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Ausgemistet! Jetzt wird getrödelt - Tipps für einen erfolgreichen Flohmarkt-Verkauf

 

Obschon die Auktionshäuser und Tauschportale im Internet boomen, locken doch auch die traditionellen Floh- und Trödelmärkte immer noch enorme Besucherströme an: neben dem persönlichen Kontakt und dem „schnellen Geschäft“ reizt es natürlich viele, die Dinge vor dem eventuellen Kauf persönlich in Augenschein nehmen zu können, während man sich im Internet vor Allem auf Bilder und zumeist möglichst positive Beschreibungen der Verkäufer verlassen muss. Doch nicht nur das Erstellen eines Online-Angebotes ist mit Arbeit verbunden: oft muss man sich bei der Bestückung seines Flohmarkt-Standes erst recht besondere Mühe geben, um Käufer anzulocken.

Viele Trödelmärkte erfordern inzwischen längst eine entsprechende vorherige Anmeldung und zumeist fallen hier mal niedrigere, mal höhere Standgebühren an. Allerdings sollte man sich nicht darauf beschränken, sich zu registrieren und lediglich die Mindestfläche zu reservieren: vorher sollte man doch mal schauen, was alles mit auf den Flohmarkt soll und wieviel Platz man ungefähr tatsächlich benötigt, um diese Sachen ordentlich präsentieren zu können. Hat man Hunderte verschiedener Dinge im Angebot, ist ein Quadratmeter sicher zu knapp bemessen.

Der eigene Trödel lässt sich am Besten auf einem Tapeziertisch präsentieren: je nach Standgrösse und Menge des vorhandenen Trödels ist zu überlegen, ob ein Tisch reicht oder ob man nicht lieber drei Tapeziertische in einer U-Form aufstellt, so dass sich auch die interessierte Kundschaft besser um den Stand verteilen kann. Hier muss man natürlich auch die Entfernung zum Nachbarstand berücksichtigen; die Statuten einiger Flohmärkte erlauben zudem ohnehin nur eine Ausrichtung längs der Strasse.

Das Wetter, dies unberechbare Ding! 

Besonders im Hochsommer vergisst man bei der Planung oft das Wetter, das sich durchaus als nicht sommerlich entpuppen könnte: so kann man aber auch einen einfachen Party-Pavillon, der ansonsten im eigenen Garten steht, auf dem Trödelmarkt aufbauen und den Tapeziertisch im vorderen Bereich platzieren. Denn viele Leute, die nur schnell mal über die Trödelmeile schlendern, scheuen dann doch den Gang unter das Pavillon-Dach, sofern es nicht tatsächlich regnet (in diesen Fällen kann man den Tapeziertisch problemlos ein Stück zurückstellen – und so sicherlich noch einige Besucher des Flohmarktes auf sich aufmerksam machen, da wer ohne Regenschirm losgetigert ist, für einen trockenen Unterstand dankbar sein wird und bestimmt auch den ein oder anderen Blick auf das Sortiment wirft, während er auf das Nachlassen des Regens wartet).

Alternativ kann man auch einen handwerklich geschickten Bekannten, sofern man selber nicht derart begabt ist, bitten aus diversen Rohren und Ständern doch ein kleines Grundgerüst zu bauen. Prinzipiell reichen hier ca. sechs höhere Stangen, die auf stabilen Füssen stehen: vier platziert man an jeweils einer Ecke des Tisches und die anderen beiden Stangen werden mittig an beiden Längsseiten des Tisches aufgestellt. Hier kann man dann einfach eine stabile Plane (z.B. LKW-Plane) über die Stangen hängen, die das Sortiment vor Regen schützt. Stellt man die Stangen nicht direkt am Tisch auf, sondern etwas versetzt, kann man sich als Anbieter so selber auch noch vor eventuellem Regen schützen. Da Regen ohnehin oft nicht einfach in einer graden Linie herabprasselt, sondern vom Wind abhängig auch mal schräg hinabkommt, ist der Trödel so auch besser geschützt.

Allerdings muss man bedenken, dass es bei besonders hohen Temperaturen im Pavillon bzw. unter der Plane auch sehr schnell sehr heiss werden kann: da ist die Plane sicherlich die bessere Lösung, da man sie individuell nach Bedarf aufhängen kann.

Wer auf ein „Dach“ verzichtet, sollte grade im Sommer aber unbedingt einen Sonnenschirm mitnehmen.

Ordnung muss sein 

Beim Aufbau sollte man zudem auf die Anordnung des Trödels achten: natürlich gehören die grösseren Elemente nach hinten, um den Blick auf die vorne stehenden kleineren Artikel nicht zu verdecken. Zudem sollte man weiterhin seine Verkaufsware in Artikelgruppen unterordnen: Porzellan-Figürchen zu Porzellan-Figürchen und Omas altes Porzellan in direkter Nähe hierzu, den technischen Kram auf einem Haufen, die Bücher an einem Platz, Kleidung zu Kleidung etc.pp.

Apropos Kleidung: wer Kleidung anbieten möchte, sollte diese am Besten auch entsprechend positionieren, so dass man jedes Kleidungsstück betrachten kann, ohne sich erst durch Kleiderberge wühlen zu müssen.  Hierfür eignen sich natürlich vor Allem Kleiderstangen, an denen man die Kleidungsstücke auf einzeln Bügeln hintereinander aufhängen kann – auch Kinderkleidung (für diese kleineren Stücke sollte man aber unbedingt auf Bügel für Kinderkleidung zurückgreifen) lässt sich so besser präsentieren als auf einem „Wühlhaufen“.

Feilschen erwünscht

Ein wichtiger Aspekt eines Trödelmarktes ist natürlich das Feilschen: die wenigsten Kunden akzeptieren auf Anhieb den genannten Preis, sondern versuchen den Anbieter herunterzuhandeln. Da ist es natürlich wichtig, sich der eigenen Preisvorstellung bewusst zu sein: so kann man als Verkäufer bereits einen etwas höheren Preis als eigentlich gewünscht benennen und dem Kunden das befriedigende Gefühl lassen, dass er den Preis tatsächlich heruntergehandelt hat.

Ob man Preisschilder anbringen soll oder nicht, obliegt der eigenen Entscheidung: eigene Trödelmarktbesucher sind eher schüchtern und freuen sich über solch relativ klare Ansagen, während andere von solch direkt vorgebrachten Preisvorstellungen eher abgeschreckt werden. Persönlich empfehle ich eine Mischung und zum Beispiel ein kleines Grabbel-Kistchen auf dem Tisch zu platzieren, mit beispielsweise der Aufschrift „1€ pro Artikel“, und hier tatsächlich nur Kleinigkeiten zum entsprechend angezeigten Preis anbieten, der in diesem Fall auch nicht verhandelbar ist. So kann man zum Beispiel auch einen Karton mit alten Büchern anbieten, die man für jeweils 1€ offeriert. (Natürlich kann man hier jede beliebige Preis-Angabe machen.) Solche günstigen Eye-Catcher ziehen die Massen dann doch teils deutlich an und diese Besucher fragen dann auch eher nach dem Preis eines anderen Stückes.

Aber Achtung!

Man sollte sich seiner Preis-Vorstellungen wirklich bewusst sein und auch den ungefähren Wert der offerierten Artikel kennen. Will man diese wirklich jetzt unbedingt und ganz schnell loswerden oder kann man nicht doch auch notfalls noch etwas mit dem Verkauf warten?

Die eingangs erwähnten Aktionshäuser im Internet helfen da sehr gut, um sich einen groben Überblick über den Preis zu verschaffen: so konnte ich auf einem Flohmarkt schon einen noch recht aktuellen Bestseller für 1€ ergattern. Das gleiche Buch wurde online zum selben Zeitpunkt durchschnittlich für 7€ versteigert. Für Kleidung, insbesondere, wenn sie noch angeseheneren Marken entstammt, gilt Ähnliches.

Vor Allem bei neueren und noch sehr neuwertigen Dingen lohnt sich vorher der Preis-Vergleich: ich empfehle, sich hier eine kleine Tabelle anzulegen, die man mit auf den Trödelmarkt nehmen kann. Hier listet man dann seine einzelnen Artikel auf, schreibt den Durchschnittspreis hinzu und lässt eine dritte Zeile frei, in der man später notieren kann, zu welchem Preis der jeweilige Artikel tatsächlich verkauft worden ist.  So hat man auch einen guten Überblick übers eine Verkäufe und die Einnahmen.

Wer das Kleingeld nicht ehrt 

Apropos Einnahmen: bei Trödel-Artikel geht es zumeist um kleineres Geld. Dementsprechend sollte man als Händler mit genug Kleingeld auf den Markt gehen, um auch zu Genüge Wechselgeld parat zu haben. In diesem Sinne empfehlen sich natürlich gerade Preise in 0,50€-Schritten. Wer für 50 Cent, 1€, 1,50€, 2€ usw. verkauft, wird eher selten in die Verlegenheit kommen, mal 18 Cent herausgeben zu müssen. (Achtung: die feilschenden Kunden bedenken, die durchaus mal versuchen, einen Rabatt von 10 Cent auszuhandeln!)

Um dieses ganze „Klüngelgeld“ zu verstauen, eignet sich am Besten eine separate Kasse: ein einfaches Schmuckkästchen, bestenfalls abschliessbar, lässt sich bereits sehr gut hierfür zweckentfremden. Geldscheine sollte man besser in einem separaten Fach aufbewahren oder auch direkt im Portemonnaie oder einer Geldtasche direkt am Körper tragen. Nichtsdestotrotz sollte man die Kasse natürlich auch nie unbeaufsichtigt lassen.

Fleissige Helferlein sind gern gesehen 

Von daher sollte man eigentlich auch immer mindestens zu zweit einen Stand betreiben: Proviant kann man zwar von daheim mitnehmen, aber wenn dann doch jemand zur Toilette muss, muss man den gesamten Stand nicht unbeaufsichtigt zurücklassen.

Auch in Sachen Aufbau sind zusätzliche Hände immer hilfreich: einige Trödelmärkte lassen es zu, dass man zum Aufbau die „Trödelmeile“ mit dem Auto befährt, während man auf anderen Märkten sämtliches „Inventar“ von einem nahegelegenen Parkplatz zum Standplatz tragen muss. Hier sollte man ebenfalls mindestens zu Zweit sein, so dass einer den Stand bereits vorbereitet, während der Andere noch die Dinge aus dem Auto holt. Hat man noch ein weiteres Helferlein zur Hand, ist das Ganze natürlich noch praktischer, da der Dritte das offene Auto beaufsichtigen kann, so dass der Zweite hier nicht immer auf- und abschliessen muss, und schwerere Geräte lassen sich zu Zweit auch besser transportieren. Tipp: möchte man grössere bzw. schwerere Artikel verkaufen, sollte man unbedingt eine Sackkarre mitnehmen und diese auch am Stand bereithalten - so kann man interessierten Kunden anbieten, ihren Neu-Kauf so zu ihrem Auto zu transportieren.

"Hätten Sie gerne ne Tüte dazu?" 

Ohnehin sollte man die Tatsache, dass Kunden die Dinge schliesslich auch wegtragen müssen, stets im Hinterkopf behalten. Oftmals entpuppen sich Kunden als besonders dankbar, wenn man ihnen zu ihrem Kauf eine kostenlose Tüte offeriert. Allzweckbeutel sowie kleine Papiertüten erhält man im Grosspack bereits sehr günstig: Papiertüten kann man zudem vorher noch individuell gestalten. Wenn man noch bei einem der Auktionshäuser aktiv ist, warum sollte man beispielsweise nicht einen entsprechenden Vermerk auf der Tasche anbringen? Hier ist die Wahrscheinlichkeit sehr gross, dass der Kunde später auch nochmals im dortigen Angebot schaut, ob man dort noch Auktionen zu Artikeln erstellt hat, die seinem gekauften Artikel entsprechen und die ihn von daher auch interessieren.

Werbung? 

Bastelt man in seiner Freizeit gerne Schmuck oder näht ab und an mal eine Kleinigkeit, wobei man diese Sachen auch auf privaten Kunsthandwerk-Portalen anbietet: warum sollte man auf seinen Trödelmarkt-Taschen nicht auf diese Portale und seinen dortigen Nutzernamen verweisen?

Wer Porzellan verkauft, sollte auch entsprechendes Verpackungsmaterial bereithalten und beispielsweise einige alte Zeitungen mit auf den Trödelmarkt nehmen, um Porzellan hierin einwickeln zu können. Verkauft man ein komplettes Porzellan-Service, sollte man natürlich die Tassen innen ausstopfen und auch Papier zwischen die einzelnen gestapelten Teller legen können. In diesem Fall sollte man zudem unbedingt einen Karton (am Optimalsten ist hier natürlich einer mit Tragegriffen) bereithalten, in welchem man dem Kunden das Porzellan mitgeben kann.

Es ist in jedem Fall nicht verkehrt, wenn man unter dem Tapeziertisch mit den Angeboten noch eine Kiste mit Verpackungsmaterial (Tragetaschen, Füllmaterial und ggf. einige Kartonagen) bereithält.

Der Maulwurf sieht im Dunkeln gut 

Bei einigen grösseren Trödelmärkten ist es durchaus Usus, dass dort bereits am späten Abend mit dem Aufbau begonnen wird, während der offizielle Verkauf früh am nächsten Morgen startet. Zumeist sind die Trödelmeilen vor dem offiziellen Start auch nicht abgesperrt, so dass diverse „Experten“ bereits nachts bzw. vor dem eigentlichen Beginn auf der Suche nach verborgenen und günstigen Schätzen durch die Reihen der Stände ziehen. Wer auf solchen Märkten als Verkäufer aktiv wird, sollte unbedingt die entsprechende Beleuchtung parat haben (nicht zuletzt auch, um zu vermeiden, dass sich Langfinger im Schutz der Dunkelheit unbemerkt bedienen können) – oder erst im Morgengrauen nach Sonnenaufgang bzw. kurz vor dem öffentlich gemachten Startzeitpunkt beginnen, seine Trödelkisten auszupacken und seinen Stand auszustatten.


Wichtig ist also: vor der Anmeldung überlegen, wieviel Artikel man anbieten möchte und wieviel Standfläche man hierfür benötigt / den ungefähren Wert der eigenen Angebote ermitteln / mindestens einen Helfer „rekrutieren“ / genügend Kleingeld als Wechselgeld besorgen / auch an einen eventuell benötigten Sonnenschutz bzw. ein Regendach denken / ggf. für die nötige Ausleuchtung sorgen und natürlich diverses Verpackungsmaterial für die verkauften Gegenstände bereithalten. 

Und wer nicht die ganze Zeit unbedingt stehen möchte, der nimmt natürlicha uch zumindest einen Campingstuhl oder eine ähnliche Sitzgelegenheit von daheim mit!  


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Badeentchen

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Aufgenommen:Aug 7, 2010

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