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Deutsches voller Spannung und Überraschungen

 

Nun, Mitte September, sind die Tage bereits wieder sowohl kürzer als auch grauer und während man einerseits noch auf einen goldenen Oktober hofft, sucht man andererseits schon wieder nach Beschäftigungen, mit denen man die Zeit vertrödeln kann.

Als beliebtes Hobby kann gemeinhin wohl das Lesen verstanden werden. Doch während man in den meisten Bestsellerlisten häufig die Namen von englischen oder amerikanischen Autoren vernehmen kann, dringen inzwischen auch immer mehr deutschsprachige Autoren an die Oberfläche.

Diesen sagt man oft nach, eher philosophisch oder romantisch veranlagt zu sein, aber es gibt inzwischen auch durchaus spannende Krimis und Thriller dieser Autoren, welche absolut empfehlenswert sind und nasskalte Tage im Nu vorübergehen lassen.

Nun, Mitte September, sind die Tage bereits wieder sowohl kürzer als auch grauer und während man einerseits noch auf einen goldenen Oktober hofft, sucht man andererseits schon wieder nach Beschäftigungen, mit denen man die Zeit vertrödeln kann.

Der derzeit beliebteste Autor dürfte Sebastian Fitzek sein, der in den letzten Jahren immer wieder mit aufregenden Thrillern punkten konnte und bei dem eine Neuerscheinung auf die nächste folgt.

Sein Debütroman „Die Therapie“, welcher von einem Psychiater erzählt, der eine schizophrene Patientin therapiert, in deren Wahnvorstellungen immer wieder ein Mädchen vorkommt, dessen Beschreibung exakt auf die verschwundene 12jährige Tochter des Arztes passt, kann schlussendlich durch eine überraschende Wendung punkten.

Fitzek beherrscht die Kunst der heimlichen und doch offensichtlichen Überraschungen ganz famos: im Roman „Der Seelenbrecher“ wird bereits recht früh darauf hingewiesen, wer der Protagonist ist, der dem Roman seinen Titel gab. Doch dieser Hinweis ist so subtil, dass man ihn einfach übersieht.

Der „Seelenbrecher“ ist jemand, der bereits diverse Frauen entführt und sie zwar nach kurzer Zeit freigelassen hat, sie bis dahin aber derart psychisch gefoltert hat, dass alle Opfer quasi in ihren eigenen Körpern begraben sind. Nun wird der „Seelenfänger“ in eine Klinik eingeliefert, doch noch bevor seine Identität bekannt wird, ist die Klinik aufgrund des unsäglichen Wetters komplett von der Außenwelt abgeschnitten und der Seelenbrecher beginnt in der Klinik sein manipulatives Spiel, ein Katz-und-Maus-Spiel findet seinen Anfang.

Diese Geschichte wird in Rückblenden erzählt; ein Professor bringt einige studentische Probanden zusammen und konfrontiert sie mit der Patientenakte von Kasper, einem Patienten, der zur selben Zeit wie der „Seelenbrecher“ in der Klinik weilte und sowohl versucht hatte, den „Seelenbrecher“ zu enttarnen als auch die anderen Mitpatienten vor diesem zu schützen.

Diese beiden Romane sind insbesondere empfehlenswert für psychologisch interessierte Leser, während Fitzeks Roman „Splitter“ eher neurologisch interessant ist: hier nimmt der Protagonist an einem Versuch teil, bei welchem negative Erinnerungen gelöscht werden sollen. Leider scheint er danach komplett gelöscht zu sein: an der Wohnungstür steht ein fremder Name, seine Ehefrau bestreitet, ihn zu kennen oder gar mit ihm verheiratet zu sein.

Wie gesagt, ist der „Seelenbrecher“ eher ein Roman für neurologisch Interessiertere oder eventuell auch für jene, die sich für Bücher begeistern, in denen Verschwörungen im Mittelpunkt stehen.

Was unter den männlichen Autoren Sebastian Fitzek, ist unter den weiblichen Schriftstellern sicherlich Sabine Thiesler.

„Der Kindersammler“, ihr Debüt im kriminalistischen Thrillerbereich, konnte nicht weniger begeistern als Fitzeks „Therapie“. Hier wechseln die Erzählperspektiven, vom Opfer zum pädophilen Kindermörder zu den verzweifelten Eltern (von bereits getöteten oder auch bislang noch als vermisst gemeldeten Kindern) bis hin zu den Ermittlern.

„Der Kindersammler“ ist spannend, bedrückend, beängstigend und ein Buch, das so berührt und fesselt, das man es kaum weglegen kann, bis es nicht komplett ausgelesen ist.

Wer sucht, findet hier sicher auch den ein oder anderen Logikfehler, aber immerhin ist dies ein Roman und keine Dokumentation, so dass man das der Autorin sicher nachsehen kann.

Allerdings ist „Der Kindersammler“ nichts für sensible und empfindliche Gemüter, da Thiesler sich nicht vor detailierten Schilderungen scheut und weder Pädophilie noch Serienmorde eignen sich für romantische Geschichten.

Thieslers „Hexenkind“ schlägt da schon einen seichteren Ton an: hier steht eine Familie im Vordergrund, oder vielmehr: ihre Abgründe. Die deutsche Frau eines italienschen Trattoria-Besitzers wird ermordet aufgefunden und Thiesler beleuchtet sowohl die bewegte Vergangenheit als auch die immer noch belebte Gegenwart des familiären Alltags mit all ihren Schwierigkeiten. Daher gibt es hier auch sehr viele Schilderungen des Drumherum, während im „Kindersammler“ eher die eiskalte, brutale Linie nachgezogen wurde.

Die Enthüllung der Täteridentität überrascht auch im Falle des „Hexenkind“ ungemein, obschon man, wenn man die Geschichte nach dem Lesen nochmals Revue passieren liess, doch auch bemerkte, dass dem aufmerksamen Leser der Täter frühzeitig als solcher auf dem Präsentiertablett dargeboten wurde.

Inzwischen sind sowohl von Fitzek als auch von Thiesler längst weitere Bücher erschienen, von anderen Romanen wurde zumindest schon der Erscheinungstermin bekanntgegeben, aber wer die Beiden bislang nicht kennt und auf Spannungssuche ist, der sollte ruhig auch ihre Erstlingswerke im „aufregenden Genre“ lesen.

Denn wer überraschende Enden liebt, die einem mit dem Gefühl „Das hätte ich wissen können“ zurücklassen, wird insbesondere „Der Seelenbrecher“ und auch „Hexenkind“ mögen.

Wer brisante Themen nicht scheut, sollte hingegen an „Der Kindersammler“ nicht vorbeigehen.

Diese drei Romane kann ich nur wärmstens empfehlen und auch wenn „Splitter“ sicherlich seine Anhänger hat: persönlich interessiere ich mich nicht sonderlich für Neurologie und lasse mich auch eher weniger von Verschwörungstheorien fesseln, worin die einzigen Gründe liegen, dass mich „Splitter“ nicht so sehr wie die anderen genannten Werke begeistern konnten. Aber auch hier konnte ich mich der Handlung nicht entziehen, bis ich die letzte Seite erreicht hatte, bis zu welcher ich emsig mitgerätselt hatte. Aber welch Überraschung: auch hier stimmte keiner meiner sechs (!) verschiedenen Lösungsansätze.



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Badeentchen

299

Aufgenommen:Aug 7, 2010

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