Winning Moves Schweinerei
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Mit einem kühlen Kopf wird man zum Punktekönig
Bei „Schweinerei“ handelt es sich um ein Würfelspiel: hier muss man gleichzeitig zwei kleinen Schweinchen, die in diesem Falle die Würfel verkörpern, und je, nachdem in welcher Stellung sie gelandet sind, gibt es eine entsprechende Punktzahl. Hier würfelt man nicht abwechselnd, sondern jeder darf solange Schweinchen werfen, bis er nicht mehr möchte oder bis die Schweine in einer bestimmten Lage fallen, die nicht nur das „Ende“ bedeutet, sondern auch sämtliche gesammelten Punkte klaut.
Ja, es gibt auch eine „Todes-Stellung“: fallen die Schweine in diese hinein, ist der Spielzug des betreffenden Würflers beendet und seine Punkte futsch.
Gewonnen hat letztlich Derjenige mit den meisten Punkten, so dass „Schweinerei“ letztlich eins ehr taktisches Spiel ist: sichert man seine bisher gesammelten Punkte, in dem man die Schweinchen an den nächsten Spieler weitergibt oder würfelt man nochmals und riskiert damit all seine Punkte ggf. auch zu verlieren?
Durch dieses Kalkül ist „Schweinerei“ von der Spieldauer her natürlich auch variabel: zum Einen können hier unbegrenzt viele Mitspieler mitmachen (je mehr Mitspieler, desto länger dauert das Spiel logischerweise schon ohnehin) und wenn viele Mitspieler „dauerwürfeln“ ohne die „Todes-Stellung“ zu erwischen, zieht sich das Ganze natürlich noch mehr. Da kann es bereits in kleineren Gruppen dann auch schnell langweilig werden, wenn ein Mitspieler nun bereits zum xten Mal würfelt, während die Anderen eben warten, dass er seinen Spielzug beendet – oder das eben die Schweinchenwürfel für ihn tun.
Das Spiel ist beendet, wenn der erste Spieler 100 Punkte erreicht hat; die übrigen Plätze verteilen sich dann natürlich nach absteigender Punktezahl. Selbstverständlich kann man das Spielende aber auch offen gestalten und open end spielen oder bis der erste Spieler seine Punkte verloren hat oder bis nicht 100, sondern eine beliebige andere Anzahl an Punkten, erreicht sind.
Allerdings ist die 100-Punkte-Grenze schon durchaus gut gewählt, denn je länger man spielt, desto langweiliger wird es auch. „Schweinerei“ ist letztlich immerhin nur ein simples Glücksspiel und es gibt hier auch keinerlei Interaktion zwischen den Spielern, sondern es ist immer so, dass einer würfelt und die Anderen warten.
Die Altersangabe liegt bei „ab 8“. Theoretisch können sicherlich auch Sechsjährige die Schweinchen schon würfeln, aber hier erfordert das Spielprinzip eben, dass man bis 100 rechnen kann und sich auch bewusst zwischen „Punkte sichern“ und „Weiterwürfeln“ entscheiden kann. Ich habe das Spiel auch im Alter von acht oder neun Jahren kennengelernt, nachdem ein Cousin es zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte und wir am Gabentisch gleich einige Partien gespielt haben – „Schweinerei“ hat uns damals schon sehr viel Spass bereitet und es war natürlich witzig zu sehen, in welch aberwitzigen Stellungen die Schweinchen teils zum Liegen kamen und unsere Rechenkünste hat es natürlich auch gefördert. Klar, war es auch lustig, wenn jemand von uns todesmutig weiterwürfelte und mit dem nächsten Wurf dann alle Punkte verlorengegingen.
Vor drei Jahren habe ich aus sentimentalen Gründen unser Spiele-Regal nun wieder mit diesem „Schweinerei“-Spiel bestückt und es macht auch durchaus noch immer Spass. Wie die Schweinchen letztlich zum Stehen oder Liegen kommen, wird offiziell als „Figur“ bezeichnet (ich betitele es eben lediglich als „Stellung“). Von Erwachsenen werden einige besonders prekäre „Figuren“ natürlich schnell mit sexuellen Assoziationen verknüpft und sorgen von daher für besondere Belustigung. Auch als Partytrinkspiel lässt sich „Schweinerei“ natürlich hervorragend zweckentfremden: wer diese oder jene Figur wirft, muss eben ein Schnäpschen trinken.
Die „Schweinerei“ von Winning Moves ist in diesem Fall in einem Etui aus Hartplastik enthalten, welches doch auch durchaus robust ist. Mir ist es auch schonmal aus den Händen gerutscht und auf den Boden gefallen, was ihm nichts anhaben konnte. Allerdings denke ich, wenn man es aus grösserer Höhe fallen lässt oder absichtlich richtig hart auf den Boden wirft, dass es dann doch auch auseinanderbrechen würde.
Von der Grösse her ist aber top: man kann es auch ohne Schwierigkeiten in einer kleineren Handtasche transportieren oder in ein kleines Nebenfach am Rucksack stecken. Da man letztlich nur eine kleine ebene Oberfläche benötigt, auf der man würfeln kann, ist „Schweinerei“ auch sehr gut geeignet, um es auf Reisen mitzunehmen und beispielsweise im Zug oder Flugzeug zu spielen. Die dortigen Tischchen sind absolut ausreichend, aber man sollte sie an den Seiten besser begrenzen, so dass die Schweinchen-Würfel auch bei Turbulenzen nicht herunterpurzeln können. Die Schweinchen sind nämlich wirklich klein und meiner Meinung nach hätte man sie ruhig doppelt so gross gestalten können, ohne dass sie dadurcvh wirklich gross geworden wären. Wenn diese dann nämlich einmal herunterfallen, ist es schon etwas schwieriger, diese Mini-Schweine wiederzufinden.
Das Etui beinhaltet auch Schreibzeug, mit dem man sich die erreichten Punktezahlen notieren und den Endstand errechnen soll: haha! Der „Block“ macht seiner Eigenschaft als Spielblock alle Ehre bzw. ist als Schreibblock rein gar nicht zu gebrauchen: er ist so dermassen klein, dass nicht einmal mehr die Punkte einer Handvoll Würfe darauf Platz finden. Ohnehin ist er auch absolut knapp an Seiten, so dass man ihn höchstens während eines Spiels benutzen kann, bei welchem er dann wegen der Grösse nervt. Hier nimmt man besser ein stinknormales DIN A4-Blatt Papier zu Hilfe: entfernt man den vorhandenen Block und faltet das Papierblatt entsprechend klein, findet es auch Platz im Block-Fach und man hat bei einer Spielrunde genügend Schreibpapier. Da das Block-Fach im Etui nun natürlich auch entsprechend klein ist, kann man hier auch nicht gleich zig Blätter bevorraten. Da empfiehlt es sich, das Papier nach jeder Spielrunde durch ein neues Blatt auszutauschen, um sicher sein zu können, auch während der nächsten Runde genug „Notier-Material“ vorrätig zu haben.
Daheim sollte es zwar nicht so das Problem sein, mal schnell einen neuen Notizzettel hervorzukramen, aber auf Reisen kann es sich schnell auszahlen, wenn man hier immer auf einen sauberen Vorratszettel achtet.
Ich kann „Schweinerei“ letztlich also durchaus empfehlen, auch wenn es nun zu den eher anspruchslosen Spielen zählt, aber ab und an macht es durchaus Spass und es eignet sich eben auch sehr gut, um es auf längere Fahrten/Flüge mitzunehmen und da stellt es dann durchaus auch mal eine angenehme Ablenkung und einen netten Zeitvertreib dar. Da es hier keine komplizierten Regeln gibt und „Schweinerei“ generell leicht verständlich ist, kann man hier zuweilen auch schnell den ein oder anderen interessierten Sitznachbarn für eine Partie begeistern und so während des Spiels noch neue Kontakte knüpfen.
