingt auf einer dickeren und somit schalldämpfenden  Matte abstellen: so erlebte ich es in meiner ehemaligen Wohnung, dass mein Ventilator in meinen Ohren zwar relativ leise war, die unter mir wohnenden Nachbarn aber, sofern der Ventilator auf dem puren Fussboden stand, ein pochendes Summen an ihrer Decke vernahmen. 

Aber Ventilatoren sind nun auch nicht das Mittel zum Zweck. Oft beklagen sich Leute, dass Ventilatoren doch auch nicht für frische Luft sorgen würden, sondern nur die alte verbrauchte Luft im Zimmer zirkulieren würden. Prinzipiell stimmt das nun zwar, aber zuletzt erzählte mir jemand, dass er das „widerlich“ fände, was ja nun wirklich so nicht gesagt werden kann. Befinde ich mich in einem geschlossenen Raum, atme ich schliesslich auch dieselbe verbrauchte Luft – ist im Raum nun ein Ventilator eingeschaltet, kann er auch nur die ohnehin vorhandene Luft „durchwirbeln“.

Will man hier noch etwas Frischluft in die Zirkulation geraten lassen, kann man den Ventilator aber in die Nähe eines gekippten Fensters stellen, so dass hier immer wieder frische Luft in den Raum gerät und der Ventilator so ein Gemisch aus alter und neuer Luft verteilt.

Meiner Erfahrung nach eignen sich Ventilatoren aber allenfalls für einen Raum: meine frühere und relativ kleine Wohnung, in der ich im Sommer zuweilen noch auf einen Ventilator zurückgriff, war schlauchförmig und der Ventilator stand an einem Ende und die Luft konnte auf gradem Weg fast durch alle Räume ziehen. Theoretisch. Praktisch merkte man schon am Ende des nächsten Raums kaum noch einen Luftzug.

Von daher kann ich persönlich Ventilatoren nur als eine Lösung für einzelne, kleinere  Räume empfehlen.

Bei Tag und Nacht...

Gemeinhin wird immer empfohlen, dass man bei Tage sämtliche Vorhänge und Jalousien bzw. Rollläden geschlossen halten sollte und am frühen Morgen bzw. am späten Abend ausgiebig lüften sollte; oder noch besser: die Fenster während der ganzen Nacht offenhalten. Nun: wer im Parterre wohnt, wird es sich sicherlich mehrmals überlegen, ob er tatsächlich während der gesamten Nacht sämtliche Fenster offenstehen lässt – insbesondere wenn man in der Grossstadt oder ähnlicher anonymer Umgebung wohnt. Aber prinzipiell ist es natürlich durchaus ratsam, die Tageshitze mittels Gardinen und Rollläden „auszusperren“ und die Abend-/Nachtkühle mit offenen Armen (bzw. Fenstern und Türen) zu empfangen. 

… geht nicht immer!

Ratschläge, die die Richtung „Tagsüber alles zu, nachts alles auf“ gehen, konnten mir früher nur ein müdes Lächeln entlocken, auch wenn ich teils geneigt war, die Aussage „Du musst tagsüber die Rollos runterlassen!“ zumindest mit einem deutlichen Wutschrei zu quittieren: wir wohnen in einer Gegend, in der lediglich Vorhänge üblich sind. Jalousien oder Rollläden gibt es hier kaum.

Natürlich gibt es Jalousien, die sich längst unproblematisch anbringen lassen; ich bin allerdings längst an das rollofreie Leben in dieser Gegend gewöhnt und sehe, ehrlich gesagt, auch nicht unbedingt eine Veranlassung, extra Jalousien für die wenigen echten Sommertage, die man im deutschen Raum geniessen kann, zu montieren. Denn eigentlich habe ich nichts gegen die Sonne; an kalten Wintertagen wünscht man sich solche Sommertage herbei und wenn diese dann kommen, will man sie aussperren? Wenn man einmal genauer darüber nachdenkt, ist das Verhältnis des Menschen zum Wetter doch sehr widersprüchlich. Persönlich habe ich auch nichts dagegen, dass es in der Wohnung entsprechend wärmer ist, ich möchte nur einen Hitzestau vermeiden.

Aber insbesondere bei Dachgeschosswohnungen, wie zuletzt von mir bewohnt, sollte man tatsächlich darüber nachdenken, ggf. Rollos anzubringen. Wenn noch dazu kleinere Kinder mit im Haushalt leben, ist dies sicherlich absolut empfehlenswert.

Die Wohnung vor der Hitze retten 

Allerdings ist die Anbringung an schrägen Dachfenstern dann doch etwas problematischer und mit zwei linken Händen gerät man hier schnell ins Fluchen. Doch Ideen muss der Mensch haben: so lernte ich dereinst jemanden kennen, der die Hitze mit Hilfe von Rettungsdecken ausschloss. Hierzu muss man lediglich eine der silbrig-glänzenden Rettungsdecken mit der silbernen Seite nach aussen am Fenster befestigen. Durch die Reflektion wird die Hitze hier „zurückgeworfen“, die Decken sind dennoch recht lichtdurchlässig und lassen sich auch leicht für die jeweiligen Fenstergrössen zuschneiden.

Am Besten funktioniert das Fernhalten der Hitze, wenn die Decke am äusseren Fenster angebracht ist: ich empfehle, sie in jedem Fall nicht direkt an der Fensterscheibe festzustecken, sondern mit doppelseitigem Klebeband am Rahmen zu befestigen, damit das Fensterglas nicht beeinträchtigt werden kann.  Anstelle von Rettungsdecken kann man prinzipiell auch Alu-Folie nehmen, wobei diese den Nachteil hat, dass sie schneller reisst und sich doch auch relativ schnell löst; vor Allem, wenn ein Sommertag dann doch mal etwas windiger ist; und auch Alu-Folie sollte man nicht direkt auf die Fenster kleben, da sich hier relativ schnell unschöne Beschläge auf den Scheiben bilden.

Ohnehin würde ich raten, auch die Rettungsdecken-Methode nur an wirklich sonnigen Tagen zu verwenden und die Decken ansonsten abzunehmen.

Spieglein, Sonne, an den Fenstern 

Fenster in Dachschrägen lassen sich so natürlich nur mit ein wenig Geschick und deutlich mehr Mühe abdecken; in diesem Fall empfiehlt sich dann doch eher die Anbringung einer speziellen Sonnen-/Spiegelfolie auf den Fenstern.

Ansonsten sind Rettungsdecken zu diesem Zweck aber wie erwähnt ebenfalls geeignet und gegenüber spezieller Sonnenfolie teils auch deutlich günstiger zu haben.

Weiterhin kann es hilfreich sein, im Raum eine Wäschespinne oder ein anderes dementsprechendes Konstrukt aufzustellen, um hier nasse Handtücher und Laken aufzuhängen. Wenn das Wasser verdunstet (die Stoffe also trocknen), wirkt sich das sowohl angenehm auf die Raumtemperatur als auch auf die Luftfeuchtigkeit aus.

Nicht in trockenen Tüchern 

Einige Menschen vertrauen hier auch auf nasse Vorhänge vor den Fenstern: dabei sollte man allerdings darauf achten, dass die Gardinen hier tatsächlich frei hängen und an den Seiten nicht mit den Wänden neben den Fenstern in Berührung kommen. Zudem sollten die Vorhänge auch im oberem Bereich trocken bleiben, damit auch die Aufhängung nicht feucht wird. Sprich: man sollte hier nur den Stoff durchnässen, der tatsächlich frei hängt und den Raum neben den Fenstern in keiner Weise berührt, um Fäulnis und Schimmelbildung vorzubeugen.  

Tipp: es ist doch sehr mühsam, die Vorhänge nass zu machen und den durch das Wasser schwereren Stoff wieder aufzuhängen – alternativ kann man eine simple Sprühflasche (wie es sie auch oft zur Pflanzenpflege gibt) mit Wasser befüllen und die Vorhänge regelmässig hiermit besprühen und sie dadurch feucht zu halten. Zudem lässt sich die Nässe so viel besser regulieren und die Vorhänge tropfen auch nicht. Hat man die Gardinen vorher in Dusche oder Badewanne nassgemacht, ist die Wahrscheinlichkeit des Tropfens doch noch gegeben, auch wenn man die Vorhänge zuvor ausgewrungen hat.

Aus diesem Grunde sollte man auch, wenn man eine Wäscheleine im Zimmer aufstellt und diese mit nassen Tüchern behängt, darauf achten, dass man die Wäscheleine nach Möglichkeit auf einer Folie aufstellt, um den Boden vor herabtropfendem Wasser zu schützen – bei Fliesen ist dies zwar ohnehin sicher kein Problem, aber Teppichböden sollte dann doch nicht unbedingt unnötig feucht werden.

Mittels Sprühflasche kann man den Stoff zudem kontinuierlich feucht halten und immer wieder neu befeuchten: bei entsprechenden Temperaturen geht die Verdunstung nämlich bereits sehr schnell vonstatten und man hat rasch trockene Tücher im Zimmer hängen.

hilft! 

Kleinere Fenster (wie in der Gäste-Toilette) sind in unserer Wohnung nun mit Spiegelfolie beklebt; die auf den Balkon zeigenden Fenster sowie die Balkontür decken wir im Hochsommer vom Balkon aus mit Rettungsdecken ab (Achtung: der Balkon erscheint vor diesen dann deutlich sonniger und wärmer – unsere Sitzecke befindet sich allerdings in der fensterlosen Ecke des Balkons und vor den Fenstern mit den Rettungsdecken kann man wunderbar sonnenverwöhnte Früchte und Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Chilis ziehen.

Die Fenster bleiben tagsüber weitesgehend geschlossen, wobei wir durchaus schon mal ab und an ein Fenster auf Kipp stellen (besonders, wenn die Sonne von dieser Seite der Wohnung weggezogen ist). Die Vorhänge bleiben bei Hitze allerdings immer zugezogen und werden regelmässig mit Wasser aus der Sprühflasche versorgt. In den hauptsächlich genutzten Räumen, wie Wohn-/Essbereich und Arbeitszimmer werden zudem nasse Handtücher aufgehängt und so ist die Wohnung trotz fehlender Jalousien auch im Hochsommer eigentlich immer angenehm temperiert (und unser kleiner Balkon-Gemüseanbau gedeiht prächtig). Nichtsdestotrotz sind wir am Abend auch immer froh, wenn sich die Sonne verzogen hat und man alle Fenster und Türen öffnen kann, so dass frische Luft durch die ganze Wohnung zieht.



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Badeentchen

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Aufgenommen:Aug 7, 2010

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