Am Wasser liegen - Unterlagen für einen gelungenen Badeausflug
Wenn man wie wir in Seenähe wohnt, ist der regelmässige Strandbesuch im Sommer unumgänglich: wer kein Badegewässer in seiner unmittelbaren Umgebung zur Verfügung stehen hat, sucht zwecks Erfrischung an heissen Tagen hingegen häufig das nächste Freibad auf: natürlich planscht man nicht während der ganzen Zeit im kühlen Nass, sondern streckt sich dann und wann auch am Strand oder auf der Liegewiese aus, wobei sich hier natürlich die Frage der passenden Unterlage stellt.
Während es sich bei der Liegewiese im öffentlichen Bad häufig um eine Rasenfläche handelt, wo man sich theoretisch auch einfach mal auf dem Rasen alle Viere von sich strecken könnte (was dann aber doch kaum jemand macht, allein schon, um Grasflecken auf der Bekleidung zu vermeiden) ist der Strand entweder sandig oder er besteht aus feinem Gestein. Hier will man natürlich nicht spüren, wie man vom natürlichen Untergrund gepiekst wird und legt natürlich eine Unterlage zwischen sich und die Natur.
Aber welche Art von Matte eignet sich hier am Besten: ein stinknormales Handtuch, ein spezielles Strandlaken, eine Iso-Matte oder gar eine Luftmatratze? Oder nimmt man doch eine Klappliege von daheim mit
"Mein Handtuch reicht mir!"
Es klingt so wunderbar praktisch: man legt sich auf sein Handtuch, mit dem man sich, wenn man aus dem Wasser kommt, auch gleich abtrocknen kann. Dies erweist sich aber meist als total unpraktisch, denn kaum ist man angekommen, breitet man in der Regel sein Handtuch zunächst aus, um dann sich darauf auszubreiten: nachdem man dann einige Züge geschwommen ist und zurückkommt, liegen noch Buch, Sonnenbrille, Sonnenmilch und sonstige Utensilien auf dem Tuch, die erst entfernt werden müssen. Nachdem man seine Mitbringsel vom Tuch gelegt hat, bemerkt man, dass man es erst gründlich ausschütteln muss: auf der Unterseite klebt bereits diverser Sand und Staub (der Rasen im Freibad erweist sich hier als deutlich harmloser) und so kann man sich unmöglich mit dem Tuch abtrocknen! Entweder man achtet also penibel darauf, zum Abtrocknen nur die obenliegende Seite zu verwenden oder man schüttelt das Tuch aus, um später festzustellen, dass nun doch etwas des Sandes vom Tuch auf der Haut kratzt.
Trocknet man sich mit dem Liegetuch ab, muss man sich, sofern man dessen Trocknen nicht abwarten möchte, zudem im Anschluss auf ein nasses oder zumindest noch feuchtes Tuch legen und öffnet so ggf. die Tür für die nächste Erkältung.
Zudem sind die meisten Handtücher auch eher dünn, was sich besonders am Kieselstrand schnell bemerkbar machen kann: da spürt man die Steine nämlich häufig doch sehr deutlich.
Warum ein Strandlaken doch besser ist...
Speziellere Strandtücher sind hingegen die bessere Alternative: diese bestehen meist aus dickerem Frottee und trotzdem daher auch unliebsameren Untergründen besser, sondern sind auch deutlich saugfähiger: auch wenn man sich nach dem Baden gründlich abtrocknet oder eventuell auch gar nicht ins Wasser geht, sondern den Strand nur für ein ausgiebiges Sonnenbad aufsucht, so gerät man doch ins Schwitzen und der Schweiss wird vom Stoff eines solchen Strandlakens dann doch sehr gut aufgefangen.
Schon als kleine Kinder bekamen wir zudem eingebläut, die nassen Badesachen nach Möglichkeit sofort auszuziehen: im Sommer laufen wir allerdings eher selten vom Wasser zur Umkleidekabine, um unsere nassen Badesachen gegen trockene Strandsachen auszutauschen. Hier wird dann meistens am Land gründlich mit dem Handtuch abgerubbelt: die nackten Körperstellen sind so natürlich trocken, aber die Badebekleidung ist natürlich immer noch leicht feucht. Auch diese Feuchtigkeit wird vom Strandtuch absorbiert, so dass es also deutlich besser ist, zum Liegen ein separates Strandlaken zu nutzen, während man zum Abtrocknen doch ein einfaches Handtuch nutzt.
Bei der Anschaffung eines Strandlakens sollte man übrigens nicht versäumen, auf die Grösse zu achten: regulär sind diese zumeist nur 180cm lang und damit für grössere Menschen zu kurz. Wenn diese sich auf diesen Laken ausstrecken wollen, ragen die Füsse also immer über den Rand heraus – oder der Kopf liegt auf freier Natur.
Strandlaken, die sich auch für Menschen jenseits der 1,80m eignen, sind fast immer mit dem Zusatz „XL“ oder „XXL“ gekennzeichnet: diese sind meistens 2m lang. Wer noch grösser ist, hat eher schlechte Karten und legt der Einfachheit halber am Besten zwei Strandtücher neben- bzw- hintereinander.
Die Iso-Matte nur bei sommerlichen, niedrigen Maximaltemperaturen
Eine Isomatte lässt sich zwar ebenso einfach wie ein Strandlaken zusammenrollen und unter dem Arm tragen, aber: Isomatten werden durch die Sonne fast immer zusätzlich aufgeheizt und grade wenn man schwitzt, bleibt die Matte doch leicht am Körper kleben.
Sind die Temperaturen nun eher lau und man will sich lediglich mit einem guten Buch eine Weile in Jeans und T-Shirt an den Strand legen, um dort die frische Luft zu geniessen (eventuell, weil man daheim weder Balkon noch Garten hat oder inmitten der lauten Innenstadt wohnt und sich nun nach etwas mehr Natur sehnt): dann ist eine Isomatte durchaus eine gute Wahl – auch wenn die Tage zuvor vielleicht verregnet waren und der Untergrund noch aufgeweicht und etwas feucht ist: da ist eine Isomatte dann rutschfester und sie lässt vor Allem auch weniger Feuchtigkeit von unten als ein Strandlaken durch.
Auch für eine Nacht am Strand ist eine Isomatte optimal, aber wie gesagt: bei heissem Wetter und nackter Haut ist von einer solchen Matte eher abzuraten.
Mit der Luftmatratze läufts ständig schief
Für diese gilt in etwa genau Dasselbe wie bei der Isomatte, nur dass die Luftmatratze fast immer unpraktischer zu handhaben ist: sie lässt sich selten einfach aufrollen und unter den Arm klemmen, sondern wird zusammengelegt meist zu einem klobigeren Päckchen. Dann will sie natürlich noch aufgeblasen werden, so dass man also noch einen Blasebalg mitschleppen (oder die Kräftigkeit seiner Lungen vor zig Menschen demonstrieren) muss und ja klar, es gibt auch die selbstaufblasenden Matratzen, aber man kann es mir ruhig glauben: diese gehen in der Regel genau dann kaputt, wenn es am Peinlichsten ist. Generell bergen Luftmatratzen natürlich immer das Risiko, dass plötzlich die Luft entweichen kann.
Und auch, wenn eine Luftmatratze eventuell letztlich nur 5cm hoch ist: wenn um Einen herum alle auf ihren Strandlaken „unter“ Einem liegen, mutet das schnell relativ seltsam an, besonders wenn die Liegefläche absolut eben ist und diese „Hoheit“ dadurch besonders auffällt.
Wie man sich am Otto-Normalverbraucher-Strand schnell lächerlich macht
Wer seine leichte, tragbare Klappliege von daheim mitnimmt, macht sich inmitten einer Wiese voller Strandlaken ebenfalls schnell lächerlich und wird vom Umfeld schnell als „Prolet“ bzw. jemand, der zu fein ist, um sich auf eine Wiese zu legen (bzw. zu geizig ist, um sich am Strand eine Liege zu mieten), abgestempelt.
Wenn die Strandliege über ein Sonnendach verfügt, welches zudem vor einem Sonnenstich schützt, ist das zwar ungemein praktisch: dennoch wirken diese Klappliegen, die von daheim mitgebracht werden, an den meisten öffentlichen Stränden eher lächerlich und sollten für den Heimgebrauch im eigenen Garten zurückgehalten werden. Zudem sind auch die leichtesten Sonnenliegen, selbst wenn sie zusammenklappbar sind, von eher geringem „Trage-Komfort“ und generell deutlich schwerer zu transportieren als sämtliche Tücher und Matten.
Zum Einmuscheln
Häufig wird heutzutage auch die Strandmuschel ins Spiel gebracht: diese eignen sich aber kaum als Liegemöglichkeit. Die gewöhnliche Strandmuschel ist eher so schmal, dass ein Durchschnittserwachsener sich nur längs in diese legen kann und auch das nur mit angewinkelten Beinen. Zudem ist das Boden-Material hier ähnlich beschaffen wie bei den Iso-Matten und darum eignen sich diese Sonnenmuscheln vornehmlich für Kinder, wobei ich den Untergrund hier auch mit einem Laken auslegen würde.
Ansonsten würde ich eine solche Muschel eher als „Kopfteil“ empfehlen: wenn man eine Muschel oberhalb seines Strandlakens aufstellt, hat man gleichzeitig einen Wind- und Sonnenschutz und auch eine kleine Ablagefläche für seine Strandsachen: hier kann man seine Strandtasche oben in der Muschel abstellen, hat trotzdem noch Platz für seinen Kopf und muss seine Sachen nicht kreuz und quer auf und neben dem Strandlaken verteilen.
Zudem haben einige Strandmuscheln innen auch noch ein kleines verstecktes Fach, in dem man Wertsachen deponieren kann. Klar sollte man nicht grade seine teuersten Besitztümer mit zum Baden nehmen und seine Sachen erst recht nicht unbeaufsichtigt am Strand bzw. auf der Wiese liegenlassen, aber ein etwas sichereres Gefühl verschafft dieses Innenfach einem doch. Insbesondere, wenn man dann einschlafen oder wegdösen sollte, kann man bei einer zu nur einer Seite offenen Muschel auch nicht so einfach beklaut werden, alleine schon aufgrund der Tatsache, dass der Dieb dann in die Strandmuschel greifen müsste anstatt einfach nur die neben dem Strandtuch stehende Tasche stehlen zu können.
Wer kleine Kinder hat, für den ist eine solche Muschel aufgrund des Schutzfaktors ohnehin zu empfehlen; ansonsten kann sie aber eher als Ergänzung verstanden werden: als echte „Strandmatte“ eignen sich diese Strandmuscheln jedoch eher weniger.
Schlussendlich...
Wir nutzen letztlich zumeist eine Kombination aus Strandmuschel und Strandlaken (insbesondere wenn die Kleineren dabei sind, die es je nach Laune auch schätzen, wenn sie sich mal kurz in eine Muschel-Ecke verkriechen können – diese bietet hier zumindest ein klitzekleines Mass an Privatsphäre) und können diese auch nur weiterempfehlen. Generell genügt aber auch ein simples Strandtuch: hier sollte man allerdings dann zusätzlich unbedingt auf einen Sonnenhut oder ein Kopftuch zurückgreifen, um einem Sonnenstich vorzubeugen. (Viele legen sich hier auch einfach nur ein Handtuch auf das Gesicht, wobei dies natürlich den Nachteil hat, dass man nichts mehr von dem sieht, was um Einen herum geschieht.)
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